Darf man eine Karate Prüfung machen, ohne es zu wissen ?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Das man so, wie Du beschrieben hast Prüfungen ablegen kann, kann auch ich bestätigen. Es ist die Entscheidung des Lehrerers.

Ich selber hasse Prüfungen allgemein, weil ich dabei immer sehr in Prüfungsstreß gerate. Das bedeutet für mich, ich muss meine Sachen immer doppelt so gut können, damit im Streß, wo generell bei mir nur noch die Hälfte klappt, diese auch ausreichend ist. Also eigentlich wären solche "unbewußten" Prüfungen genial für mich, denn nur dann könnte ich mein persönliches Leistungsmaximum zeigen. Ich werde es auch nie verstehen, warum bei Wissensfragen o.ä. Wert auf Zeitnot und Prüfungsdruck gelegt wird, wenn später dieses Wissen nicht unter solch widrigen Bedingungen angewendet werden muss.

Aber gerade in meiner Freizeit, bei meiner Kampfkunst, lege ich Wert auf bewußte schwere Prüfungen. Denn nichts ist mit dem Gefühl vergleichbar, diese Hürde bewußt genommen zu haben. Nur dann kann ich so richtig stolz auf meine Leistung sein, sie trotzdem erbracht zu haben.

Einmal habe ich auch eine Prüfung abgelegt, die ich als viel zu nebenbei und leicht empfand. Deshalb weigerte ich mich auch eine Zeitlang, das entsprechende T-Shirt zu tragen - bis mein Trainer (er war nicht der Prüfer) mich darauf ansprach. Ich war aber ja durchaus in der Lage, eine schwerere Prüfung zu absolvieren und deshalb beschloß ich dann doch das Shirt ohne Diskussion zu tragen. Wichtig war, mein Können entsprach meiner eigenen härteren Vorstellung dieser Prüfung.

Deshalb kann ich den Ärger Deines Freundes durchaus nachvollziehen - wenn er darauf beruht, kein Erfolgserlebnis sehenden Auges einheimsen zu können. Anders als ralphp meine ich schon, dass man seinen Lehrer in einem 4-Augengespräch sachlich kritisieren oder seine Entscheidungen hinterfragen darf. Auch der hochrangigste Lehrer ist nur ein Mensch. Es bedeutet keine Respektlosigkeit, wenn ich höflich und interessiert nach dem Grund seiner Entscheidungen frage und ihm sachlich meine Meinung darlege, damit er darauf reagieren kann. Das ist hundertmal respektvoller, als hinter seinem Rücken zu murren!

Ich frage mich allerdings, warum ihr bei einem A... von Lehrer trainiert. Meine Freizeit würde ich bei niemandem verbringe, den ich nicht respektiere, der sein Fachgebiet nicht beherrscht. Wechselt doch den Verein, wenn ihr so unzufrieden seid. Gut kann man nur von jemandem lernen, den man auf seinem Fachgebiet respektiert und der die Fähigkeit hat, euch sein Wissen und seine Erfahrung in angemessener Atmosphäre näher zu bringen.

Als allererstes: Es steht KEINEM Kampfkunstschüler zu, seinen Lehrer kritisieren und schon gar nicht ihn mit Schimpfnamen zu bedenken. In der Kampfkunst geht es um Respekt, Achtung und Höflichkeit voreinander. Wie bitte kann man von anderen Respekt und Höflichkeit erwarten, wenn man selbst nicht bereit ist, seinem Gegenüber mit Höflichkeit und Respekt zu begegnen?

Aufgrund welcher Kompetenz und Sachkenntnis maßt sich ein Schüler an, die Entscheidung seines Lehrers - der dem Schüler in der Regel viel Jahre Training voraus hat - in Frage zu stellen?

Du solltest Dich frei machen von der Vorstellung, dass alles einen Grund haben muss, der in der Bosheit oder Verschlagenheit des anderen begründet liegt. Freue Dich doch für Deinen Freund! Oder bist Du nur neidisch und gönnst es ihm nicht?

Es ist stets Sache des Prüfers wie, wo und wann er eine Prüfung abnimmt.

Das Prüfungsprogramm gibt den Rahmen vor. Der Schüler muss die in der Prüfungsordnung enthaltenen Techniken entsprechend seiner angestrebten Graduierung beherrschen. Es steht dem Prüfer frei vom Prüfungsprogramm abzuweichen. Er kann weniger und er kann auch mehr verlangen als das Prüfungsprogramm vorgibt. Es ist schließlich kein Gesetz. Und daher stellt sich die Frage nach "legal" überhaupt nicht.

Jedes Prüfungsergebnis muss einzig der Lehrer verantworten. Er ist für das Prüfungsergebnis auch niemandem Rechenschaft schuldig.

In einer Karate-Prüfung geht es auch nicht darum eine bloße Show aufzuführen. Es geht auch um keinen Leistungsvergleich. Und allein deshalb kann es sein, dass ein Schüler die Prüfung nicht besteht obwohl er eindeutig der bessere war und gleichwohl der schlechtere Schüler den nächsten Gürtelgrad zugesprochen bekommt.

Ein solches Ergebnis ist in Deinen Augen natürlich ungerecht, nicht wahr?

Aber in einer Karate-Prüfung (so wie in allen anderen Kampfsportprüfungen auch) geht es nicht um die Abfrage von Wissen. Es geht nicht darum einfach ein bestimmtes Mindest-Niveau zu zeigen und damit gut. Der Prüfer will sehen, dass der Schüler sein Bestes gibt. Wenn der Schüler nicht sein Bestes gegeben hat, so hat er auch die nächste Graduierung - unabhängig von seiner Leistung nicht verdient.

