Frage von Spofra, 39

Woher kommt das Sportbedürfnis?

Viele Menschen betreibe sehr gerne Sport. Egal ob Ausdauer- oder Krafttraining, Ballsport, Tanzen, Akrobatik, Gymnastik, Klettern, u.s.w. Woher kommt das Bedürfnis, Sport zu treiben? Handelt es sich dabei um ein Überbleibsel unserer jagenden Vorfahren oder Primaten, einen körperlichen Ausdruck des Wohlbefindens oder entsteht durch Sport eine Art psychische Abhängigkeit? Oder liegen die Gründe gar ganz woanders?

Nebenbei würde ich mich freuen, wenn ihr mir mitteilt, welchen Sport ihr betreibt und aus welchen Gründen.

Antwort
von StefanK79, 29

Es ist ja schon viel gesagt worden. Persönlich treibe ich Sport, um fit und vital zu bleiben. Das gibt mir eine innere Zufriedenheit: Sport kann nämlich auch Glückshormone ausschütten. Mit ausreichend Bewegung fühlt man sich gleich viel besser. 

Diese Sportarten betreibe ich: Walken, Fahrrad fahren, Rudern, Golf und manchmal gezieltes Training wie Crunches, Kniebeugen, Liegestütz.

Antwort
von wiprodo, 29

Dazu gibt es vielfältige Erklärungen aus den unterschiedlichsten wissenschaftstheoretischen Standpunkten. Diejenige, die mir am geläufigsten ist, stammt aus der vergleichenden Verhaltensbiologie (= Ethologie). Diese untersucht alle tierischen Wesen im Hinblick auf die Entwicklung der Verhaltensantriebe und stellt fest, dass insbesondere die höher entwickelten Tiere in Bezug auf Bewegung und Spiel drei Bewegungsantriebe besitzen, deren Funktionen an unterschiedliche Hirnzentren gekoppelt sind:

- Unspezifischer Bewegungsantrieb: Dieser regt das Lebewesen (auch den Menschen) an, sich regelmäßig körperlich zu verausgaben, um die Kondition stets in einem optimalen Zustand zu halten, damit der Körper dann, wenn es plötzlich notwendig sein sollte, schnell Höchstleitungen abrufen kann - besonders entwickelt bei Lebewesen, die zur Lebenserhaltung kurzfristig große Kraft- und Ausdauerleistungen erbringen müssen.

- Intraspezifischer Aggressionstrieb: Lebewesen zeigen die Tendenz, ihre Leistungsfähigkeit regelmäßig mit Artgenossen im (meist ritualisierten) Kampf zu vergleichen, z.B. um Rangordnungen in der Gruppe von Artgenossen zu regeln - besonders bei Lebewesen entwickelt, die in festgefügten sozialen Verbänden leben.

- Spiel- und Explorationstrieb: Insbesondere Lebewesen mit gut entwickelten Gehirnen müssen in einer Jugendphase durch spielerisches Erkunden der Umwelt möglichst vielseitige Erfahrungen sammeln, um damit in der Erwachsenenphase das Überleben zu sichern. Der Mensch (und einige domestizierte Arten wie manche Hunderassen) ist die einzige Art, bei der der Spieltrieb nicht mit der Geschlechtsreife verschwindet, sondern bis ins hohe Alter bestehen bleibt, was auch heißt, dass der Mensch bis ins hohe Alter lernen kann.

Je nachdem, welcher Antrieb dominiert, wird der eine oder andre eher Ausdauersport (zur Befriedigung der unspezifischen Bewegungsantriebe), Individualsport, Ballspiele, Gymnastik und Turnen (zur Befriedigung des Spiel- und Explorationstriebes) und Mannschaftssport oder Kampfsport (zur Befriedigung der intraspezifischen Aggression) betreiben.  

Kommentar von wiprodo ,

p.s.: Die obige Zusammenfassung versucht eine allgemeingültige Erklärung zu liefern, unabhängig von individuellen Vorlieben, Geschmäckern, religiösen, philosophischen oder politischen Weltanschauungen, genossener Erziehung bzw. „Sozialisation“, gesundheitsorientierten Überlegungen, Nachahmungen, bloßen Einbildungen, medialen Beeinfussungen, banalem Gerede …

Antwort
von whoami, 18

Die Natur hat es so vorgesehen, dass der Mensch sich den ganzen Tag bewegt. Nur so bleibt er gesund und leistungsfähig. Was Bewegungsmangel anrichtet, sieht man in den "zivilisierten" Gesellschaften mit ihren Autos, Bussen, usw.

Das bisschen an Bewegung, was die Leute heute als Sport ansehen, wie Walking, bisschen laufen, etc, ist ein Witz! Leider haben die meisten irgendwie Angst vor der eigenen Courage und glauben gleich, dass es schädlich sei, sich zu viel zu bewegen. Die Lebensmittelindustrie tut ihr Übriges dazu, uns lieber fressend am Tisch zu sehen, als lieber draußen beim Bewegen. 70% Übergewichtige sind Zeignis davon, wie falsch die Bevölkerung informiert ist.

Außerdem setzt Bewegung Glückshormone frei - auch das hat die Natur so vorgesehen.

Ich betreibe Kraftsport 6x/Woche, weil ich ihn liebe. Stark zu sein ist für mich etwas, was jeder Mensch sein sollte. Außerdem fahre ich 8-12h Fahrrad/Woche, weil ich es liebe. Dann jeden Tag noch etwa 30 min abwechselnd Boxen und Kettlebelltraining. Und 2x/Woche Krav Maga. Pausen mache ich alle 14 Tage.

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