EMS Training - Meinung, Erfahrung, Kommentare?

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hab mich nicht in die Materie eingearbeitet, aber kann mir das nicht gut vorstellen. Oberflächliche Elektroden provozieren darunterliegende Muskeln zur Kontraktion. Dadurch entsteht die erste Einschränkung: Tiefer liegende Muskeln werden weniger angesprochen, darüber liegende immer mehr (auch wenn sie nicht sollten). Selbst innerhalb eines dicken Muskels (z.B. rect. femoris) werden die äußeren Fasern mehr stimuliert als die weiter innen liegenden.

Weiter hat man ja dabei keinen Widerstand: wenn du z.B. die Brustmuskeln stimulierst, würden die Arme dabei im Stehen einfach vorne zusammenschlagen. Die Leute stehen aber +/- bewegungslos da. Also kann das nur klappen, wenn ein Antagonist die Brustmuskeln daran hindert. Koordinativ trainiert wird die Bewegungsverhinderung. In dem Fall trainiert man also die oberflächig liegenden Brustmuskeln und spannt währenddessen isometrisch einen Antagonisten an. Ich würde, da das dann sehr zufällig wirkt, bezweifeln, ob die Reizsetzung im Sinne von Trainingsstimulation (Kraft, Hypertrophie oder Ausdauer) wirken kann, und ob daraus ein positiver Übertrag in eine (funktionale) Sportart erreicht wird. Evtl. ist es dafür sogar kontraproduktiv, weil man 1. keinen Nervenimpuls für die Muskelkontraktion generieren muss und 2. durch die notwendige Bewegungsverhinderung durch willentlichen Einsatz der Antagonisten ein dem "normalen" sportlichen Bewegungsablauf entgegengesetztes Verhalten eingeübt wird.

Die Teile sind wahrscheinlich abgeleitet aus den schon lange in der Physiotherapie benutzten Apparate, wo man (wie riesenwildschaf schreibt) vorrangig Nerven stimuliert (bei Lähmungen, Taubheitsgefühlen) oder wo man spezielle Muskelbereiche ansprechen kann, die man willkürlich schlecht erreicht, z.B. vastus medialis, also meist für Reha-Zwecke.

Für ein richtiges Training sind die Teile mMn ungeeignet. Natürlich erschöpft das EMS-Training auch, wahrscheinlich zuerst das ZNS durch die ziemlich sinnlose ungewohnte isometrische Arbeit der angesprochenen Muskeln und deren Antagonisten. Allzu heftig dürfen die Ströme auch nicht werden, da bei isometrischem Training größerer oder vieler Muskeln der Blutdruck enorm ansteigt.

Wenn du es nur zur besseren Regeneration verwenden möchtest, bin ich auch mal auf das Ergebnis gespannt. Warum nicht mal was Neues ausprobieren? Möglicherweise sind aber die althergebrachten Regenerationsmaßnahmen mind. genauso zielführend. Für tiefer liegende Coremuskeln (insbes. die kleinen kurzen Muskeln, die nur 1 oder wenige Wirbel miteinander verbinden) gibt es eine gute "Wackelübung" im Stehen: man legt die Hände mit ausgestreckten Armen vor dem Körper zusammen und schreibt mit den Händen eine 8 mit nur kleinem Ausschlag vor sich im Raum, anfangs langsam. Man kann auch mehrere 8en untereinander machen. Das stärkt die WS-Stabilisatoren. Das bekommt kein EMS/TENS hin, nicht zuletzt, weil auch wieder Bewegungsverhinderung anstatt komplexer Koordination geübt wird, die im realen Sport zur Leistungssteigerung wie zur Verletzungsprohylaxe bei intensiven und schnellen Bewegungen notwendig ist.

Für dein Ziel, Rekord im Schweizer Seniorenbereich drücke ich dir die Daumen!

Hi,

ich persönlich kann EMS-Training aus gesundheitlichen Gründen nicht praktizieren. Ich weiß aber, dass Sportler, die EMS in ihren „normalen“ Trainingsplan eingeflochten haben, sehr zufrieden sind und sich sportlich steigern konnten. Es ist also nicht so, dass sie einfach nur diesen „Taucheranzug“ anziehen, sondern sie absolvieren damit ihre ganz normalen Übungen. Persönlich kann ich Manuel Charr benennen (gut, da läuft zwar zur Zeit was wg. Doping), ändert aber nichts an der Tatsache, dass er sich boxerisch Dank EMS erheblich steigern konnte.

Gruß Blue

Erfahrung habe ich damit bisher keine gemacht. Ich kenne das nur in Form von TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) um Verletzungen zu behandeln.

Berichte auf alle Fälle wie es dir damit ergangen ist und ob du tatsächlich Veränderungen wahrgenommen hast. Im Zweifel ist es eben ein Placebo ;)

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