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Vorderes Kreuzband erhalten: Neue OP-Methode

Tipp von Sternum Sternum

Hallo zusammen,

ich stelle mich hiermit als neues Mitglied vor, hallo!

Ich möchte mit diesem Tipp auf eine neues Operationsverfahren bei Zustand nach vorderer Kreuzbandruptur und Innenmeniskusanriss aufmerksam machen. Es handelt sich um die sogenannte "Dynamische intraligamentäre Stabilisierung", kurz DIS, die mit dem Implantat Ligamys durchgeführt wird und dem eigenen Kreuzband mechanisch die Möglichkeit gibt, wieder zu heilen. Sie wurde in der Schweiz entwickelt und hat im Jahre 2011 den Innovationspreis der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft erhalten. In der Schweiz sind bereits über 150 Patienten erfolgreich mit der DIS behandelt worden.

Ich habe mich sebst kürzlich einer DIS unterzogen und mein Ziel ist es Betroffenen Informationen und Hilfe zu geben. Ich übernehme dabei selbstverständlich keinerlei Gewähr für den Erfolg der Methode. Garantiert erhalte ich kein Geld dafür, dass ich die DIS an dieser Stelle oder in sonstigen Internet-Foren vorstelle.

Diese Methode ist im Internet noch kaum präsent und ich habe sehr viel recherchieren müssen, um die DIS zu finden und Informationen zu dieser. Ich wollte aus verschiedenen Gründen keine Kreuzbandplastik mit eigenem Sehnenmaterial (Semitendinosus- oder Patellarsehne) haben. Operiert werden musste mein Knie aber, weil es ziemlich instabil gewesen ist und ich unbedingt weiterhin Sport machen will. Gebt bei Interesse einfach die Schlüsselbegriffe in Eure Suchmaschine ein und informiert Euch. Sehr hilfreich ist dazu auch die Ligamys-Website.

Wichtig ist, dass die Methode nur bis 3 Wochen nach der Kreuzbandruptur angewendet werden kann!!! Ansonsten ist die Chance, dass das Kreuzband erfolgreich gut zusammen wächst geringer. Im Einzelfall sollte das aber immer der Operateur entscheiden, denn es könnte evtl. auch auch ein wenig später noch sinnvoll sein. Das bedeutet aber tendenziell "einige Tage später" nicht "einige Wochen später".

Mitte Februar 2013 bin ich also mit dieser Methode am Uniklinikum Münster (UKM) operiert worden. Mein Knie war bis dato abgeschwollen und reizlos. Die chirurgische Klinik des UKM ist derzeit das einzige deutsche Studienzentrum zur DIS mit Ligamys. Kann sein, dass auch andere Praxen und Kliniken in Deutschland mit der Methode arbeiten, sie sind mir aber nicht bekannt. Zur OP bin ich über 500 km aus Süddeutschland angereist.

Momentan kann ich natürlich noch keine Erfahrungen bereit stellen, ob mein eigenes Kreuzband tatsächlich angewachsen ist bzw. anwächst, dazu ist es noch zu früh. Was ich aber sagen kann, dass ich mich in Münster wirklich bestens betreut gefühlt habe und mein Knie derzeit am 17. postoperativen Tag in einem super Zustand ist. Wenig Schwellung am Knie, weitgehend schöne Narben, Knöchel bereits wieder schlank. Aber sowas ist ja bei jedem Menschen anders.

Ich halte mich auch strikt an das Reha-Schema, das zur Methode gehört. Dieses Schema ist mit Meniskusnaht fast genauso wie bei herkömmlichen VKB-OP-Verfahren, d.h. Mecronschiene für 5 Tage, danach Donjoy bis 6 Wochen postoperativ. Das heißt konkreter, die ersten 3 Wochen Flexion bis 60° erlaubt, weitere 3 Wochen bis 90°. Bei isolierter VKB-Ruptur darf man aber wesentlich früher mehr machen und muss auch nach 6 Tagen keine Knieorthese mehr tragen.

Ich werde hier in Abständen von etwa 4 Wochen von meinen weiteren Erfahrungen berichten und wünsche bis dahin eine gute Zeit.

Ganz herzliche Grüße an alle Kreuzbandgeplagten, Kopf hoch!

Eure Sternum

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Tipp-Ergänzungen (31)

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    Tipp-Ergänzung Privattrainer Privattrainer

    Danke für den Tipp!

    P.S. Ich komme aus Münster, das UKM geniesst hier teilweise sehr schlechten Ruf. Nur so als Rand - Info.....

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    Tipp-Ergänzung Sternum Sternum

    Hallo Privattrainer,

    zum UKM: Das mag für einige Kliniken des Klinikums gelten, aber sicher NICHT für die chirurgische Klinik! Dahin kommen die Leute auch von weiter her, um sich operieren zu lassen.

    Grüße Sternum

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    Tipp-Ergänzung tschilke tschilke

    Hallo, kann ich bestätigen. Bin 260km gereist nach Münster. Jetzt, 9.Woche nach OP mit Meniskusnaht, ist das Knie sehr dünn, mein Physiotherapeut ist begeistert. Kleine Radtour16km am Wochenende. Da ich gute Infos aus dem Knie zu seiner Lage erhalte, hoffe ich, dass die Selbstheilung desVKB geklappt hat. Freue mich über Infos von anderen, die sich zu dieser neuen Methode entschlossen haben.

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    Tipp-Ergänzung Sternum Sternum

    Hallo,

    möchte heute mal ein Update nach 3,5 Monaten geben:

    Also das Knie und sein Heilungsverlauf haben sich gut bis sehr gut entwickelt. Das Lageempfinden ist sehr gut, die Beweglichkeit dank Rehamaßnahme ist momentan etwa bei 0° Streckung und bei 135-140° Beugung. Schmerzen habe ich selten und dann nicht stark oder anhaltend. Das Knien auf hartem Boden geht noch sehr eingeschränkt, auf gepolsterten Flächen ganz gut. Mit dem Treppensteigen bin ich noch nicht so zufrieden, aber das wird auch langsam besser. Wenn ich schwere Sachen tragen muss, nehme ich lieber nur eine Stufe, sowohl nach unten als auch nach oben.

    Nicht zufrieden war ich damit, dass ich Probleme mit dem Endobutton (das ist die Halteöse für das Polyethylenband) im Oberschenkelknochen hatte. Und zwar deshalb, weil das erste Band während der OP gerissen ist und man ein Zweites ziehen musste. Darum bekam ich zwei Titanösen verpasst. Das geht wohl nicht anders in diesem Fall. Die oben liegende Öse steht ziemlich weit vom Knochen weg und hinein ins Weichteilgewebe. Das hat beim Aufbautraining der Muskulatur und beim Abtrainieren der Gehstützen teilweise heftige Schmerzen verursacht. Außerdem ist die Öse durch die Haut bei bestimmten Bewegungen sichtbar, tastbar sowieso. So etwas sollte also bei der OP nicht passieren!

