Frage von Dino111, 277

wo besteht eine dysbalance wenn die schulterblätter rausgucken ?

ich bin sehr zufrieden mit den fortschritten die ich in letzter zeit mit krafttraining erreicht habe- doch stört mich, dass meine schulterblätter etwas nach hinten abstehen und daraus ergibt sich optisch kein unbedingt schönes bild, nur wenn ich sie etwas einziehe, was auf dauer aber sehr anstrengend ist.- sieht in etwas aus wie bei einer scapula alata!

normalerweise trainiere ich sehr abwechslungssreich, und komplett isolierte übungen mache ich rel. selten- habe gelesen dass dafür eine muskuläre dysbalance in frage kommen kann

da bei einer scapula alata der serratus anterior gelähmt ist, kann ich mir vorstellen dass ich in diesem bereich zu schwach ausgebildet bin, und andere gegenspieler vom serratus die schulter zu stark nachc hinten wegziehen, anstatt dass sie an den brustkorb gepresst wird ? einer meiner lieblingsübungen sind klimmzüge im griff mit den handflächjen von einem weg- kann das das vielleicht hervorgerufen haben ? und mit welchen übungen kann ich das abschwächen ? hatte das schon soweit ich denken kann, aber nicht so extrem wie heute.

Antwort
von wiprodo, 262

Hallo Dino,
vorausgesetzt, es liegt bei dir keine pathologische Ursache vor, wird es sich eher um eine Dysbalance zwischen dem Pektoralis einerseits und dem Rhomboideus-Trapezius-Komplex andererseits handeln. Der Pektoralis zieht mit seiner Ruhespannung den Schultergürtel nach vorn, während insbesondere der Rhomboideus, aber auch der mittlere Teil des Trapezius das Schulterblatt und zwangsläufig damit den Schultergürtel nach hinten ziehen. Dabei scheint mir insbesondere der Trapezius ein Abstehen des hinteren Randes des Schulterblattes zu unterbinden. Ich hoffe, du kannst das auf meiner eilig angefertigten Zeichnung, die die Situation im Blick von oben darstellt, erkennen. Wie weit der Serratus den hinteren Rand des Schulterblattes nieder halten kann, ist mir nicht ganz klar, da er ja in erster Linie das Schulterblatt nach vorn schiebt.

Zu der von dir beschriebenen Situation: Offensichtlich ist der Pektoralis trainingsbedingt sehr stark. Da aber beim Pektoralistraining (z.B. Liegestütz, Bankdrücken) zwangsläufig auch der Serratus mit trainiert wird, kann die Situation wohl nicht durch einen schwachen Serratus verursacht sein. Mir scheint es eher, dass der Rhomboideus-Trapezius-Komplex gestärkt werden müsste: reverse Butterfly, vorgebeugtes Seitheben.

Kommentar von wurststurm ,

Das ist ja wiedermal eine Hammer Antwort von Wiprodo. Vorgebeugtes Seitheben werde ich auch mal integrieren.

Kommentar von Dino111 ,

doch die zeichnung ist top, kann es mir räumlich deutlich besser vorstellen! was ich beim schultergelenken mit den 100 gefühlten funktionellen muskelschlingen etwas schwierig finde

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community