Belege für die Wirksamkeit von Muskelaufbau bei Rückenschmerzen?

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7 Antworten

Mit diesen Beschwerdebild wirst Du mit einem "normalen Hyperthrophietraining" nicht viel erreichen, er wird nicht alles umsetzen können und womöglich mehr Beschwerden haben. Er müßte ein Funktionskrafttraining machen, das man individuell auf seine Versteifungen abstimmt. Zudem sollten die Schmerzmedikamente richtig dosiert sein. Mentaltraining und Funktionstraining helfen mit Sicherheit. Buchtipp; Funktionelles Kraftaufbautraining in der Rehabilitation,Elsevierverlag. Das sind Rehapläne drin, die er mit einem erfahrenen Sportphysiotherapeuten durchgehen und angleichen kann. Vielleicht bringt ihn das zusätzlich weiter. Das würde Dir auch was bringen, da steht auch drin was man nicht tun sollte,die sogenannten Kontraindikationen.

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Kommentar von Onlinecoaching
21.07.2013, 14:01

Auch in der Reha versucht man die atrophierten Muskeln zurück zu holen. Das ist nunmal Dreh- und Angelpunkt!

Leider funktioniert das nicht mit sanftem Kraftausdauertraining. Das funktioniert nur über klassisches Krafttraining.

Bei uns im Rehazentrum sind die sehr vorsichtig, das ist nicht überall so.

Bestimmte Übungen kriegt er auch wunderbar hin, damit kann er anfangen.

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Vielleicht gibt es deshalb keine Informationen weil der Zusammenhang gar nicht besteht? Wenn der Knorpel futsch ist und die Wirbel degenerativ hinüber ist jedes Training eine Qual. Die Frage ist dann nur noch ob sich der alte Herr beim Training oder ohne Training quälen soll und da der Patient in der Regel dann beides hat verzichtet er dann auf das Training, was ich auch nachvollziehen kann.

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Kommentar von Onlinecoaching
21.07.2013, 13:15

Das Problem bei solchen Beschwerden ist, dass sich aufgrund der Schmerzen und Schonhaltung die stabilisierende Muskulatur völlig zurückbildet. Dadurch werden die Strukturen noch mehr gereizt und die schwachen Muskeln verkrampfen noch mehr. Man spricht vom "Schmerzkreislauf", vielleicht hast Du ja schonmal was davon bei Wikipedia gelesen?

Bei LWS - Beschwerden ist grundsätzlich zu beobachten, dass der untere Teil des Rückenstreckers und die Synergisten völligst atrophiert sind. Es gibt sogar Fachleute die behaupten, dass das die Ursache und nicht das Resultat sein.

Wie auch immer das zusammenhängt, kräftige Stützmuskeln verschaffen Linderung, so oder so. Man kann im schmerzfreien Bereich aufbauen oder in den Schmerz reintrainieren, beides hilft nach einiger Zeit.

Die Fitnessstudios verzeichnen hier größere Erfolge als sämtliche Operationsverfahren, Schmerztherapien, oder Rehasport / Wirbelsäulengymnastik.

Ich weiss das aus vielfacher Erfahrung aus meiner Praxis. Und es gibt mehrere Studien, die das belegen. Hier mal ein Auszug als Beispiel:

Bei einer 12-wöchigen Untersuchung an Patienten mit chronischen Rückenschmerzen konnte z.B. durch Krafttraining 3 mal wöchentlich je 11/2 Stunden durchgeführt bei 47% aller Patienten völlige Schmerzfreiheit und bei 93% eine Verbesserung erreicht werden [Manniche 1988]; weit bessere Resultate als bei Vergleichgsgruppen mit konventioneller Krankengymnastik oder mit reinen Bewegungsübungen! Diese Studie sei stellvertretend für viele hundert Untersuchungen genannt; auch längerfristige Studien bestätigen die äußerst günstigen Auswirkungen auf die Beschwerdesituation, vorausgesetzt das Krafttraining wird weiter betrieben.

Es gibt auch Therapeuten, die grundsätzlich hart trainieren lassen, um die kranken Muskeln wiederzuholen. Mit sehr gutem Erfolg. Du kannst Dich auch mal über "Kräftigungstherapie" belesen, wie sie z.B. beim Kiesertraining oder in manchen Arztpraxen angeboten wird.

Ist eine zugelassene Heilmittelverordnung. Nach meiner Erfahrung oftmals das Einzige, was noch übrig bleibt, aber am Meisten hilft!!!

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Hallo Onlinecoaching, wenn dein Vater schon soviel an Therapien durch hat und auch die lange Zeit des Rehasports, die Rückenschule während der Reha.... ist meiner Meinung nach das Problem nicht allein durch Muskelaufbau lösbar.

Mehrere BSV, versteift und deswegen evtl. darüber oder darunter neue Probleme, diverse Degeneration, OP und evtl. Narbengewebe, das neuerlich auf die Nervenwurzeln drückt.... da lindert die Muskulatur die Beschwerden aber nimmt sie oft nicht.

diebandscheibe.de ist ein Forum, wo du dich gut informieren könntest. Ansonsten suche im Netz nach Behandlung/Therapie Bandscheibenvorfall. Überall ist Muskelaufbau und Bewegung (Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen...) genannt. Allerdings ist Muskelaufbau im Kontext BSV (in der ersten Zeit) nicht das, was üblicherweise hier im Forum darunter verstanden wird.

