Carbon- oder Aluminium Fahrradrahmen

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Carbon bzw. kohlenfaserverstärkter Kunststoff hat den Vorteil des niedrigeren Gewichts bei gleicher Steifigkeit, somit können leichtere Rahmen gebaut werden.

Durch eine besondere Faserausrichtung, Carbon ist grundsätzlich auf Zug belastbar, können die Rahmen zudem mit niedrigerem Materialeinsatz gebaut werden, das heißt: die Fasermatten werden so gelegt, dass die Belastung abgefangen wird, dort wo sie geringer ist, kann weniger Carbon eingesetzt werden.

Durch geschickte Anwendung können Carbon-Rahmen sogar komfortabler sein, weil sie an bestimmten Stellen leicht federn, aber bei der Steifigkeit hinsichtlich der Übertragung der Trittenergie dennoch hart genug sind.

Außerdem finden manche die Optik von Kohlefaser faszinierend.

Nachteil von Carbon ist hingegen die Empfindlichkeit gegenüber falschen Belastungen. Wie schon oben beschrieben, werden die Fasern so angeordnet, dass sie die typischen Belastungen aufnehmen kann. Bei einem Sturz kann es hingegen zu anderen Belastungen kommen, etwa durch einen Seitenschlag. Dadurch können die Fasern beschädigt werden.

Das Problem bei Carbon ist, dass solche Schäden manchmal unentdeckt bleiben. Anders als bei Aluminium gibt die Schadensstelle nicht allmählich nach, sondern abrupt, so dass es bei der Fahrt zu einem Unfall kommen kann, etwa durch eine gebrochene Carbon-Sattelstütze, die irgendwann zuvor bei einem Sturz unsichtbar beschädigt wurde.

Weiterer Nachteil, wenn auch nicht so gravierend ist, dass man bei falscher Konstruktion, etwa durch übermäßigen Einsatz des Materials, schwerer Rahmen als ihre Pendants aus Aluminium herstellt.

Dass Carbon auch nicht immer leichter als Alu sein muss, sieht man an meinem "Fuhrpark", denn ich habe beide Materialien im Einsatz, unter anderem ein sehr leichtes Alu-Rennrad und eines aus Carbon, beide unter sieben Kilogramm leicht, nämlich 6,7. Hier sieht man, dass nicht nur der Rahmen eine Rolle spielt, sondern auch der Komponentenmix.

Pooky hat die Eigenschaften und den Materialaufbau von Carbon optimal erklärt. Für mich persönlich macht ein MTB mit einem Carbonrahmen, welches im Gelände sehr starken Belastungen ausgesetzt ist, nicht wirklich Sinn. gerade im Gelände ist die Sturzgefahr um einiges größer als auf der Strasse. Darüber hinaus fällt das MTB bei einem Sturz nicht mal einfach um, sondern kann sich mehrmals überschlagen und auf Gegenstände wie Bäume prallen. Gie Gefahr das hier Faserverletzungen auftreten ist schon emens hoch. Ich könnte mich nach einem Sturz mit einem Carbon MTB nicht mehr sicher auf dem Rad bewegen.

Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, habe aber dazu etwas passendes gefunden. Dem folgenden Fazit ging ein Materialvergleich vorraus:

"Einen richtige Sieger in diesem Vergleich gibt es nicht. Je nach Einsatzbereich, Budget und Vorlieben sind beide Rennrad Modell eine gute Wahl. Deshalb werden trotz des unaufhaltsamen Vormarsches von Carbon Alu Rahmen noch lange auf dem Markt bestehen bleiben. Deswegen fassen wir die Vorteile / Nachteile kurz zusammen:

  • Vorteil Carbon: neueste Technik, besondere Rahmenformen möglich (damit mehr Einfluss auf Fahreigenschaften), enorm leichtes Gewicht

  • Nachteil Carbon: teuer in der Herstellung, da Handarbeit mögliche Serienstreuung in der Fertigung, Beschädigungen oft schwer erkennbar, Lack haftet oft schlecht

  • Vorteil Alu: günstiger Rennrad Rahmen, Lacke haften besser, Beschädigungen leicht erkennbar (oft Dellen bei mehrfach konifizierten Rahmenrohren)

  • Nachteil Alu: hohes Gewicht" (http://www.kuerzer.com/5o)

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