Azyklische Schnelligkeit

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1 Antwort

Begriffe wie „azyklisch“ lassen sich nur vernünftig definieren mit Hilfe des Hinweises auf das zugehörige Antonym „zyklisch“. Das gleiche gilt für den Begriff „azyklische Schnelligkeit“ mit dem Antonym „zyklische Schnelligkeit“.
„Zyklisch“ bedeutet „kreisförmig“ und im übertragenen Sinn „periodisch“, „regelmäßig wiederkehrend“. Im Zusammenhang mit der Sportmotorik sind „zyklische Aktionen“ sinngemäß sich periodisch wiederholende Aktionen (Gehen, Laufen, Kraulschwimmen, Rudern….). Da sich der Begriff „Schnelligkeit“ einer physikalischen Definition entzieht, könnte „zyklische Schnelligkeit“ motorischer Aktionen auf die Zeitspanne abzielen, in der ein Einzelzyklus abläuft. Somit könnte „zyklische Schnelligkeit“ sich auf die Frequenz der motorischen Aktionen beziehen. Verknüpft man die Zeitspanne einer Einzelaktion mit der Weiträumigkeit dieser Aktion wird daraus der physikalische Begriff der Geschwindigkeit. Somit könnte „zyklische Schnelligkeit“ sich
a) auf die Bewegungsfrequenz beziehen, Beispiel: Schrittfrequenz beim Sprint, oder
b) auf die durch zyklische Aktionen erzeugte Körpergeschwindigkeit: z.B. Sprintgeschwindigkeit.

Dementsprechend bedeutet „azyklisch“ sinngemäß „aperiodisch“, nicht wiederkehrend, singulär. In der Sportmotorik sind „azyklische Aktionen“ motorische Einzelaktionen, denen man generell eine Dreigliedrigkeit beimisst (Auftakt, Akzent und Abtakt). Azyklische motorische Aktionen sind somit ein Wurf, ein Sprung, ein Schlag….. Da bei azyklischen Aktionen die Bestimmungsgröße „Frequenz“ wegfällt, bleibt zur Charakterisierung azyklischer Aktionen nur die Weiträumigkeit der Einzelaktion, verknüpft mit der Zeitspanne, in der diese Einzelaktion ausgeführt wird. Und das ergibt „Geschwindigkeit“.
Da bei Einzelaktionen in der Regel der Beschleunigungsweg begrenzt ist, kommt dem Beschleunigungsverlauf eine Bedeutung zu, um entweder die Beschleunigungsstrecke in möglichst kurzer Zeit zu durchlaufen (= Explosivität) oder am Ende der Beschleunigungsstrecke eine möglichst große Endgeschwindigkeit zu erreichen. Zusätzlich sind von Bedeutung:
- biologische Faktoren: Rekrutierung und Frequenzierung durch das ZNS, Kontraktionszeit und Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskelfasern…..,
- biomechanische Faktoren: Kraft/Last-Verhältnis, zeitliche und räumliche Abstimmung von gleichzeitig ablaufenden Einzelaktionen, Abstimmung von Bremskraftstoß und Beschleunigungskraftstoß bei Counter-Movement-Aktionen……

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