Braucht man spezielle Sportunterwäsche?

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3 Antworten

Ergänzend kann man aber hinzufügen,dass es sehr große Funktionsunterschiede bei den verschiedenen Herstellern gibt. Es gibt nur wenige Produzenten,die sich ausschließlich auf Funktionsunterwäsche konzentrieren.Viele verwenden Polypropylene Fasern,entscheidend für den Tragekomfort ist aber auch die Endbehandlung,das heisst die anallergischen und antibakteriellen Eigenschaften die das fertige Produkt dadurch bekommt.Hier hapert es bei vielen Anbietern. Eine gute Funktionsunterwäsche sieht für den Sommer ganz anders als für den Winter,sowohl in Zusammensetzung der Fasern,deren Eigenschaften sowie Aufbau der Shirts, statt "one fits all" sollte man also wenigstens zwei Qualitäten im Schrank hängen haben. Wer einmal mit guter Funktionsunterwäsche trainiert hat,möchte diese nie wieder missen.

Ohne Funktionsunterwäsche hat das System "Funktionsfaser" keinen Sinn. Denn es kann nur dann funktionieren, wenn alle Schichten aus Funktionsfaser bestehen, eine einzige Schicht aus einem anderen Material macht das Prinzip zunutze, da hilft es auch nicht, wenn die anderen (äußeren) Schichten aus Funktionsfasern bestehen.

Bei Funktionstextilien sind die Kleidungsstücke aus Materialien, die den entstehenden Schweiß nicht aufsaugen, sondern in der Lage sind, diesen so schnell es geht, von der Haut weg nach außen zu transportieren, so dass die Feuchtigkeit nicht mehr den Körper auskühlen kann.

Nicht-Funktionstextilien hingegen saugen den Schweiß auf, so dass sie feucht auf der Haut kleben und somit eine auskühlende Wirkung haben. Das ist nicht nur äußerst unangenehm, sondern kann dann schnell zu einer Erkältung führen.

Funktionstextilien sind, wie ich oben bereits beschrieben habe, systematisch in Schichten aufgebaut: Die Unterwäsche nimmt den Schweiß direkt von der Haut auf, gibt die Feuchtigkeit an die nächste Schicht weiter. Diese ist im Sommer meistens auch die äußerste Schicht. In der kühleren Jahreszeit kommt noch eine weitere Wetterschutzschicht, die wind- oder zusätzlich wasserdicht ist. Das ist das bekannte "Zwiebelschalenprinzip".

Das funktioniert aber wie gesagt nur, wenn alle Schichten aus Funktionsmaterial bestehen, eine einzige, etwa aus herkömmlicher Baumwolle, macht das Prinzip zunichte.

pooky 25.12.2008, 13:16

ERGÄNZUNG:

Um Deine Frage abschließend zu beantworten: Ja, moderne Funktionswäsche funktioniert inzwischen so gut, dass sie meiner Ansicht nach eigentlich ein "Muss" für Sporttreibende darstellen.

Natürlich gibt es unterschiedliche Qualitäten und Preisklassen, bessere Modelle haben eine höhere Transportfähigkeit für Schweiß, die so genannte "Atmungsaktivität", so dass die Feuchtigkeit auch schneller von der Haut weg transportiert werden kann.

Mehr zur technischen Funktionsweise habe ich kürzlich hier beantwortet:

http://www.sportlerfrage.net/frage/funktionsbekleidung-wie-funktioniert-das-eigentlich

Darin ist auch ein Link zu der Frage enthalten, wie Atmungsaktivität gemessen werden kann.

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Auch herkömmliche Unterwäsche ist seit vielen Jahren meist aus Kunstfasern(Synthetik),die kann man hervorragend als Sportunterwäsche verwenden-also einfach aufs Etikett schauen!

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