    Was aber das Gelenk selbst anbelangt, kann ich diese Methode uneingeschränkt empfehlen. Manchmal vergesse ich sogar, dass ich vor kurzem einen VKB-Riss hatte.

    Schöne Grüße Sternum

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    Tipp-Ergänzung Tomtom3108 Tomtom3108

    Hallo, Ich bin Anfang April in Münster operiert worden. Leider hab ich seit der OP unglaubliche Schmerzen, die vorwiegend im Ruhezustand in den Unterschenkel ziehen. Leider kann mir diesbezüglich keiner weiterhelfen. Die Beweglichkeit und Stabilität ist dafür umso besser. Was mich interessieren würde, ob auch andere bei jeder Bewegung des Knies das Band springen fühlen? Das ist ein ganz unangenehmes Gefühl. Gruß von der Humpelfront

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    Tipp-Ergänzung Jan28 Jan28

    Hallo, ich möchte hier mal kurz meine Erfahrungen mitteilen mit Ligamys.

    Nachdem mein vorderes Kreuzband beim Fußballspiel gerissen war, wurde ich Mitte April im UKM Münster operiert. Diese OP-Technik hört sich ja vielversprechend an.

    Das Knie entwickelte sich so, dass sich ein Streck und Beugedefizit bildete. Anfangs hatte ich über 30 Grad in der Streckung und knapp 90 in der Beugung. Ich hatte unglaublich starke Schmerzen und konnte KG und Übungen Zuhause nur mit starken Schmerzmitteln durchführen. Die Ärzte meinten zu mir, dass das eingesetze Band im Knie noch zu straff sei und dies sich nach einiger Zeit lockern würde.

    Mit der Zeit konnte ich die Streckung auf knapp 15-20 Grad reduzieren. Nach der KG kam ich teils auf 5-7 Grad, was aber kurze Zeit wieder verflogen war. Nach rund 15 Wochen hat man dann aber nicht mehr abgewartet, weil es einfach nicht mehr ging. Nun wurde ich Anfang August wieder operiert. Die Ärzte wussten nicht genau, woran es liegt. Wahrscheinlich an dem Ligamys-Technik selbst. Als sie mein Knie operierten, stellte sie fest, dass das komplette Implantat fehlerhaft eingesetzt war. Die bauten dann den Zylinder am Schienbaun aus. Die letzten knapp 4 Monate hatte ich sozuzsagen, nur gegen das Implantat angekämpft. Das Knie hätte sowieso nicht richtig durchbewegt können.

    Mittlweile bin ich in der 5. Woche. Die Streckung bekomme ich mit Gewalt auf 0 Grad und die Beugung liegt bei ca. 100. Es ist eine Erleichterung, wenigstens wieder einigermaßen vernünftig gehen zu können. Aber insgesamt, kann ich mich damit nicht sehr anfreunden.

    Die Therapeuten im UKM sagten zu mir, dass ich erst Fußball nicht mehr anfangen sollte. Wenn das Band wieder reisst, wäre alles ziemlich stark zerstört.

    Negative Ergebnisse müssen auch mitgeteilt werden.

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    Tipp-Ergänzung Hawah Hawah

    hallo zusammen bin am 17.po tag nach ligamys ohne meniscusläsion. hat jemand ideen zu konkreten übungen? erst in einer woche kann ich wieder zu einem physiotherapeuten, der die methode kennt. meine beweglichkeit ist seit gestern passiv 90 - 0 - 0 und aktiv etwas weniger. danke, liebe grüsse Hawa

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    Tipp-Ergänzung MSSunshine MSSunshine

    Hallo Hawa, was für eine tolle Flexion nach so kurzer Zeit! Ich hoffe, dass meine Antwort nicht zu spät für dich ist. Ich habe am 16.Tag PostOP im Fitnessstudio mit dem Ergometertraining auf dem Liegefahrrad und der Beinpresse begonnen (10 kg). Zu Hause hatte ich eine Bewegungsschiene der Firma CamoPed, mit der ich tgl. 2x 30 Min trainiert habe. Diese wurde mir vom Krankenhaus leihweise für 6 Wochen organisiert. Frag dich deinen Operateur, ob du so ein Trainingsgerät bekommen kannst. Desweiteren habe ich das operierte Bein mit dem Skateboard hin-und herbewegt und Bodenübungen für die Propriozeption sowie eine Art Kniebeugen gemacht. Viel Spaß beim Muskelaufbau - mit dieser OP-Methode geht's recht schnell voran :-). Dennoch: bitte nicht übertreiben. Wenn du weitere Fragen hast, melde dich einfach. Gruß von Little Miss Sunshine

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    Tipp-Ergänzung Schorsch42 Schorsch42

    Hallo ihr! Wäre sehr dankbar für ein Update bzgl. Eurer Zufriedenheit mit dem neuen/alten VKB. Ich muss mich sehr Kurzfristig für oder gegen ligamys entscheiden.

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    Tipp-Ergänzung MSSunshine MSSunshine