Mein Lehrer ist bei einer höheren Dan-Prüfung bei Okazaki Sensei durchgefallen. Einen Tag nach einem großen Turnier, in dem er alle Trophäen gewann. Alle, die er Tags zuvor besiegt hatte, bestanden die Prüfung, nur er nicht. Er war darüber sehr wütend und beschloss nicht mehr zum Training zu gehen. Nach etwas mehr als einer Woche hielt er es aber nicht mehr aus und ging wieder zum Training.

Okazaki Sensei nahm ihn beiseite und erkundigte sich, warum er nicht zum Training gekommen sei und so beklagte er sich über das Ergebnis der Prüfung. Hierauf entgegnete Okazaki Sensei: "Du warst zweifellos der Beste. Aber es geht nicht darum sich mit anderen zu messen. Es geht immer darum, ob Du Dein Bestes gezeigt hast. Du und ich, wir beide wissen, dass das nicht der Fall war."

Ich habe auch Prüfungen bei Tanaka Sensei erlebt. Er hat beispielsweise Braungurte vom 3. Kyu direkt auf den 1. Dan geprüft. Das war mir unverständlich, ist aber möglich. Einige der Prüflinge erschienen mir persönlich damals als nicht wirklich gut genug und trotzdem erreichten sie ihren angestrebten Grad. Ich habe die Entscheidung Tanaka Sensei's nie in Frage gestellt. Das stünde mir auch gar nicht zu.

Er ist der Lehrer, ich bin der Schüler. Und an dieser Stelle erübrigt sich jede weitere Diskussion. Es war die Entscheidung des Lehrers und der Lehrer ist niemanden - gleich gar nicht seinen Schülern - Rechenschaft schuldig. Er muss die Entscheidung allein für sich verantworten.

Als ich meine Braungurt-Prüfung bestanden hatte, fühlte ich mich nicht wirklich gut. Ich schämte mich sogar, weil ich selbst der Überzeugung war, nicht gut genug gewesen zu sein. Deshalb weigerte ich mich einen neuen Gürtel zu tragen und trug statt dessen weiterhin meinen blauen Gürtel. Irgendwann wurde es meinem Lehrer dann wohl zuviel. Er verlangte von mir beim nächsten Training mit einem neuen Gürtel zu erscheinen, sonst würde er mir persönlich einen besorgen. So trug ich dann beim nächsten Mal den Braungurt. Im Nachgang betrachtet verstehe ich die Reaktion meines Lehrers. Ich habe mit der Weigerung einen Gürtel zu tragen seine Entscheidung zum Prüfungsergebnis und damit in letzter Konsequenz seine Autorität in Frage gestellt.

Dass Prüfungen sozusagen nebenbei während des Trainings stattfinden ist für den Schüler im Übrigen eine schöne Sache. So fällt nämlich der ganze Prüfungsstress weg. Ich persönlich fand das auch einmal gut. Jetzt bin ich anderer Meinung.

In der Prüfung soll der Schüler in einer besonderen Stress-Situation zeigen, ob er auch in Ausnahmesituationen in der Lage ist das Erlernte richtig vorzuführen. Wer in Prüfungssituationen versagt, versagt meist auch im Ernstfall. Deshalb sind Prüfungen so wichtig. Deshalb sollten Prüfungen etwas Besonderes sein.

Aber nochmals: Es ist einzig die Entscheidung des Lehrers.

jop ok wollte es nur wissen. aber glaub mir meinen lehrer darf man so ansprechen... das ist wirklich ein idiot. Insbesondere kann er selbst nicht gut karate wenn du mich frägst. er ist gleich außer puste. kann kein gleichgewicht halten und macht seine techniken nicht sauber. einfach ein möchtegern wenn ihr mich frägt...

0

also ich gehe selber karate ;DD hab den grünen gurt und das darf er nicht der sensei außer er sagt es dir bevor er es macht denn wenn du oder dein freund es nicht weis dann zählt das als keine offizielle Prüfung aber er darf sehen wie er das Programm macht und ihm sagen wie es war Hoffe konnte helfen

Hi
da musst du mal die Prüfungsordnung lesen, ob man das so machen darf. In den unteren Schülergraden, wenn noch kein Zweitprüfer erforderlich ist und der Trainer alleine die Prüfung abnehmen darf geht sowas sicherlich.
Ich gehe mal einfach davon aus, daß ihr sowieso in der nächsten Zeit die Prüfung ablegen wolltet, oder?
Sieh es mal einfach positiv: euer Trainer hat euch dadurch die Chance gegeben, die Prüfung ohne Prüfungsstress abzulegen, denn viele Scheitern in den Prüfungen, weil sie sich halt Stress machen und deswegen versagen, obwohl sie eigentlich das Prüfungsprogramm beherrschen. Wenn ihr das nicht wollt sondern stattdessen lieber eine ordentliche Prüfung haben wollt, dann müsst ihr halt mit eurem Trainer eben darüber reden, dann wird er das für euch sicherlich organisiern.
Ansonsten würde ich mich halt mehr darüber freuen, daß ich jetzt den neuen Gürtel habe. Gruß Daniel

Ja, das darf er!

@ralph: Respekt - ein sehr guter Inhalt.

Oss

Was möchtest Du wissen?