Dysbalancen im Rücken vorbeugen?

2 Antworten

Stelle dir vor, du baust ein Türmchen aus vielen übereinander liegenden Dominosteinen auf. Damit die nicht umfallen, werden sie vorne und hinten mit einem Gummiband gespannt. Die Vorderseite soll deinen Bauch darstellen, hinten deine Rückenseite, die Spanngummis sind die Muskeln (und Faszien).

Nun trainierst du nur vorne, verstärkst also dort den Zug durch zunehmende Muskeln und sich verstärkende Faszien. Das Türmchen biegt sich also schon leicht nach vorne. Damit es nicht umfällt, müssen die Gummizüge hinten umso stärker arbeiten. Da deine Rückenmuskeln von dir aber nicht mit einem Hypertrophie-Training verstärkt werden, kommen diese kleineren Muskeln unter einen höheren Zug, als sie momentan dauerhaft zu leisten imstande sind. Daraus entsteht die Dysbalance und folgend dann Haltungsfehler, Muskelschmerzen und schließlich Degeneration am Stützapparat.

Um das auszugleichen brauchst du lediglich Übungen machen, die der Bewegung der Bauchübungen entgegengesetzt sind, die also deinen Rücken aufrichten (also den hinteren "Gummizug" trainieren). Z.B. auf dem Bauch liegend Arme und Beine anheben, dabei aber nicht zu sehr ins Hohlkreuz fallen. Sehr gut geeignet sind die klassischen Kraftübungen wie Kreuzheben, Klimmzüge, Kniebeugen, vorgebeugtes Rudern u.v.m. Bist du in einem Studio, lasse dir die Übungen gut erklären, außerhalb eines Studios sind diese Übungen (außer Klimmzügen) nicht gut zu realisieren.

Nein, du bekommst dadurch keine „Dysbalancen im Rücken“. Aber es könnte allenfalls zwischen den untrainierten Rückenmuskeln und den trainierten Bauchmuskeln eine Dysbalance hinsichtlich der Maximalkraft
und der Ruhespannung entstehen. Dies wird aber keine negativen Konsequenzen für die Wirbelsäule haben, weil starke Bauchmuskeln

a) zu einer Aufrichtung des Beckens und damit zu einer Minderung einer
Lendenlordose (= Hohlkreuz) führen und

b) der erhöhte Druck der trainierten Muskeln der Bauchwand auf die Eingeweide zu einer Aufrichtung der gesamten Wirbelsäule beitragen. s: https://www.sportlerfrage.net/frage/abduktoren-adduktoren-trainieren-bei-hohlkreuz?foundIn=list-answers-by-user#answer-441230 .

Um das zu erreichen, sollte natürlich nicht nur der gerade Bauchmuskel (M. rectus abdominis), sondern die gesamte Muskulatur der Bauchwand, insbesondere die  schrägen Bauchmuskeln (Mm. obliquus abdominis externus et internus) trainiert werden; s. dazu Übungen in Bild 1 und 2.

Zusätzlich ist der obere Teil des Rückenstreckers zu kräftigen. Dazu kannst du leicht Übungen auch zuhause durchführen, sofern du die Wirbelsäule dabei nicht überstreckst; s. Bild 3!

Bild 1 (nach Internetrecherche) - (Rücken, Rückenmuskulatur) Bild 2 (Internetrecherche) - (Rücken, Rückenmuskulatur) Bild 3 - (Rücken, Rückenmuskulatur)

Abnehmen und Sport mit Rücken-/Muskulaturproblemen

Hallo! Ich bin Tom, bin 31 Jahre jung und möchte durch Sport und veränderte Ernährung abnehmen. Ich bin 175cm groß und wiege zZ 107,7kg (BMI 35+) Ich habe starke Rückenbeschwerden, welche auch nicht durch Spritzen, Akupunktur etc in den Griff zu bekommen waren. Nun will ich dem Elend entgegenwirken und bin sehr motiviert, da ich in meiner Jugend viel Sport getrieben habe und dort wieder hin möchte. Meine Blutproben beim Arzt waren alle in Ordnung, keine Fettleber, Diabetes oder ähnliches. Doch meine Rücken bzw Rumpfmuskulatur ist quasi nicht vorhanden. Meine Muskel im Rücken, Po und Beinen sind stark verkürzt und verklebt. Habe auch schon etliche Physiositzungen hinter mir (was die Kasse eben bezahlt).

Ich bekomme nun 1 Jahr lang 2mal die Woche Reha Sport (auf Rezept) und bin in einem FitnessStudio angemeldet. Dort finden auch die ReHa Kurse statt. Das ganze läuft nun genau 1 Woche.

Ich übe mich zZ neben der Reha auf dem Crosstrainer, da auf dem Fahrrad (wegen der Haltung) mein Rücken schmerz, Joggen geht leider kaum, da meine Beine schnell zu machen und obwohl ich noch nicht müde (erschöpft) bin ,fühlen sich meine Beine schwer und schmerzhaft an. Auf dem CT schaffe ich gut eine Stunde, allerdings schmerzen nach 30 min meine Füße sehr, so ein ähnliches Gefühl habe ich auch beim Joggen. Falsche Schuhe? Ich hab ein paar Nikes, die 2002 knapp 230€ gekostet haben, ich wurde auf einem Laufband aufgezeichnet und professionell beraten (glaube ich zumindest). Mein Laufstil ist neutral. Was kann ich gegen schmerzende Füße tun? Liegt es an der Belastung durch mein Gewicht? Oder daran, dass ich überhaupt wieder Sport mache und sich meine Füße erstmal daran gewöhnen müssen? Der Schuh ist auch schon sehr alt (zwar nur 1 Jahr sporadisch genutzt), viell mal das Schuhwerk wechseln? Ist der Crosstrainer geeignet Fett zu verbrennen und etwas für die Rumpfmuskulatur zu tun?

In 7 Tagen habe ich knapp 2 Kilo verloren und die Reha tut meinem Rücken sehr gut, auch wenns ne verdammte Quälerei ist :) Ich würde aber gerne mehr tun und wie gesagt, ich bin sehr motiviert.

Danke fürs Lesen und ich freue mich über jede Antwort! Tom

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