Beim sportlichen Fahren auf dem Rad sollte die Sitzposition richtig sein, um die Kraft ideal umsetzen zu können.
Dazu ist zunächst die Kenntnis der eigenen Schrittlänge erforderlich, die mit Hilfe einer Wasserwaage und eines Zollstocks ermittelt wird: Mit dem Rücken gerade an die Wand, die Füße zehn Zentimeter auseinander. Dann die Wasserwaage gerade in den Schritt drücken, so fest wie man auf dem Sattel sitzt. Dann Höhe messen und den Wert mal 0,885 nehmen.
Das Ergebnis ist die optimale Sattelhöhe gemessen von der Tretlagermitte bis zur Oberkante des Sattels. Dies sollte man zumindest so erst einmal einstellen und ausprobieren, denn je nach Pedal (Abstand von Pedalplatte und Pedalachse ist nach Modell unterschiedlich) kann man die Position noch um ein zwei Millimeter verändern.
Die Sitzlänge, also der Abstand zwischen Sattelspitze und Lenker wird wie folgt bestimmt:
X * (Rumpflänge+Armlänge) - 0.59 * Sattellänge
Um die Rumpflänge zu bestimmen, setzt man sich mit einem Hocker und dem Rücken an die Wand. Anschließend mißt man den Höhenunterschied zwischen Sitzfläche und der Oberkante des Brustbeins (die kleine Knochenmulde unter dem Hals). Die Armlänge ist der Höhenunterschied zwischen Schulterknochen und Fingergelenken an der Handfläche. Bei der Messung sollte der Arm hängen gelassen werden).
Der Wert X in der Formel richtet sich danach, wie man fahren möchte: 0,545 für eine extrem flache sportliche Position, 0,535 für sportliche und 0,52 für die relativ aufrechte Tourenposition.
Der aus der Formel errechnete Wert ist dann der Abstand zwischen Sattelspitze und Lenkermitte.
Diese rechnerische Ermittlung der Sitzposition gilt in erster Linie für das Rennrad, kann aber auch auf das Mountainbike und andere Räder übertragen werden. Leichte Korrekturen im Millimeterbereich nach eigenem Wohlbefinden sind natürlich möglich.