Frage von LearnToFight, 1.251

Zuhause allein Verteidigung lernen möglich?

Hey Leute ich suche nach einem Rat. Ich trainiere workout schon 3 jahre und wollte deswegen auch Verteidigung lernen da nur Muskeln wenig nützt. Ich habe leider keine Möglichkeit, aus privaten gründen, in ein Verein zu gehen. Könnte mir also jemand ein tipp geben ob man verteidigung zuhause oder spielplätzen selber lernen kann? Damit meine ich nicht gleich irgendwas zu lernen wo man Partner braucht. Sondern man sieht in Filmen öfter das die Kampfsportler alleine extra irgendwelche bewegungen oder programme durchführen um fit zu sein und kämpfen zu können. Tut mir leid für den langen text aber habt ihr tipps?

Wäre sehr hilfreich. :)

Antwort
von SVCoach, 644

Heyho,

also ohne einen Partner kannst du es schon mal vergessen. Das liegt daran, dass SV immer in Interaktion statt findet. Ohne den Angriff ist unegfähr so, als würdest du ohne einen Mathe Test Zahlen aufschreiben. Es hat was damit zu tun bringt dich aber in der Praxis nicht weiter. Das was die Leute in den Filmen üben sind Katas, also Formabfolgen. Das dient der ständigen Technikwiederholung und hat aber sehr wenig Wert für Selbstverteidigung (quasi die Grundrechenarten). Dennoch gibt es Möglichkeiten auch ohne einen Verein Selbstverteidigung zu lernen. Ich habe letztens einen Kurs Online gebracht, der dir genau das ermöglicht. Natürlich brauchst du einen Partner dafür. Die ersten 3 Module sind aktuell noch kostenlos verfügbar, in denen du schon einige super Techniken lernen kannst. Schau einfach mal vorbei auf selbstverteidigung-kurs.de 

LG Alex

Antwort
von wurststurm, 984

Für einen Anfänger sind weder vorhandene Muskeln noch ein Partner relevant. Im Taekwondo trainierst du die ersten Jahre auch ohne Partner. Was willst du mit einem Partner wenn du die Technik nicht beherrschst? Bei einem Anfänger kommt es darauf an, den Körper beherrschen zu lernen. Also zu lernen wie man in welcher Situation stabil steht. Wie man sich vor und zurück bewegt ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Wie man Armbewegungen und Beinschläge in der Luft ausführt ohne aus der Balance zu geraten. Wie der Rücken dabei gerade bleibt, wie der Rumpf ausgerichtet wird. Kampfkunst hat wenig mit Muskeln und "Griffen" zu tun sondern ist die Kunst, den Gegner mit seiner eigenen Wucht und Stümperhaftigkeit aus der Balance zu bringen. Dazu braucht es wenig Kenntnisse und Fähigkeiten aber die müssen perfekt sitzen. Das geht nur wenn das ein erfahrener und möglichst hoch dekorierter Trainer begleitet. Ob im Verein oder als Privattrainer ist unerheblich resp. nur eine Kostenfrage.

Kommentar von Kyra72 ,

Die ersten Jahre ohne Partnerkontakt trainieren soll selbstverteidigungsfähig machen? Natürlich stimmt es, dass man sich im Gleichgewicht bewegen sollte, aber generell ohne Partner zu trainieren wird niemals selbstverteidigungsfähig machen.
- Du lernst nicht, die Deckung da zu haben, wo sie hingehört
- Du kannst kein Distancegefühl erlernen
- Du lernst nicht, den Gegner zu lesen
- Du lernst nicht, dass dein Gegner nicht stillhält, während Du dich bewegst
- Du lernst nicht deinen Moors aus der Schußbahn zu bewegen
- Du lernst nicht, mit Treffen oder Störungen deines Gegners umzugehen.

Vielleicht kannst Du so anfangenTaekwondo zu erlernen, aber Du wirst so nicht selbstverteidigungsfähig, worauf es unserem Fragesteller ja ankam.
Ich gehe nicht davon aus, dass sich der Gegner stümperhaft bewegt. Meist haben Leute, die Streit suchen, schon öfter mal eine Prügellei gehabt und dadurch den ein oder anderen Skill drauf. Ich plädiere daher für ein Partnertraining von Anfang an.