    Hallo Schorsch42, meine OP ist gut 9 Monate her. Hier eine kurze Zusammenfassung: OP ist komplikationslos gelaufen (in Münster), das Implantat sitzt gut. Nach 2 Wochen konnte ich mit leichten Training im Fitnessstudio beginnen, nach drei Wochen war ich wieder arbeitsfähig und alltagstauglich. In meinem Fall hieß es, Haushaltsführung, Arbeiten und Versorgung von Kids sowie Sport treiben. Gartenarbeit und Treppensteigen (mit Wäschekörben) war nach 3,5 Wochen auch schon möglich. Erstes leichtes Laufbandtraining ging nach 5,5 Wochen. 10 km Wandern (über den Nachmittag verteilt) war nach gut sechs Wochen möglich. Allerdings brauchte das Bein danach eine Hochlagerung ;-). Inliner fahren ging nach ca . 10 Wochen (20 km Tour). Stabilität und ein richtig gutes Gleichgewichtsgwichtsgefühl waren bei mir sehr sehr schnell vorhanden. Geführte Bewegungen beim Sport konnte ich wirklich kurz nach der OP problemlos ausüben (Radeln, Laufband, Crosstrainer, Beinpresse, Abduktoren, Adduktoren etc.). Da ich sehr aktiv bin, kam mir dieses OP-Verfahren dsbzgl. sehr entgegen. Weil leider nicht alles Gold ist was glänzt, gab es auch Schattenseiten: Ich hatte ab der 7. Woche nach der OP Schmerzen von der Kniekehle ausgehend, die z.T. noch vorhanden sind. In einigen Situationen, zB nach längerem Sitzen oder Autofahrten, führen sie dann zum Wegknicken "von der Kniekehle aus" ( weil noch irgendetwas gefühlt gereizt ist??? Das ist noch bei meinem Orthopäden in Beobachtung/ Behandlung) und noch immer spüre ich bei sportlicher Belastung ein Ziehen im Verlauf des Kreuzbandes. Knochenschmezen in Bereich des Unterschenkels (wo sie Feder sitzt) haben mich ca 7-8 Monate begleitet-die sind nun verschwunden. Mit den noch vorhandenen restlichen Beschwerden kann ich aber gut leben und ich merke auch, dass es tgl besser wird und hoffe doch, dass das Kreuzband ordentlich zusammen gewachsen ist! Obwohl ich noch nicht komplett beschwerfrei bin, würde ich die OP jederzeit erneut machen lassen. Also kann ich Sie dir empfehlen. Der Vorteil liegt eindeutig darin, dass keine zusätzliche Sehne entfernt wurde, dass (bei mir) die Propriozeption und Stabilität ruckzuck wieder da waren. Die schnelle Reha war für mich ein richtiger "Segen". Wie die Langzeitergebnisse sind, wird sich dann zeigen. Lass dich aber bitte nicht von dem Ligamys-Prospekt blenden: demnach hat man sein altes Knie in 6-10 Wochen zurück. Mein weiter behandelnder Arzt und auch mein Trainer haben mich sportlich zurück gehalten und im Nachhinein bin ich dankbar dafür. Mittlerweile "rudert" die UKM zurück, was den Zeitpunkt der kompletten sportlichen Freigabe angeht. Eine Knie-Op ist und bleibt ein Eingriff ins Gelenk. Ein neues OP-Verfahren kann den Verlauf der Knochen-und Gewebeheilung auch nicht schneller machen. Grüße, gute Besserung und eine gute Entscheidungsfindung wünsche ich dir. Ich fänds schön, wenn du berichtest, wie es bei dir weiter geht. Wo lässt du dich operieren?

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    Tipp-Ergänzung Schorsch42 Schorsch42

    Vielen Dank für Deinen super ausführlichen Bericht. Ich hätte natürlich gerne auch mein "echtes" Kreuzband wieder, aber bei mir ist der Riss schon fast 3 Wochen her, und habe erst heute von Ligamys erfahren. Bin daher noch nicht sicher, was ich mache.

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    Tipp-Ergänzung MSSunshine MSSunshine

    Du kannst dich ja für die Ligamys-OP anmelden. Wenn die Kreuzbandstümpfe sich nicht mehr zusammen nähen lassen, dann wird sowieso eine normale Kreuzbandplastik gemacht. Aber das sieht der Chirurg erst, wenn er die Arthtoskopie macht und du selig in der Narkose schlummerst....du musst es vor der OP vermutlich auch unterschreiben, dass eine Kreuzbandplastik eingesetzt wird, für den Fall, dass eine Ligamys-OP nicht durchgegührt werden kann. Von daher hast du nichts zu verlieren. Sofern du in der UKM operiert wirst, kannst du davon ausgehen, dass die für dein Knie beste OP-Methode durchgeführt wird. In beiden Fällen bist du dort in guten Händen. Für andere Krankenhäuser kann ich nicht sprechen. Übrigens wurde mir keine Drainage ins Knie gelegt....! Gute OP -freu mich zu erfahren, wie du dich letztendlich entschieden hast. Schönen Abend dir, herzliche Grüße LMSunshine

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    Tipp-Ergänzung MSSunshine MSSunshine

    PS: sofern du dich morgen in einer Klinik mit dieser OP meldest (auf der Klinikhomepage sind idR die Ansprechpartner aufgeführt) wirst du sicherlich ganz kurzfristig einen Termin bekommen. Du würdest dann wahrscheinlich auch als "Notfall" laufen. Du benötigst idR eine Überweisung vom Orthopäden.

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    Tipp-Ergänzung Schorsch42 Schorsch42

    Mit der Klinik hatte ich bereits gesprochen. Sieht aber terminlich nicht gut aus. Da bin ich leider zu Spät dran. Daher werde ich wohl eine VKB-Plastik erhalten müssen. Dir und allen VKB-Patienten weiterhin alles Gute !

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    Tipp-Ergänzung Madxzen Madxzen

    aus aktuellem Anlass habe ich hierzu auch einige Fragen und hoffe, dass ihr das noch zeitgerecht seht; wenn das VKB verheilt ist, wird dann die Last des Körpers komplett davon getragen? Oder ist man für immer vom Ligamys-Implantat abhängig? Wenn das VKB die Last tragen kann, wie wird dann die Spannung vom Implantat gelöst? Durch Entfernen? Durch Anpassen der Schraube? Und was kann man im positiven Falle alles entfernen? Nur die Schraube, oder auch den Faden und den Endobutton?

    Vielen Dank für eure Hilfe!

    Euer Stefan

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    Tipp-Ergänzung MSSunshine MSSunshine

    Hallo Stefan, hier die Theorie: das genähte Kreuzband soll alle Bewegungsabläufe - wie ein gesundes auch - meistern. Aber ich denke, dass es für aktive Sportler wichtig ist, nun immer eine gut trainierte Beinmuskulatur zu haben, die dann auch einiges abfängt. Bei einemTeilabriss im VKB sowie bei einem Bänderriss im Sprunggelenk, was mittlerweile seit nun seit vielen Jahren (Jahrzenten) nicht mehr operiertwird (das Sprunggelenk meine ich), funktioniert das ja auch. Ganz klar ist für mich aber, das ein genähtes oder mit Narben überbrücktes Band nicht so intakt wie ein gesundes ist. Aber der Körper kann auch vieles ausgleichen. Eine VKB-Plastik hat auch ihre "Macken"....Die Federwirkung des Implantats lässt irgendwann nach (wann? Weiß ich nicht), so dass das Implantat dazu gedacht ist, im Bein zu verbleiben. Lt Prospekt der Fa. Mathys kann man es jedoch nach einem Jahr entfernen. Ob das Implantat in einzelnen Teilen oder nur komplett entfernen kann, das muss dir der Chirurg sagen können. Mein weiter behandelnder Orthopäde rät von einer Entfernung ab (wenn es keine Probleme gibt), da die Feder nach einem Jahr mit dem Knochen verwachsen ist. Ein "Rausrupfen" kann evtl Probleme machen. Lt Chirurg ist die Entfernung kein Problem. So weit die Theorie. In der Praxis fehlen eben noch die Langzeitstudien. Leider findet man im Internet wenig bis gar nichts über bisherige Studienergebnisse und die Chirurgen werden sicherlich -wenn überhaupt - nur positives berichten. Von daher wäre es einfach toll, wenn sich auch andere "Ligamys-Patienten" mit ihren Erfahrungen (was ist gut? Was nicht? Wurden schon Implantatentfernung vorgenommen? Hat das ggf geklappt?...) zu Wort melden würden. Hier hab ich dann nämlich selber eine Frage? Ich überlege das Implantat nach einem Jahr entfernen zu lassen? Wer hat schon Erfahrungen damit gemacht? Ich bin an dieser Stelle über einen Erfahrungsbericht sehr dankbar! Wie ist es euch operierten ergangen?? An Stefan: ich hoffe, dass ich deine Fragen beantworten habe. Gruß, einen schönen Sonntag und gute Besserung, MMS

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    Tipp-Ergänzung Sternum Sternum

    Hallo Schorsch42 und Madxzen und alle anderen Interessierten!

