frage zum dehnen vor leichtathletischen disziplinen

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4 Antworten

Es ist richtig, dass man unmittelbar vor dem Erbringen von Schnellkraftleistungen nicht intensiv statisch dehnen soll! Aber diese Forderung ist muskelbezogen. Wenn du also eine Weitsprungprüfung hast, gilt diese Forderung eigentlich nur für deine Sprungmuskulatur; denn nur diese erbringt die Schnellkraftleistung. Die übrige Muskulatur kannst du ruhig dehnen.
ABER: Da du für den Weitsprung auch anlaufen, also sprinten musst, gilt : Intensives statisches Dehnen der hinteren Oberschenkelmuskeln verschlechtert anschließende Sprintleistungen. Da du aber für den Anlauf genau diese Muskeln benötigst, solltest du diese unmittelbar vor dem Wettkampf auch nicht intensiv statisch dehnen. Diese Muskeln sind aber auch gleichzeitig diejenigen, die für eine gute Weitsprungllandung dehnfähig sein sollten.
Wenn du in deiner Vorbereitungsphase ein ordentliches Dehnungstraining für die hinteren Oberschenkelmuskeln durchgezogen hast, brauchst du sie unmittelbar vor dem Wettkampf in der Aufwärmphase auch nicht mehr intensiv zu dehnen. Es genügt ein Aufwärmen und ein leichtes dynamisches Dehnen, um sie für die Weitsprunglandung genügend vorzubereiten. Ein intensives statisches Dehnen würde in der kurzen Zeit ohnehin nicht viel an Dehnfähigkeit bringen, dazu bedarf es einer längeren Trainingsperiode.
Und nebenbei: Eine meist nur kurz anhaltende Abnahme des Muskeltonus durch Dehnen tritt zwar auf, diese hat aber keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit.

danke ! mir ist aber folgndes aufgefallen. immer wenn ich in die dehnposition für die landephase beim sprung gehe, merke ich wie zu beginn des beweglichkeitstrainings nicht sehr beweglich bin, ich kann z.b. ein bein nicht so gut senkrecht in die luft strecken wenn ich liege, während das andere gestreckt auf den boden ist. wenn ich diees position aber 2-3 mal halte für 20 sekunden, kann ich es schließlich komplett strecken, sodass es für eine landung optimal wäre ! sollte ich trotzdem auf intensives statisches dehnen verzichten morgen ? jeztz muss ich quasi entscheiden zwischen mehr cm bei der landung oder möglichen weitenverlust durch schnellkrafteinbußen^^

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@Dino111

Es ist völlig normal, dass die Bewegungsreichweite im Laufe einer Trainingseinheit „Beweglichkeit“ zunehmend besser wird. Das liegt daran, dass der Körper sich an den Dehnungsreiz gewöhnt und zunehmend stärkere Dehnungsspannungen toleriert. Bei dem nächsten Beweglichkeitstraining scheint man dann wieder von vorn anzufangen. Dies täuscht jedoch! Statt dessen verschiebt man von Trainingseinheit zu Trainingseinheit die Ausgangs- und Endstellung unmerklich weiter, bis man nach mehreren Wochen den Fortschritt deutlich erkennt.
Ich kann aus deiner Übungsbeschreibung nicht klar erkennen, ob es sich hier wirklich um ein intensives Dehnen (=maximale Reizintensität) handelt. Man spricht dann von intensivem Dehnen, wenn das im gedehnten Muskel auftretende Dehnungs-(Spannungs-)gefühl gerade noch zu ertragen ist. Ist die Dehnungsspannung gut über längere Zeit (mehr als 20 s) zu ertragen, handelt es sich um einen submaximalen Dehnungsreiz. Dieser ist durchaus in der Lage, die für den Wettkampf nötige Beweglichkeit zu erreichen, hat aber nicht die negativen Auswirkungen auf die Explosivität. Also: submaximales Dehnen der hinteren Oberschenkelmuskeln in der Aufwärmphase sollte deine Landehaltung ausreichend vorbereiten ohne Schnellkrafteinbußen befürchten zu müssen.

