die schnellkraft und die schnelligkeit sind in hohem maße von der maximalkraft abhängig. gehen wir mal von einer stark vereinfachten these aus:eine erhöhte maximalkraft führt zu einer erhöhten schnelligkeit- wie lässt sich das erklären ?
a) je größer die maximalkraft, desto mehr kontraktile elemente besitzen die muskelzellen ( d.h. myosin und aktinfilamente, und damit auch mehr myosinköpfchen, die für die kontraktion unverzichtbar sind)- dies geschieht durch hypertrophie, also einlagerung neuer kontraktiler elemente ( hier lasse ich die maximalkraft im sinne der intramuskulären koordination aus, da das ZNS in diesem zusammenhang eine andere rolle spielt, komme gleich dazu)
es können schließlich mehr potenziell mögliche brückenbindungen (aktin-myosionverbindungen) zwischen den kontr. elementen entstehen--> je größer die zahl der brückenbindungen pro zeiteinheit, desto größer ist die entwickelte muskelkraft
das ist die erste zentrale voraussetzung für schnelle kontraktionsvorgänge (schnellkraft)
b) die schnelle kontraktion eines muskels ist aber auch von der asynchronität (schnell wechselndes anheften und ablösen der myosionköpfe) der brückenbindungen abhängig. mehr muskelmasse durch querschnittszunahme (und damit die maximalkraft) bedeutet nicht nur insgesamt mehr potenziell mögliche brückenbindungen, sondern auch mehr asynchrone BB ! dies hat eine steigerung der kontraktionsgeschwindigkeit zur folge
hier aber sieht man, dass die schnellkraft auch nur dann erhöht wird, wenn sie neben der maximalkraft zusätzlich trainiert wird (punkt b!) wenn nur a) der fall wäre, würde sich die schnelligkeit nicht verbessern- da das ZNS an langsame bewegunsausführungen gewöhnt wird und die koordination noch nicht ausgereift ist
erst wenn die maximalkraft in verbindung mit einem schnellkrafttraining trainiert wird, führt dies zu einer erhöhten schnelligkeit/schnellkraft
grund: siehe b). mehr potenziell mögliche brückenbindungen bringen nichts, wenn die asynchronität der muskelfasern nicht trainiert wird- dies gescheit durch ein spezifisches sprint- und sprungkrafttraining (und auch anderen komponenten der schnelligkeit), bei dem das nervensystem an schnelle kontraktionsvorgänge herangeführt wird
die maximalkraft im sinne der intramuskulären koordinaton (wie viele muskelfasern bei einer kontraktion mitinnerviert werden und kontrahieren--> ist je nach trainingszustand sehr unterschiedlich!) führt ebenfalls zu einer erhöhten schnellkraft, da mehr brückenbindungen in den fasern gebildet werden, die nun auch mitinnerviert werden und zuvor an einer bewegung nie beteiligt waren
Diese, und die Antwort von Gast waren für mich am hilfreichsten.
Ich deine Antwort ausgewählt, da Du das Schulter "schnappen" plausibel erläutert hast. Danke!