    Vermutlich kommt meine Antwort nicht mehr rechtzeitig...aber vielleicht doch noch. Ich war diejenige, die diesen Tipp eingestellt hatte und möchte meine Erfahrungen aus der Zwischenzeit berichten.

    Inzwischen liegt meine DIS mit Ligamys 11 Monate zurück. Ich habe es letztlich nie bereut, diesen Schritt gewagt zu haben. Abgesehen von den Problemen mit dem Endobutton, der das Polyethylenband am Oberschenkelknochen festhält. hatte ich nie Probleme. Die Schmerzen am Endobutton (= Titanöse) waren verursacht worden von Reizstrom, der dazu führte, dass Metallionen im Muskelgewebe schmerzhafte Reizungen hervorgerufen haben. Die Reizstromtherapie war Bestandteil der Reha-Behandlung. Ich hatte darauf bestanden, diese Behandlung abzubrechen, nach einigen Tagen verschwand dann die Reizung im Muskelgewebe und ist seitdem nie wieder aufgetaucht. Die Leute im Reha-Zentrum hatten allerdings verneint, dass der Strom die Ursache sein könnte. Nun ja...

    Die Beweglichkeit des Kniegelenkes und auch die Stabilität waren nach der Entlastungsphase immer sehr gut. Das Ligamys-Band, also das Polyethylenband lockert sich mit der Zeit (sagte mein Operateur vom UKM in Münster). Deshalb übernimmt zunehmend das genähte Kreuzband wieder die Aufgabe der Stabisilierung. Ich weiß aber selbst nicht, ob die Stabilität in meinem Gelenk im Moment von dem Polyethylenband oder meinem Kreuzband kommt. Meine Streckung ist 0°, die Beugung inzwischen so wie beim gesunden Bein (etwa 135°).

    Wenn ich heute lange am Schreibtisch sitze, wird das operierte Knie schneller steif als das gesunde Knie. Man weiss ja, dass auch gesunde Gelenke vorübergend versteifen, wenn sie nicht bewegt werden. Das bedeutet für mich konkret, dass ich nach etwa 4 Stunden am Schreibtisch, meine ersten paar Schritte leicht humple. Auch wenn ich mit Schuhen, die einen leichten Absatz haben (bin ja eine Frau) länger gehe, tut das Kniegelenk leicht weh. Mit guten Wanderschuhen mache ich heute wieder längere Wanderungen (8-14 km) und das völlig ohne Probleme. Ich kann am steilen Hang rauf und runter gehen, bewege mich aber immer umsichtig und gehe keine Risiken ein (Große Sprünge oder unkontrollierbare Bewegungen).

    Mein Meniskus tat weh, wenn ich extrem viel Treppen gestiegen bin (das war etwa 8 Monate post OP). Alle Knieschmerzen (die waren immer nur leicht ausgeprägt) konnte ich stoppen, wenn ich verstärkt an der Streckung gearbeitet habe. Dazu habe ich ein Teraband, spanne meinen Fuß in das Band und ziehe sachte mit den Händen beide losen Enden zu mir. Dabei arbeite ich an meiner Streckung, überstrecke auch leicht. Aber vorsichtig sein, das erst machen, wenn Ihr komplett ohne Krücken gehen könnt und/oder Ärzte und Physios es Euch erlauben. Ich dehne auch die Muskulatur des Oberschenkels - mit dem gesunden Bein mache ich das genauso. Gut gedehnte Muskulatur hat immer zur Folge, dass Schmerzen am Knie schnell verschwinden.

    Insgesamt, das ist bekannt und wurde hier auch schon geschrieben ist eine starke Muskulatur im Kniebereich das wichtigste. Innen und außen! Aber nie überfordern. Ich habe mich immer strikt an meinen Reha-Plan gehalten, den ich nach der OP bekommen habe. Außer Radfahren im Outdoor-Bereich ;-) das habe ich etwa drei Wochen früher gemacht, als ich gedurft hätte. Aber ich hatte fleißig am Ergometer trainiert und wollte einfach aufs normale Fahrrad. War aber auch hier sehr vorsichtig und habe eine Begleitperson nebenher gehen lassen, die mich bei Bedarf in der Balance unterstützt hätte. War aber nicht nötig gewesen.

    Das Implantat- und Metallgedöns (Öse, Zylinder im Unterschenkel, Band) werde ich voraussichtlich nicht entfernen lassen, weil ich nichts mehr davon spüre. Zudem müsste die Stelle, wo der Zylinder sitzt mit Knochenmaterial aus meinem Beckenkamm gefüllt werden und das ist mir zu aufwendig. Und die Teile sind ja eher kleinteilig und machen wie gesagt keine Probleme bei mir.

    Für Jan28 tut es mir wahnsinnig leid, dass die erste OP kein besseres Ergebnis erbracht hat!! Bei meiner OP ist ja leider beim ersten "Durchfädeln" das Polyethylenband wegen eines Materialfehlers gerissen und deshalb habe ich zwei Ösen am Oberschenkelknochen. Das sollte sowohl dem Hersteller nicht passieren als auch den Operateuren nicht. Keine Ahnung, wie gut die Stabilität vor der OP getestet werden kann...die Materialien müssen schließlich steril bleiben.

    Ja, falls noch weitere konkrete Fragen auftauchen, beantworte ich sie gerne.