Antwort
von Kyra72, 610

Nein, es ist nicht möglich, allein zuhause zu trainieren und dadurch selbstverteidigungsfähig zu werden. Minimalvoraussetzung dafür ist ein Trainer, der etwas von Selbstverteidigung versteht. Die beste Möglichkeit wäre es natürlich, in einem entsprechenden Verein zu trainieren, weil Du dort sowohl Trainer, wie auch unterschiedliche Partner hast.

Falls Training in einem Verein tatsächlich nicht möglich sein sollte, gäbe es die Möglichkeit, am besten mit Kumpels zusammen, ab und an Privatstunden bei einem Trainer zu nehmen. Der Trainer kann Sachen zeigen, was zu lernen ist, Eure persönliche Schülerart korregieren und wenn er wieder weg ist, trainierst Du mit den Kumpels zusammen, was der Trainer gezeigt hat - bis zur nächsten Trainerstunde, wo es dann wieder Korrekturen gibt und neuen Stoff.

Ohne Trainer, weißt Du als unbedarfter Schüler nicht, was Du alles falsch, oder supobtimal machst. Ein Video spricht nicht mit Dir.

Eine Kampfkunst oder auch ein Kampfsport KANN eine gute Basis für eine wirksame Selbstverteidigung sein. Es kommt immer darauf an, WIE trainiert wird. Wichtig ist, dass Du immer weißt, inwiefern eine Übung deine SV-Fähigkeit steigert.

Und, viel zu oft in klassischen Vereinen vergessen: Es muss die Anwendung aller Übungen im Sparring und im Senariotraining geübt werden, sonst bleibt es bei einem nett anzusehenden Übungssammelsorium, welches nie "straßentauglich" wird, weil Du im Realfall gar nicht weißt, wie Du kämpfen kannst. Dein Gegner wird nicht stillhalten und er wird dich schlagen und treffen. Das ist verdammt irritierend, wenn sonst immer nur in die Luft oder mit einem willigen Partner trainiert hast.

Ansonsten:

Vergiß die romantischen Filmchen alla Karate-Kid, wenn Du tatsächlich auf Verteidigungsfähigkeit wert legst.

Und vergess die Prämisse, dass Du den Gegner nicht verletzen möchtest, sondern nur im netten Hebel & Co festhalten willst.
Das klappt nur, wenn Du etweder einen besonders dämlichen (betrunkenen) Angreifer hast, oder einen sehr schwachen (Kind,Frau). Damit Hebel funktionieren, mußt Du vorher den Gegner meist auch erst gefügig machen... z.B. durch eine kurzen Schlag in den Bauch oder die Seite....denn der spielt ja nicht freiwillig mit.

Also, such Dir einen Trainer oder Verein. Alles andere kann nur Murks werden.

Gruß Kyra

Antwort
von Suboptimierer, 1.109

Du wirst anhand von Videos maximal irgendwelche Bewegungsfolgen lernen können. Du lernst aber nichts über die Effektivität der Bewegungen und lernst nicht, wann du welche Bewegung am besten in einem Kampf ausführen sollst. Außerdem lernst du nicht, Bewegungen des Gegners zu provozieren.
Das ist so, wie wenn du gegen dich selbst Schach spielst. Du lernst die Regeln, kannst dich aber nicht selber austricksen.

Antwort
von Petzolad, 540

Ich denke mal, Selbstverteidigung lernen ohne einen Partner, der den Angreifer spielt, ist ein reichlich sinnloses Unterfangen.

Antwort
von Pistensau1980, 398

Ich nehme an, du meinst mit Verteidigung Selbstverteidigung. Streng genommen hat das mit einer Kampfkunst oder einem Kampfsport wenig zu tun, sondern es geht darum, dass du lernst wie du dich in gefährlichen Situationen verhältst und meist geht es darum, möglichst effektiv um Hilfe zu rufen und den Angreifer kurz auszuschalten, dass du genug Zeit hast wegzurennen. Richtig kämpfen lernst du da nicht.

