Frage von Apfelmann,

Wie Leistenzerrung nach längerer Zeit behandeln

Hallo, ich habe schon seit über einem Jahr eine Leistenzerrung, die ich nie wirklich behandeln lassen habe. Mittlerweile mache ich eine Sportpause und war auch schon bei verschiedenen Ärzten, doch bisher gab es lediglich temporäre Erfolge und die Schmerzen treten immer wieder auf. Bisher wurde es mit (mehreren) Cortison-Spritzen versucht und auch mit Physiotherapie, doch die Schmerzen die sich immer für eine kurze Zeit beruhigt haben (Spritze ca 1-2 Wochen, Physio ca 3-4 Tage Ruhe, also übers Wochenende zur nächsten Physioeinheit ging es meist wieder von vorne los) kommen immer wieder. Es ist keine schlimme Leistenzerrung deshalb wollte ein Chirurg sie auch nicht operieren lassen. Ein Neurochirurg konnte auch nichts wesentliches feststellen. Mittlerweile soll ich es mit leichtem Sport versuchen (langsames Joggen, geg. Schwimmen, Stretching) doch bisher gibt es auch keine erkennbaren Fortschritte.

Hat jemand einen Rat was man machen könnte, ich würde gerne wieder mit >richtigem Sport< anfangen, nur der lässt sich durch die Leistenzerrung nicht mehr ganz so gut betreiben wie vorher.

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Antwort
von wiprodo,

"Leistenzerrung“ ist ein Bergriff, den man für eine ganze Reihe von Schmerzen im größeren Bereich der Leistengegend anwenden kann. Bevor du also nicht genau sagst, was bei dir „gezerrt“ ist und wo genau die Schmerzen auftreten, kann man außer nutzlosem Blabla dir keinen Rat geben.

Am häufigsten wird der Begriff angewendet, wenn irgend ein Muskel der Adduktorengruppe gezerrt ist. In diesem Fall sollten die Schmerzen an der Oberschenkelinnenseite dicht unter der Leistenbeuge auftreten, vor allem bei aktiven Adduktionsbewegungen und beim Heben des Beins in der Hüfte oder bei passivem Abduzieren des Beines. Solch eine Leistenzerrung sollte jeder Arzt, vor allem ein Orthopäde, diagnostizieren können. Wenn aber „ein Chirurg“ nur deshalb nicht operiert, weil es sich um „keine schlimme Leistenzerrung“ handelt, möchte ich bezweifeln, dass es sich überhaupt um eine Muskelzerrung handelt; denn so etwas operiert man nicht.

Möglicher Weise liegt also bei dir etwas anderes vor, etwa eine Zerrung des Leistenbandes (Ligamentum inguinale). In diesem Fall sollten die Schmerzen aber direkt in der Leistenbeuge auftreten. Es könnte aber auch ein Leistenbruch (s. Antwort Bressen) sein, aber auch das hätte jeder Arzt herausfinden müssen und von einer Muskelzerrung unterscheiden können.

Bleibt nur zu hoffen, dass du endlich den Arzt findest, der dich richtig berät. Und: Führe auf keinen Fall ein Stretching aus! Das ist sowohl bei einer Muskelzerrung, als auch bei einem Leistenbruch genau das Falsche.

Antwort
von Bressen,

Das hört sich nicht mehr nach einer Zerrung an. Von Ferndiagnosen halt ich nichts. Aber ich vermute bald das es ein Bruch ist. Oftmals sieht man äusserlich nichts. Weil es wie Du schreibst immer wieder von vorne los geht muß es bald so sein. Dann geht es nur Operativ, den alternative Heilmethoden gibt es in dem Fall nicht. Bevor ich mir Cortison-Spritzen reinhauen lasse hinterfrage ich sowas normal schon! Ein Physiotherapeut will hier nur Geld mit Dir machen, den der sollte schon wissen, dass hier nur eine OP hilft. Geh mal zu einen gescheiten Arzt, Operieren tut es der Chirurg oder ggf. ein Urologe.

Antwort
von Apfelmann,

Danke für eure bisherigen Antworten: Also ein Bruch wurde eben von einem Chirurgen mit genauer Untersuchung ausgeschlossen und das ganze eben "nur" als Leistenzerrung diagnostiziert. Die Schmerzen hindern mich nicht direkt dabei Sport zu machen nur kann man eben keine 100% geben, beim Joggen/Laufen halten sich die Schmerzen noch in Grenzen, nur beim Handballspielen (Hauptsportart wo ich mir die Verletzung wohl als Torwart zugezogen habe) werden die meisten Bewegungen durch die Verletzung eingeschränkt. Ich denke mal bei einem Leistenbruch wären die Schmerzen und demzufolge die Einschränkungen relativ groß, so dass selbst Joggen zu einem Problem wird, oder nicht? Das die "Zerrung" über Zeit heilt halte ich mittlerweile auch schon für ungewiss, da ich schon fast ein halbes Jahr nun eine "Ruhepause" durchführe.

Antwort
von Juergen63,

Eine Zerrung heilt in der Regel problemlos nach einigen Wochen aus. Beschwerden die länger anhalten und nicht behandelt werde gehen sehr gerne einen chronischen Verlauf ein. Von daher wäre es besser gewesen damals direkt zum Arzt zu gehen. Was deine Beschwerden nun genau hervorruft kann man aus der Ferne nicht sagen. Da müssen Untersuchungen her. Du solltest hier also alles weiter mit den Ärzten abklären.

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