    Schöne Grüße

    Eure Sternum

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    Tipp-Ergänzung Navajo Navajo

    Hallo zusammen Habe am 24.1.2014 Termin zur OP in Zürich für das Ligamys- Selbstheilung verfahren. Wie mir die Klinik mitteilt operieren sie seit 3 Jahren mit dem Verfahren haben bis jetzt 60 Patienten so behandelt. Habe leider sehr wenig bis jetzt darüber gefunden wie die Erfahrungen sind ....... Bin froh endlich einen Beitrag von euch darüber zu lesen.Habe einfach bedenken was ist in den späteren Jahren logisch gibt es noch keine Erfahrung darüber wie der Arzt mir mitteilte wird erst seit 3 Jahren so operiert oder wisst Ihr vielleicht mehr ? Was haltet Ihr von der konservativ Methode ? Herzliche Grüße Melanie

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    Tipp-Ergänzung MSSunshine MSSunshine

    Hallo Melanie, mehr als das bisher Berichtete habe ich auch nicht erfahren. Wie die Langzeiterfahrung ist, wird sich zeigen. Eine klassische Plastik kann man jederzeit einsetzen lassen, falls keine Stabilität da ist. Aber wenn das Originalband heraus genommen wurde, kann man es nicht ersetzen. Daher ist diese OP-Methode einen Versuch sehr wert...Konservative Behandlung? 2011 hatte ich einen Riss im VKB des anderen Knies mit Innenbandriss. Da ich noch ein Stabilitätsgefühl hatte, habe ich es nicht operieren lassen und habe alles richtig gemacht. Von daher wurde ich von der Selbstheilungs des VKB überzeugt. Hatte drei Monate Tag und Nacht eine Orhhese und danach war alles in Ordnung. Bei diesem Knie war die Stabilität absolut nicht gegeben und deshalb habe ich es operieren lassen. Ich wünsche dir eine gute und erfolgreiche OP. Wenn du im Anschluss Fragen zur Genesung oder zur Reha hast, melde dich einfach. Alles Gute MSSunshine

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    Tipp-Ergänzung Bibaba Bibaba

    Hallo zusammen,

    Auch mein Kreuzband wurde vor knapp 6 Monaten mit dieser Ligamys Methode operiert und ich fand damals kaum Informationen darüber (ausser die Informationen aus diesem Forum...). Deshalb möchte ich nun auch meine Erfahrungen weiter geben.

    Neben dem Kreuzband hatte ich eine Meniskusnaht und durfte die ersten sechs Wochen nicht mehr als 90° beugen. Ich hatte Angst, dass ich das Knie plötzlich zuviel beuge. Doch dies war gar nie möglich. Nach den sechs Wochen erreichte ich gerade eine Beugung von 90° und auch danach ging es mit der Beugung nur langsam vorwärts, obwohl ich sehr viel trainierte. Etwa nach sechs Wochen konnte ich mit dem Ergometertraining starten, nach ca. 10 Wochen war ich zum ersten Mal auf dem Laufband und nach zweieinhalb Monate joggte ich draussen. Das Problem beim Laufen und gehen war aber immer noch die Streckung. Diese bereitete mir noch mehr Mühe als die Beugung. Nach drei Monaten war eine Streckung immer noch nicht möglich, so schlug mir der Operateur vor, die Schraube (Implantat) zu entfernen, damit die Beweglichkeit schneller zurück kommt. Diese wurde dann nach ca. 3.5 Monaten entfernt. Dabei wurde gerade auch festgestellt, dass das Kreuzband erfolgreich zusammengewachsen ist :-). Nach der zweiten Operation ging es viel schneller vorwärts. Meine Angst, dass sich das Knie danach instabil anfühlt, trat nicht ein. Eine Woche danach machte ich die erste ca. dreistündige Wanderung im Schnee und drei Wochen nach der zweiten OP (nach ca. 4.5 Monaten) ging ich zum ersten Mal Ski fahren :-). Auch längere Joggingrunden (15km) sind problemlos und ohne Schmerzen möglich. Einzig die Sprungkraft und das Stop-and-Go bereiten mir noch Mühe.

    Trotz einer zweiten Operation und den anfänglichen Schwierigkeiten mit der Bewegung sind meine Erfahrungen sehr positiv und würde mich wieder für diese Operation entscheiden. Ich hoffe, dass nun auch die Langzeitergebnisse erfolgreich sein werden und bin auch gespannt auf eure Erfahrungen!

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    Tipp-Ergänzung romyna romyna

    Hallo Zusammen, ich war sehr happy hier einiges über die neue Ligamys Methode zu erfahren, da ich mir vor 3 Wochen Kreuz - und Innenband bei der letzten Abfahrt :-( gerissen habe... ich war am Anfang auch etwas skeptisch, aber heute eine Woche nach meiner Ligamys OP bin ich mehr als zufrieden. Ich habe mich im Spital Einsiedeln (Schweiz) operieren lassen. Ich habe mich für die Spinalanästhesie entschieden, da der Eingriff wirklich nur 45 min., dauert und man viel schneller wieder regeneriert, auch wenn es ein doch etwas mulmiges Gefühl ist, das man die Beine so ca. 6 Stunden nicht spürt... wach war ich noch im OP und ich konnte abends bereits mit Krücken aufstehen, allerdings ohne das operierte Bein zu belasten ... ich habe hier gelesen, dass einige Probleme mit der Streckung haben... das habe ich nicht, war allerdings auch 5 Tage in einer Streckschiene und sollte möglichst wenig aufstehen, damit das Kreuzband sich an der Naht festigen kann. Schmerzen hatte ich kaum, nach 4 Tagen habe ich die Schmerzmittel abgesetzt und meine Schwellung war auch fasst komplett verschwunden. Am Tag nach der OP habe ich bereits mit der Reha begonnen, erst mit einer 20% Belastung, heute an Tag 7 darf ich schon voll drauf stehen und habe mit Übungen für die Beugung begonnen, die auch schon recht gut funktioniert... das Spital habe ich 2 Tage nach OP verlassen... an Tag 5 wurde nochmal ein Röntgen nach Post OP gemacht und das Ergebnis sah Top aus... jetzt hoffe ich, dass die Reha so gut weiterverläuft...ich habe zusätzlich zur Reha eine Fahrradschiene mit der ich zu Hause trainiere... ich habe viele Kreuzbandgeschädigte in meinem Freundeskreis (mit einigen Komplikationen) und keiner kann so richtig glauben, dass ich schon wieder so fit bin... für mich war Ligamys die richtige Entscheidung und ich kann es (stand heute) zu 100% weiterempfehlen! ich freu mich auf die Bikesaisson und halte Euch gern weiter auf dem Laufenden... Viele Grüsse aus der sonnigen Schweiz an alle Kreuzbandgeschädigten, Romina

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    Tipp-Ergänzung PeterMUC PeterMUC

    So, seit dem 04.04.2014 gehöre auch ich zu dem kleinen "Geheimbund" der Ligamys-Operierten, auch dank dieses Threads hier. Daher will ich hier auch das eine oder andere beitragen.

    Bin 38, 1,88 und männlich, aus München, und mich hat's am 16.03.2014 bei Skifahren in Italien erwischt. Eine Woche nach dem Unfall bin ich dann zufällig auf Ligamys gestoßen - das System hat mich sofort begeistert und überzeugt.