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@wiprodo

ich mache dann regelmäßig submaximales dehnen. ich dachte immer dass ein dehnungsreiz der sehr starke schmerzen verursacht nicht erreicht werden sollte in einer übung, da u.a. die verletzungsgefahr zu hoch sei ?

nochmals danke, das hat mir sehr viel geholfen!

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@Dino111

Ich hoffe, dass du mich nicht falsch verstanden hast! Ein Dehnen, dass "sehr starke Schmerzen" im gedehnten Muskel erzeugt, gehört zum Dehnen mit supramaximaler Intensität und ist in jedem Fall zu vermeiden. Ein maximales Dehnen erzeugt ein intensives Gefühl der Dehnungsspannung, das aber noch nicht als Schmerz zu bezeichnen ist. Leider ist diese Abgrenzung stark von der Einschätzung des Einzelnen abhängig, was als Schmerz zu bezeichnen ist und was nicht.

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Also die Profis machen das mit einem Therapeuten, der die entsprechenden Muskeln/Gelenke manuell soweit dehnt, dass sie volle Beweglichkeit garantieren.

Selber ist es sicher wichtiger, die Muskulatur soweit zu dehnen, dass die erforderliche Bewegung absolut frei und ohne Widerstand möglich ist, auch wenn dadurch ein kleiner Abstrich im Tonus dieser halt gemacht werden muss. Also wenn du nur gerade nach oben spingen müsstest wäre das dehnen sinnlos, aber für die genannten Disziplinen brauchst du freie Beweglichkeit, dass ist viel wichtiger als 2-3Prozent weniger Tonus...

Lockeren und Beweglichmachen ja, nur keine Dehnungen über längere Zeit, das macht "langsam". Manchen Sportlern reicht das Einlaufen und die Koordination-ohne Dehnen. Das ist individuell.

„...Dehnungen über längere Zeit, das macht "langsam"...“: Nein, absolut nicht! Außerdem ist diese Aussage genauso aufschlussreich wie die Aussage „Draußen ist Wetter!“. Aber konkret: Intensives statisches Dehnungstraining der ischiokruralen Muskeln verschlechtert unmittelbar folgende Sprintleistungen. Lässt man aus diesem Satz auch nur einen einzigen der fett gedruckten Begriffe weg, wird die Aussage schon falsch.

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Du hast richtig gehört. Kurzes leichtes dynamisches Dehnen erhöht die Spannung im Muskel, und die Leistungsbereitschaft. Statisches Dehnen entspannt.

„...Kurzes leichtes dynamisches Dehnen erhöht die Spannung im Muskel...“ : Leider reine Phantasie (dazu noch unpräzise, weil nicht zwischen aktiver und passiver Spannung unterschieden wird) oder ein Trugschluss zwischen dem Gefühl einer erhöhten Spannung und der tatsächlich am Muskel messbaren Spannung! „...Leistungsbereitschaft..." ist kein Merkmal des Muskels, sondern des Hirns! „...Statisches Dehnen entspannt...“:. Wen oder was, den Muskel oder das Hirn?

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@wiprodo

Jetzt lass Mal endlich die Wichtigtuerei sein! Du nennst Phantasie, was Profis schon seit Jahrzehnten machen? Damit zeigst du uns, dass das was du erzählst, reine Teorie ist. Wer Praxis hat, weiß wovon ich rede - auch wenn mein Gesagtes nicht so geschwollen klingt, wie das was du schreibst. Leider fallen viele Anfänger auf deinen Unsinn herein. Kleines Beispiel! gefällig? Hier: "Wenn du also eine Weitsprungprüfung hast, gilt diese Forderung eigentlich nur für deine Sprungmuskulatur; denn nur diese erbringt die Schnellkraftleistung. Die übrige Muskulatur kannst du ruhig dehnen" - sollte ein "Fachmann" wie du nicht wissen, dass beim Weitsprung fast alle Muskeln im Körper aktiv dabei sind!? Dehne ruhig den Oberkörper vor einen Sprung statisch - die Ergebnisse werden dementsprechend schlecht sein. Aber ausprobiert hast du das bestimmt nicht, sonst hättest du diese Aussage für dich behalten... Setzen. 6!

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