Frage von SandraKl,

Woher kommen Schmerzen an beiden Schienbeinen beim Joggen?

Hallo! Laufe seit Jahren mehr oder weniger regelmäßig 3 - 4x die Woche jeweils ca. ne Stunde. Letztes Jahr hatte ich immer öfter Schmerzen an beiden Schienbeinen, vorne bis zum Knöchelgelenk. Nach ein paar Minuten Laufen fängts an, wird immer schlimmer, nach einer Geh-Pause gehts wieder ne Weile... so quäle ich mich durch meine Trainingseinheit. War auch beim Sport-Orthopäden, der meinte ich bräuchte Einlagen. Die trage ich jetzt seit Monaten, habe sie auch in den (qualitiativ hochwertigen asics-)Laufschuhen, habe jetzt auch ne längere Laufpause hinter mir (medizinische Zwangspause wegen Krampfadern-Entfernung)...war heute endlich wieder mal joggen, und siehe da: wieder das selbe Problem wie vorher. Es kann also keine Überlastung sein, schlechte oder abgelaufene Schuhe kommen auch nicht in Frage... Aber woran liegts dann? Beim nordic-walken oder Zumba hab ich überhaupt keine Probleme damit!

Hat jemand eine Idee oder gar einen Rat? Walken ist auf die Dauer einfach kein Ersatz fürs Laufen!

Vielen Dank für Eure Hilfe Sandra

Antwort
von Juergen63,

Ferndiagnosen sind immer sehr schlecht. Somal bei dir wohl schon diverse Dinge ausgeklammert werden können ( nicht optimales Schuhwerk zb. ) Das wäre das erste wo ich aus der Ferne jetzt drauf getippt hätte. Wenn der Arzt der Meinung ist das du Einlagen tragen mußt dann scheint es hierfür ja eine medizinische Grundlage zu geben. Der Körper benötigt hier natürlich einige Zeit um sich an die Einlagen gewöhnen zu können. Eventuell mußt du dich noch etwas in Geduld üben. An deiner Stelle würde ich in einem Sportfachgeschäft eine Laufbandanalyse ausführen lassen, denn neben dem richtigen Schuhwerk wird hier auch die Lauftechnik ermittelt. Es kann sein das du deine Lauftechnik überdenken mußt. Aber aus der Ferne sind das alles nur Spekulationen. Ansonsten einfach noch mal den Sport - Doc aufsuchen und bei ihm noch mal nachfragen.

Kommentar von SandraKl ,

Danke für deine Antwort. Okay, die Einlagen trage ich nun schon fast 1/2 Jahr, eigentlich sollten sich meine Beine daran gewöhnt haben?!?!?! Die Schuhe: habe zwei verschiedene Laufschuhe: egal welche, immer die selben Schmerzen. War erst heute im Fachgeschäft, nach Analyse auf dem Laufband wurden mir asics empfohlen, 170€, sehr bequem und sofortiges Wohlfühlen darin, aber schon gleich beim ersten Lauf nach wenigen Minuten wieder genau dieselben Schmerzen!

Das mit dem Laufstil, also evtl. Vorfußlauf, werde ich jetzt mal ausprobieren.... Komisch ist nur, wenn die Schmerzen da sind, ich ein paar Minuten gehe, ist wieder alles gut, dann laufe ich wieder, nach kurzer Zeit wieder Schmerzen, je länger ich "durchalte" umso heftiger die Schmerzen, bis ich die Beine kaum noch abheben kann... dann wieder gehen, bis es nicht mehr weh tut usw....

Scheint mir irgenwie nicht so, als wär da was "kaputt" an meinen Haxen?!?! Evtl. doch eher falscher Laufstil? Obwohl ich ja schon jahrelang laufe, diese Schmerzen aber neu sind?!

Antwort
von wiprodo,

Das mag möglicherweise am Laufstil liegen. Wenn du z.B. Fersenlauf praktizierst (und das vielleicht sogar noch auf hartem Untergrund), wird bei jedem Fußaufsatz der vordere Schienbeinmuskel, der an der gesamten vorderen Schienbeinkante entspringt, stark angespannt, um die Fußspitze zum Fußaufsatz anzuheben. Das könnte zusammen mit dem Aufstoßen der Ferse zu einer Knochenhautreizung am Schienbein führen. Aber: nur geraten! Versuch es mal mit Vorfußlauf! Diese Lauftechnik belastet zwar die Wadenmuskulatur, entlastet aber die Knochen und Gelenke. Auch NW kann man recht sportlich ausführen. Bergauf oder durch unwegsames Gelände mit eingestreuten Laufschritten und Sprungschritten über Hindernisse kann es den Körper stärker beanspruchen als Joggen in der Ebene.

Kommentar von SandraKl ,

Vielen Dank für deine Tips! Okay, walken kann man freilich in verschiedenen Intensitäten betreiben... aber es gibt keine Tour, die NUR bergauf geht! Abgesehen davon, dass es einfach ein anderer Sport als Laufen ist. Als Übergang, oder zur Regeneration zwischendurch gerne, aber es ist nicht das Selbe! Wie ich laufe, darauf hab ich ehrlichgesagt noch gar nicht geachtet. Werde das mit dem Vorfußlauf mal testen, könnte schon was dran sein. Was mich allerdings immer noch stutzig macht ist die Tatsache, dass ich ja schon jahrelang laufe, diese Probleme aber erst jetzt bzw. letztes Jahr aufgetreten sind. Der einzige Unterschied zu früher ist eigentlich der, dass ich einiges zugenommen habe, ca. 10 Kilo. Hab ich mit dem Rauchen aufgehört, ironischerweise dem Joggen zuliebe.. und habe dadurch dieses Gewicht drauf bekommen und habe (evtl.) dadurch jetzt diese Schmerzen beim Laufen. Irgendwie fast ein Witz, oder? Oder hat es nix mit den zusätzlichen Kilos zu tun?

Kommentar von wiprodo ,

10 kg mehr beim Joggen ist ja schon eine Menge! Das entspricht einem Eimer Wasser, der beim Joggen mitzuschleppen und bei jedem Schritt mit der Ferse (beim Fersenlauf) abzubremsen ist. Wenn die Schienbeine das nicht gewohnt sind......! Und auch das Bergabwalken kann man abwechselungsreich und in der Belastung intensiver gestalten, wenn man das Gelaende entsprechend einbezieht.

Kommentar von wiprodo ,

Wenn der Unterschied zwischen Gehen und Laufen hinsichtlich der Schmerzen derart massiv sind, sollte man darüber nachdenken, den Laufstil mehr dem Bewegungsablauf des Gehens anzunähern: kleinere, schnellere, federnde Schritte. Was nutzt ein vermeintlich "kerniges" Laufen,, wenn man nach wenigen Schritten - der Schmerzen wegen - wieder zum Gehen wechseln muss? Mein Vorschlag: ausgehend von einem Gehen (u.U. sogar mit NW-Stoecken) in kurzen, schnelleren Schritten die Schrittfrequenz allmählich steigern und in ein federndes Traben übergehen. Dabei sollte man sich an die Grenze herantasten, jenseits der die Schmerzen wieder auftreten könnten. Mit den Stoecken nicht wie beim NW herumstochern, sondern sie eher wie beim Skilanglauf locker schwingend einsetzen!

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