    Ich tendiere immer zum "Erhalten" statt "Entfernen" und bin mit dieser Methode eigentlich auch in medizinischen Dinge immer am besten gefahren. Zumal im Bekanntenkreis drei "Kreuzbandopfer" übereinstimmend gesagt haben, dass bei der herkömmlichen Methode das Knie irgendwie "fremd" oder "gefühllos" bleibe (klar, es fehlen dann ja die Nerven im Kreuzband). Das sei zwar nicht schlimm und man könne gut damit leben, aber es sei eben bemerkbar. Das hat mir dann den zusätzlichen Schubs gegeben, Ligamys auszuprobieren.

    Am nächsten Tag - Montag - habe ich gleich bei der Uniklinik Münster angerufen mit der Erwartung, dass mir gesagt würde, es gäbe eine Warteliste o.ä. oder man sei auf Wochen voll - zu meiner Überraschung wurde ich gleich mit dem Operateur verbunden, der auch stante pede einen OP-Termin reservierte, gegen Ende der 3-Wochen-Frist (es wäre schon früher gegangen, ich wollte aber noch vorher 2 Termine erledigen). Wow.

    Was das UKM angeht und die Abteilung für Unfallchirurgie kann ich das Lob hier nur absolut bestätigen. Es ist alles perfekt organisiert, alle sind super freundlich, die Austattung ist super und modern - nichts zu meckern. Der Operateur ist natürlich am rotieren, hat aber doch immer wieder die Zeit gefunden, alle Fragen ausführlich zu beantworten, was als Kassenpatient auch nicht selbstverständlich ist. Dickes Lob also nach Münster. Das war übrigens mein erster Krankenhausaufenthalt, prinzipiell natürlich nicht angenehm (Wecken um 7, ständig Trubel, Visiten usw.), aber aushaltbar (gratis WLAN, TV am Bett, ganz gutes Essen, mit Glück ein 2-Bett-Zimmer bekommen, wobei es auch ein 4-Bett-Zimmer gibt).

    Bei der OP wurden dann zusätzlich beide Menisken geklammert, nach Aussagen des Operateurs war aber der Schaden relativ gering und diese müssten wieder zu 100 % werden. 6 Wochen nur Teilbelastung mit - bei mir - 20 kg - und Krücken muss daher sein. Die weiteren Details spare ich mir, wegen Vollnarkose kann ich zur OP selbst eh nichts sagen.

    Am 3. Tag nach der OP wurde ich dann entlassen und bin dann 6.5 Stunden mit dem Zug zurück nach München, was aber kein Problem war, da ich das Bein hochlagern konnte. Also kein Grund nicht nach Münster zu fahren.

    Am 5. Tag habe ich dann die flexible Orthese angezogen, diese war bei mir gleich auf 90 Grad eingestellt worden (kann aber variieren, die meisten fangen mit 60 Grad an). Bei der Physio geht fast die volle Streckung bis 90 Grad. Man darf es aber auch nicht übertreiben. Zu meinem Erstaunen kannte meine heutige Physiotherapeutin (im Gegensatz zu einer anderen Physio sowie 2 Orthopäden) die Methode sehr gut und ging gleich in die Vollen wie vom Operateur verordnet, die anderen Pysios sind da eher zu vorsichtig, weil die bisherigen Methoden defensiver ausgelegt sind.

    Noch ein paar praktische Tipps, die mir persönlich in der ganzen Organisation fehlten und zu denen ich keine Infos im Netz finden konnte:

    1. Für die OP im UKM braucht man eine Überweisung des Hausarztes oder Orthopäden. Mein Orthopäde macht die herkömmlichen OPs selbst, hatte aber kein Problem damit, die Überweisung zu machen und die Nachbetreuung zu übernehmen, Ein weiterer Orthopäde im viel gelobten Münchner OCM war da wegen der Nachbetreuung deutlich stinkinger ("das interessiert uns nicht, da müssen's zu denen, die die OP gemacht haben"). Das merke ich mir natürlich, ebenso, dass er als Kniespezialist die Methode nur ansatzweise kannte.

    2. Das Krankenhaus verschreibt keine Physiotherapie und keine Medikamente für die Zeit nach der OP (es werden nur Medikamente für 2 Tage mitgegeben). Das muss der Hausarzt oder Orthopäde machen. Der Hausarzt macht es ungern, da der Orthopäde ein entsprechend höheres Budget hat. Am besten alles schon vorher regeln und ggf. Termin für gleich nach der OP machen.

    3. Physiotermine am besten noch vor der OP ausmachen - auf blöd ist danach alles voll und man muss zu lange pausieren. Ligamys muss relativ schnell wieder bewegt werden. Am besten ein, zwei Tage Luft lassen, falls man doch länger im KH ist.

    4. Laut Physiotherapeuten ist die Regelversorgung mit Physiotherapie nach der OP 3 Rezepte à 6 Sitzungen, bei 2-3 Sitzungen à 25 min. (plus evtl. Eis oder Lymphdrainage) pro Woche. Es stellt aber kein Problem dar, bei Verzögerungen der Heilung noch 1-2 weitere Rezepte "außerhalb der Regelversorgung" zu bekommen, was auch das Budget des Arztes nicht belastet. Dass man zu Hause weitertrainieren muss, ist natürlich klar. Bequatscht den Arzt, dass er am Anfang auch Lymphdrainage verordnet (machen die ungern wg. Budget), hilft aber.

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    Tipp-Ergänzung PeterMUC PeterMUC

    So, mein vorheriger Beitrag ist leider ans Limit gekommen, war aber weitgehend fertig.

    Interessant ist natürlich, welche Erfahrungen die vor langer Zeit operierten jetzt machen, vielleicht wäre noch ein kleines Update drin? Sind ja einige dabei, bei denen es jetzt über 1 Jahre her ist.

    Viele Grüße

    PeterMUC

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    Tipp-Ergänzung naddlarm naddlarm

    Hallo, ich bin 38, weiblich und habe mir kürzlich eine VKR beim Skifahren eigeholt. Über die Lygamis-Technik habe ich über Freunde erfahren und bin in der BG in TÜbingen operiert worden. Bisher (7. Tag p.o.) bin ich zufrieden, wenn auch etwas ungeduldig.

    Meine innerlichen Schwellungen hindern mich noch sehr in der Beugung (ca. 60%) und die Streckung liegt bei 20%. Wenn ich tags über zuviel übe rächt sich das nachts mit Schmerzen am kompleten Bein. Ich dürfte schon voll auftreten, bin aber noch nicht so mutig. Ich habe einfach zuviel Respekt vor nächtlichen Schmerzen. Ging das anderen auch so?