Isometrische Übungen, Beweglichkeit, Dehnen, Koordinative Übungen, Wassergymnastik. Klar geht es auch in der Reha in die Muckibude. Unter Anleitung von Physiotherapeuten und im Ergebnis dann ein paar Geräte, aber auch diverse Übungen auf der Matte, z.B. Unterarmstütz. Und wer Schmerzen hat, macht den auf Unterarm und Knie, wer besser dran ist oder schon effizientere Muskeln der tauscht Knie gegen Fußspitzen.

Aus leidvoller Erfahrung kann ich mir halbwegs vorstellen, was nach einem BSV (nicht) geht. Aber mit 2 oder 3 versteiften Wirbeln??? Ich glaub, da muss man bei etlichen Bewegungen und Übungen nochmals Abstriche machen.

Hier noch zwei Links, wo auch was zur Bewegungs-/Sport-Therapie geschrieben wird:

wehwehweh kreuzschmerzen.org/behandlungsmethoden/wirbelsaeule-und-sport.html wehwehweh praxis-erbel.de/bandscheibenvorfall-koeln.html#therapie

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Kommentar von Onlinecoaching
21.07.2013, 00:48

Ich bin selber Sporttherapeut für Orthopädie und ich weiss wovon ich rede :-p! Gerade Muskelaufbau ist die Lösung und ggfs. Training in den Schmerz hinein....

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Hab hier z.B. was gefunden. Stammt aus einer ärztlichen Veröffentlichung:

Bei einer 12-wöchigen Untersuchung an Patienten mit chronischen Rückenschmerzen konnte z.B. durch Krafttraining 3 mal wöchentlich je 11/2 Stunden durchgeführt bei 47% aller Patienten völlige Schmerzfreiheit und bei 93% eine Verbesserung erreicht werden [Manniche 1988]; weit bessere Resultate als bei Vergleichgsgruppen mit konventioneller Krankengymnastik oder mit reinen Bewegungsübungen! Diese Studie sei stellvertretend für viele hundert Untersuchungen genannt; auch längerfristige Studien bestätigen die äußerst günstigen Auswirkungen auf die Beschwerdesituation, vorausgesetzt das Krafttraining wird weiter betrieben.

Ich empfehle auch mal auf den seiten vom Kieser - Training zu schnuppern oder Kräftigungstherapie zu recherchieren.....

Aus eigener Erfahrung von mir selber und vielen Rehasportteilnehmern / Patienten / Studio - Kunden kann ich das absolut befürworten!

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Hallo,

mein Stiefvater hat auch seit 4 oder 5 Jahren einen Bandscheibenvorfall und hat auch erst mit Sport angefangen, als es ihm von einem Physiotherapeuten empfohlen wurde. Wichtig sind aber die richtigen Übungen und die korrekte Ausführung. Ein gestärkter Rücken kann dem Schmerz entgegenwirken und so kommt man aus dem Kreislauf langsam wieder raus.

Die Gothaer hat einen Gesundheitsratgeber Aktiv gegen Rückenschmerzen geschrieben, in dem der Sport bei Rückenschmerzen empfohlen wird (Seite 27). In Verbindung mit einem Bandscheibenvorfall natürlich immer noch eine andere Angelegenheit. Daher sollte dein Vater zu einem guten Physiotherapeuten gehen, da diese gezielte Übungen für genau solche Fälle kennen.

Gute Besserung an deinen Vater

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Ich habe leider keinen Artikel parat, aber warum fragst du nicht den Arzt seines Vertrauens um Ueberzeugunshilfe? Auf ihn sollte er doch hoeren...

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Kommentar von Onlinecoaching
20.07.2013, 15:01

Erstens hat nicht jeder Arzt die Wirksamkeit von Krafttraining auf dem Schirm und zweitens hört mein alter Herr auf niemanden mehr, weil sämtliche üblichen medizinischen Verfahren keine Wirkung zeigen.

Abgesehen davon ist er stinkfaul und traut sich nicht ins Studio!

Ich hab aber noch was im Netz gefunden, was ihn vielleicht motivieren könnte. ....

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Das haben ihm seine Ärzte sicher schon zig Mal gesagt. Allerdings kenne ich alte Leute die sich mit Händen und Füßen weigern Sport zu treiben - selbst wenn ihr Leben davon abhängen würde. mein Vater ist genau so einer auch...

Da kann man nichts machen. Ab einem gewissen Alter verhalten sie sich wie kleine unverbesserliche Kinder. Da kann man wirklich nichts machen.

Mein Vater weigert sich sogar Wasser zu trinken (trinkt 1 Flasche pro Woche!). War deswegen schon in der Notaufnahme, aber der alte Bock schaltet einfach auf stur und meint die Ärzte hätten keine Ahnung. Er hätte immer schon so wenig getrunken.... :-/....... was sagt man dazu!?

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Kommentar von Onlinecoaching
20.07.2013, 19:05

Nein, die Ärzte haben ihm zu Bewegung geraten und Rehasport verschrieben. In der Regha selber hat er die klassischen Physiobehandlungen bekommen und Kräftigung im schmerzfreien Bereich durchgeführt.

Und das alles nach einer OP, die ebenfalls nichts gebracht hat!

Das Einzige, was ihm noch keiner (ausser mir) verordnet hat, das ist gezieltes Hypertrophietraining. Es gibt ohnehin nichts Wirksameres und Wichtigeres, aber genau das willer jetzt nicht mehr.

"Kleines Kind" stimmt schon, aber er hat auch seinen Glauben an die Medizin verloren. Wer wills ihm verdenken, bei den katastrophalen Ergebnissen, die die Typen die letzten Jahren bzgl. Rückenbeschwerden abliefern?!

80.000 Euro pro Eingriff und es bringt nicht mal ansatzweise soviel wie 2 x 30 Minuten Krafttraining pro Woche..... Abartig.

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