Dann gibt es noch Kampfkünste, die meinst du wahrscheinlich. Wenn du eine Kampfkunst reglementiert auf Wettkämpfen ausführst, nennt man sie Kampfsport. Dazu wird sie entschärft, damit der Gegner nicht verletzt wird, zum Beispiel darfst du beim Boxen nicht auf den Hinterkopf schlagen, sondern musst die Sportart Regelkonform ausführen.

In Filmen sieht man dann tatsächlich wie Karate Kid durch Autowaschen zum Elitekämpfer wird. Vergiss das mal ganz schnell, um eine Kampfkunst richtig zu erlernen musst du die Technik perfekt beherrschen. Das gelingt dir alleine nicht, sondern du brauchst einen Trainer, der dich ständig kontrolliert und du musst sehr lange üben, bis die Technik wirklich stimmt.

Ich weiß nicht, warum du nicht in einen Verein gehen kannst, aber sonst gibt es wenig Möglichkeiten, eine Kampfkunst zu erlernen. Da müsste man mal wissen, warum du nicht in einen Verein gehen kannst, ich wüsste wirklich nichts, was dagegen spricht. Aber wichtig: Wenn du eine Kampfkunst ausübst und dann in eine Schlägerei kommst und zuschlägst, wird aus einer Körperverletzung nach deutschem Recht automatisch eine schwere Körperverletzung und entsprechend wird das härter bestraft. Eine Kampfkunst zu erlernen, um bei der Pausenhofschlägerei gut dazustehen ist so ziemlich das dümmste, was man tun kann.

Kommentar von LearnToFight ,

Hmm... Weist du ich meine natürlich nicht hier beim Pausenhof gut dar zu stehen da ich nicht mehr zur schule gehe. Haben sie schon beendet. Ich will lernen so bei schweren Situationen nicht einen ausschalten sondern ihn Kampfunfähig zu machen. Ist eher in Selbstverteidigung.

Ich meine mit irgendwelchen griffen und schneller reaktion. Wenn du verstehst was ich meine. Ich gucke mir videos an, aber es bringt logischer weise wenig, da da nur so tricks gezeigt werden, aber um sie zu beherrschen muss man gut genug trainiert sein in Richtung Reaktion, schnelligkeit, selbstbeherschung, konzentration, richtige bewegungen ausführen können und kraft. Und erst dan kommen diese moves oder wie man das nennt.

Denn du kannst nicht einfavh kommen und sagen ich schau mir moves an und mache sie nach und kann mich schon verteidigen. Nein so geht es nicht, man muss schon davor vieles beherrschen.

Und um das zu lernen weis ich nicht wie man vorramgehen sollte, leider ohne verein oder trainer. Allein videos anschauen geht nicht.

Ist schwer zu erklären aber ich hoffe du verstehst wenigstens in welche richtung es geht. :)

Kommentar von Pistensau1980 ,

Ich verstehe was du meinst, aber bei den Kampfkünsten ist die Technik extrem wichtig. Du kannst sie sofort trainieren und brauchst nicht erst Kraft zu trainieren, das machst du am besten im Training, während du die Technik lernst. Aber ohne richtige Anleitung und ständige Kontrolle von einem Trainer wird das nichts werden, du gewöhnst dir eine falsche Technik an und wirst noch länger brauchen, eine Kampfkunst richtig zu lernen.

Aber auch wichtig: Erwarte nicht zu viel von so einem Training. Gegen einen Straßenschläger, der dreckig kämpft, wirst du immer den Kürzeren ziehen und gegen mehrere Gegner hast du eh keine Chance. Das sieht in den Filmen immer ganz toll aus, aber da ist auch jede Bewegung choreografiert, so dass der Held immer genau den richtigen "Move" zur richtigen Zeit macht. In der Realität sieht das anders aus.

Kommentar von LearnToFight ,

Ok das merke ich mir. :)

Aber griffe kann ich ja trotzdem lernen. Werde versuchen erstmal einen partner zum trainieren zu finden. :)

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