    Für zu hause habe ich ein camoped-Gerät erhalten, mit dem es sehr angenehm ist zu trainieren. Aber 15 Minuten haben am 7. Tag ausgereicht, dann hat es geschmerzt. Für die Beugung setze ich mich auf den Esstisch und lasse mit Hilfe des Therabandes das Bein in entspanntem Zustand sehr sehr langsam nach unten fallen. Damit erreiche ich ganz gute Ergebisse.

    Danke für Eure Erfahrungen und herzliche Grüße,

    Naddlarm

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    Tipp-Ergänzung Sternum Sternum

    Hallo zusammen,

    habe leider nicht viel Zeit zum Schreiben...

    Meine OP mit Ligamys ist jetzt 14 Monate her. Das Knie wird immer noch besser, das operierte Bein ist sehr stabil, tut nicht weh, auch im Bereich der Meniskusnaht nicht.

    Gehe viel an steilen Hängen, was dem Gelenk und den Muskeln offenbar sehr gut tut. Gefühl ist fast wie beim gesunden Knie. Narben sind hübsch verheilt.

    Überstreckung schon um 1-1,5 ° möglich, Beugung etwa 140 ° fast wie beim nicht operierten Bein. Nur bei Drehungen, wie man sie z..B. beim Kampfsport macht, da sticht der Meniskus noch. Deshalb bin bei Drehungen sehr vorsichtig und das hat ja auch mit Ligamys vermutlich nichts zu tun.

    Ich bin soooo froh, dass ich nach Münster gehen konnte! Ich dachte damals nach dem VKB-Riss beim Karate, mein aktives Leben sei jetzt so ziemlich vorbei. Weit gefehlt! Ihr müsst nur ein wenig Geduld haben, euch an den Reha-Plan halten und nach einem Jahr solltet Ihr wieder die Alten sein :-)

    Liebe Grüße Susanne

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    Tipp-Ergänzung Sternum Sternum

    Hallo Naddlarm,

    was Du beschreibst ist völlig normal. Da musst Du halt jetzt durch. Mir hat mein Knie noch in der Reha, das war etwa 3 Monate post-OP, sehr geschmerzt und mein Gangbild war VOR der Reha ein Humpeln.

    Nicht überfordern, Dein Respekt vor Schmerzen ist nicht das Schlechteste...

    Mein Alter war zum OP-Zeitpunkt 42 Jahre, falls da interessieren sollte.

    LG Susanne

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    Tipp-Ergänzung Popeye Popeye

    Hallo zusammen,

    dann will ich auch mal meine bisherigen Erfahrungen teilen. Bin männlich, 36 Jahre, 1,75 m, 80 kg...falls das jemanden interessiert.

    Ich hab mir am 09.02. beim Handball das linke Kreuzband gerissen. Zusätzlich noch Innenbandriss und eine kleine Ruptur im AM.

    Mein Orthopäde hat mir das Ligamys-Verfahren empfohlen und mich nach Wiesbaden ins St. Josefs-Hospital (Dr. Jessen) überwiesen. Einen OP-Termin hab ich leider erst nach 24 Tagen bekommen (also knapp über der 3 Wochenfrist), da der Doc Nachwuchs bekommen hatte...! Hatte mich mit dem Arzt darauf geeinigt, dass er sich das Kreuzband ansieht und dann entscheidet, ob er das Implantat einsetzt oder nach herkömmlicher Methode operiert. Wurde dann am 05.03. operiert und ich bin bis heute erstaunt wie gut es mir geht.

    Hab einen Tag nach der OP mit der Krankengymnastin das Laufen mit Krücken geübt. Durfte schon voll belasten. Hatte für 5 Tage eine Streckorthese...danach nur noch Krücken ohne jegliche Gehorthese. Streckung war von Anfang an voll möglich. Jetzt nach knapp 7 Wochen kann ich schon leicht überstrecken. Beugung ist jetzt bei 135°... Ich kann ohne Probleme Fahrrad fahren...joggen geh ich noch nicht, ist aber das nächste was ich in Angriff nehmen möchte. Das einzige was mir noch etwas Probleme bereitet ist das beugen aus eigener Kraft, sprich wenn ich auf dem Rücken liege oder stehe und versuche das Bein anzuwinkeln...ansonsten alles super bisher und kann das nur jedem empfehlen.

    Bisher war ich 10mal bei der Krankengymnastik..

    Bis bald mal wieder...

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    Tipp-Ergänzung PeterMUC PeterMUC

    Hallo Sternum,

    Du schreibst weiter oben von Meniskus-Schmerzen. Wie haben sich diese damals geäußert?

    Ich frage deshalb, weil ich letzte Woche auf der Treppe mit der Krücke abgerutscht und voll mit dem kranken Bein abfedern musste. Ich bilde mir ein, dass seitdem ein Schmerz auf der linken Knieseite auftritt. Ist vielleicht aber auch nur ganz normal. Ich habe gelesen, dass der Meniskus keinen Schmerz weitergibt, daher die Frage.

    Auch die Frage an die anderen Meniskusgeschädigten (also mit Meniskusnaht) - wurde das irgendwie geprüft, ob dieser überhaupt wieder zusammengewachsen ist? Das geht ja u.U. ohne erneute Arthroskopie gar nicht, oder?

    Ansonsten ist alles weiterhin top - die Erfahrung, dass man es mit dem Knie nicht übertreiben soll, habe ich auch gemacht. Der Physio sagte dazu: "Selbst wenn Sie jetzt kaum trainieren, holen Sie den muskulären Rückstand später wieder auf - erstmal muss Ihr Meniskus gesund werden." Also Knie bewegen, aber auch nicht übertreiben, ist natürlich schwierig.

    Viele Grüße

    PeterMUC

    Kommentar von Sternum Sternum

    Hallo PeterMUC,

    also zuerst zu Deiner Frage mit dem "meniskus-assoziierten" Schmerz. Eine Bekannte von mir im Alter von über 60 Jahren wurde nur am Meniskus athroskopiert und dieser rekonstruiert, sie hatte nach 1,5 Jahren gar keine Schmerzen mehr, anfangs sehr starke. Sie habe ich einmal gefragt, was für eine Art Schmerz sie nach der OP hatte, weil ich (wie Du) selber unsicher war, welcher Schmerz gehört zum Meniskus und welcher nicht. Sie sagte, es sei für sie so, als ob ihr jemand die Spitze eines Messers in den Gelenkspalt stechen würde. Also ein sehr spitzer, punktuell empfundener Schmerz.

    Diese Art von Schmerz habe ich nach meiner DIS mit Meniskusrekonstruktion innen auch verspürt, allerdings sehr selten. Innerhalb eines Jahres nach der OP vielleicht 6-8x für wenige Sekunden. Wirklich ein krasser Schmerz, aber eben glücklicherweise sehr kurz. Die Anlässe waren meist eine tendenziell unkontrollierte Drehung des Kniegelenks. WODURCH genau der Schmerz verursacht wird, weiß ich nicht. Ich vermute, dass Nerven im Gelenkspalt eingeklemmt werden. Vielleicht ist ein Arzt hier im Forum, der das weiß...? Wenn ich diese Schmerzen hatte, habe ich verstärkt an der Dehnung meiner Muskulatur in Streckstellung gearbeitet und das hat immer geholfen. Wahrscheinlich ziehen verkürzte Muskeln den Gelenkspalt zusammen und "klemmen" Teile des Meniskus ein.

    Jetzt zu Deiner Frage, ob das intakte Zusammenwachsen des genähten Meniskus geprüft wurde. Nein, da ich kein MRT habe machen lassen. Ob man es mit anderen Diagnosemethoden prüfen kann, weiß ich nicht. Ich vermute bei mir, dass durch meine Vorsicht der Meniskus wieder gut zusammen gewachsen ist, da ich keine Schmerzen mehr verspüre. Vorsicht ist aber auch in Zukunft geboten, das gilt wohl auch für einen gesunden Meniskus, denn geschädigte Menisken gibt es ja wie Sand am Meer, also bei vielen Menschen.

    Alles Gute weiterhin für Dich, hab Geduld und überfordere Dein "neues" Knie anfangs nicht. Ich habe sowieso den Eindruck, Du hast die richtige Einstellung.

    Schöne Grüße, Sternum

    Kommentar von PeterMUC PeterMUC

    Hallo Sternum,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Der Schmerz entsprach Deiner Beschreibung (Messer in den Gelenkspalt), war aber nicht so heftig wie beschrieben. Er kommt jetzt nur leicht bei Überlastung des Knies und bei versehentlichen leichten Drehungen (wenn mal die Orthese runter ist). Kann also durchaus der Meniskus sein. Aber vielleicht ist es überbewertet, weil es doch immer wieder an verschiedenen Stellen "zwackt".

    Ich weiß nicht, ob man den Meniskus im MRT überhaupt sieht (der Operateur wusste auch erst nach der OP, dass der Meniskus mit beschädigt war). Ich werde bei der Nachkontrolle fragen und darauf bestehen, dass man es prüft, wenn irgend möglich. Bin da viel zu neugierig. Aber vielleicht kann man es ohne Arthroskopie gar nicht prüfen, dann muss ich damit leben. Lt. Physio reisst der nicht so leicht auf, auch wenn man mal auf's kranke Bein draufkommt (ist leider 2-3 Mal wieder passiert, wohl unvermeidlich und vermutlich keine Katastrophe).

    Ansonsten geht es jetzt 4 Wochen nach der OP immer besser. Wir arbeiten jetzt mit der Physio an der Überstreckung (ich bin ein sog. Überstrecker, d.h. die Überstreckung ist der Normalfall, an den das operierte Knie auch wieder heran muss - hoffe ich zumindest!). Gehe auch wieder ins Fitness-Studio und trainiere alles, was möglich ist (mit Physio abgestimmt, rechtes Bein ganz, ganz vorsichtig). Aber immer schön 1-2 Tage Pause machen, so fühlt es sich optimal an.

    Noch 2 Wochen, dann kommen (hoffentlich) die Krücken weg und auch die elenden Thrombosespritzen...

    Viele Grüße

    PeterMUC

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    Tipp-Ergänzung PeterMUC PeterMUC

    Hallo naddlarm,

    was Du schreibst, scheint absolut in der Norm zu liegen. Lass Dich vom Schmerz leiten.

    Im Übrigen beneide ich Dich - nachdem Du offensichtlich voll auftreten darfst, wurde Dein Meniskus nicht genäht, ich darf 6 Wochen auf Krücken humpeln...

    Beste Grüße

    PeterMUC

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    Tipp-Ergänzung Pinky03 Pinky03

    Hallo zusammen!

    Ich bin seit gut einer Woche im Club der Ligamys-Patienten.

    Beim Fußballspielen am 11.05. riss mein Vorderes Kreuzband, am 23.05. wurde ich operiert. Ich begann erst am 30.05. mit der Therapie, weil ich davor leider keinen Termin bekam. Nach ablegen der Knieorthese fühlte sich mein Bein, obwohl ich vorher eine starke Beinmuskulatur aufweisen konnte, wie ein Fremdkörper an. Die Beugung liegt jetzt aktiv bei ca. 60 Grad und passiv bei ca. 75 Grad. Am 02.06. bekomme ich meine Nähte gezogen und am 03.06. ist mein nächster Therapie Termin. Bis dorthin werde ich zu Hause fleißig üben und trainieren. Die Schwellung ist ober dem Knie noch recht stark, so dass alles noch sehr eingeschränkt funktioniert. Gehen ohne Krücken ist noch nicht möglich.

    Hat von euch irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht und wie weit kann/darf/soll ich mein Knie belasten oder abwinkeln? Bis wann sollten 90 Grad erreicht werden?

    Lg Pinky03

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    Tipp-Ergänzung PeterMUC PeterMUC

    Kurzes Feedback: Nach knapp 5 Wochen (hatte ja auch Meniskusriss) habe ich so langsam die Krücken in die Ecke gestellt, ab der 6. Woche bin ich dann wieder problemlos auf 2 Beinen gegangen und kurz darauf auch wieder Fahrrad gefahren. Es fühlte sich einfach richtig an. Muskeln haben aber ziemlich abgebaut, Wahnsinn, wie schnell das geht.

    Nach der 9. Woche leider ein Rückschlag: bin unbedacht gleich 2x hintereinander voll in die Hocke gegangen, hatte danach ziemliche Schmerzen beim Gehen, die ich mit 4 Tagen Voltaren auskuriert habe. Dann ging es wieder.

    Dann leider wieder ein Rückschlag: Auf der Treppe ausgerutscht und mehrere Stufen mit dem geknickten operierten Bein runtergerattert.

    Deshalb bis heute (17. Woche) bei bestimmten seitlichen Bewegungen leichte Schmerzen, lt. Orthopäden könnte der Meniskus entweder nur gereizt oder aber wieder beschädigt worden sein. Wenn die Schmerzen in 3 Wochen nicht weg sind, soll es ein MRT klären (dann sehe ich vielleicht auch den Fortschritt beim Kreuzband). Knie selbst ist aber weiterhin stabil.

    Zusätzlich habe ich gelegentlich Schmerzen an der Stelle, wo die Schraube angebracht ist, könnte die Knochenhaut sein. Tritt meist nach Sport auf. Werde ich dann in Münster besprechen müssen.

    Ansonsten sind die Ärzte und ich hochzufrieden. Im Fitnesscenter trainiere ich mit voller Kraft bis auf 1, 2 Übungen in sog. offener Muskelkette. Es geht aufwärts.

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