Frage von Marcel2001, 123

Wenig Trainingserfolge mehr im Tennis?

Hallo liebe Community ^^ Ich bin nun 14 Jahre alt und spiele seit 3 1/2 Jahre Tennis. Ich habe in den letzten 1 1/2 Jahren stark an der Kondition und Technik gearbeitet und hatte sehr gute Rückmeldung von Trainer/Mannschaft bekommen. Bin nächste Saison sogar für die Herrenmannschaft gesetzt was mich im ersten Moment ziemlich überraschte :D Ich weiß das kommt jetzt alles ziemlich eingebildet und egoistisch vor, was es aber nicht sein soll. Jetzt aber zur eigentlichen Frage. Seit 2-3 Monaten merke ich wie ich nur noch langsam Fortschritte mache, was mich ziemlich beunruhigt. Mein Vater (30 Jährige Tenniserfahrung, C-Trainer ) meinte das wäre normale da ich ja die letzten Jahre den schnellen Fortschritt genoss. Was meint ihr? LG Marcel :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kladusch, 123

Hallo, Marcel!

Nein, meiner Ansicht nach kommt das nicht eingebildet oder egoistisch rüber. Deine Intention ist es ja, dich zu verbessern. Man weiß natürlich nicht, auf welchem Niveau du spielst. Ich finde das ganz toll, dass du schon in der Herrenmannschaft spielen wirst. Meine Fraunde und ich haben mit 13 Jahren in der Jugend auf Bundeslandebene alles abgeräumt und sind dann in der untersten Klasse bei den Herren angemeldet worden und sind dann Jahr für Jahr aufgestiegen. Das sind ganz wichtige Erfahrungen, die man da sammelt gegen Erwachsene. Gerade in den unteren Klassen haben die Spieler zum Teil technische Defizite, wissen aber, wie sie das kompensieren und spielen eher gewinnorientiert.

Du solltest dir und deinem Trainer die Frage stellen, wo deine Schwächen liegen und dann gezielt daran arbeiten. Klappt Rückhand- Slice bzw. Topspin? Wie siehts mit den Volleys aus...kannst du Serve- and Volley? Ist dein zweiter Aufschlag druckvolol oder mehr ein Einwurf?

Was die Kondition betrifft, wenn du sportlich bist, dann kannst du da nicht mehr so viel reißen. Wichtig allerdings, viel Kraft in den Oberschenkeln aufzubauen, um stabil aus dem tiefen Ausfallschritt zu schlagen. Da bieten sich Kniebeugen im Ausfallschritt an.

Letztendlich aber liegt der Fokus bei den Turnierspielern vor allem auf EInem: Gewinnen...! Schönspielerei bringt noch keine Siege. Du solltest im taktischen Bereich dir verschiedene 'Gameplans' aneignen, dass heißt, eine Spielstrategie auf den Gegner insbesondere seine Schwächen anzuwenden, die erfolgversprechend ist. Das lernt man durch viele viele Turnierspiele.

EIn weiterer Aspekt ist die Psychologie. Kannst du deine Gegner knacken, seinen Siegeswillen brechen? Es gibt da zig psychologische Tricks und Strategien (innerhalb des Regelwerkes), um das Kopfduell zu gewinnen. Manchmal muss man einfach auch ein bissl Drecksau sein.

In allen diesen Punkten wirst du dich sicherlich noch enorm verbessern , zudem sicherlich auch noch körperlich, da du noch im Wachstum bist!

Viel Erfolg und du weißt ja :

Slice is nice- with spin you win! (Falls Sie das lesen, Frau Graf- Agassi, Ausnahmen bestätigen die Regel)

Kommentar von Marcel2001 ,

Danke für die tolle Antwort! Ich habe meinem Trainer jetzt mal vorgeschlagen das er mir jede Trainingsstunde ein Feedback geben soll und auch mal negative Dinge ansprechen soll. Gameplans hab ich mir schon ein paar überlegt, welche ich dann bei den nächsten Punktspielen anwenden werde. Zurzeit merk ich das meine Rückhand ziemlich oft ins Netz fliegt, was aber mit meiner Schulterbewegung zu tuhen hat (ich lass sie immer runterhängen). Noch eine Frage ^^ Ich habe mir schon überlegt das ich 2-3 mal in der Woche zusätzlich noch in ein Fitnessstudio zu gehen , wenn ich das mit meinem Alter darf ^^ Ich will kein Profi oder Sonstiges werden, ich will einfach gut Tennis spielen und gewinnen ;)

Kommentar von Kladusch ,

Ja, genau- wer kann das besser als der Trainer soll das beurteilen? Und toll, dass du ihn drauf ansprichst, denn viele Trainer wollen natürlich auch ihre Trainees nicht demotivieren und ggfls vergraulen.

Rückhand ist schon so ein Ding...manche lernen sie ihr ganzes Leben nicht...Spielst du einhändig oder beidhändig? Lass dich vom Trainer immer wieder korrigieren und frag ihn was du falsch machst und worauf du achten sollst. Setz dich aber generell auch wegen des gameplans zu sehr unterdruck- in erster Linie soll dir Tennis Spass machen und den sollst du auch nicht verlieren. Und wenn du schon selber sagst, dass du Schwächen bei deiner Rückhand siehst, dann hast du noch viel Entwicklungspotential. Ab einer gewissen Klasse machen die Spieler keine einfachen Fehler mehr, pauschal gesagt, man muss sich dann jeden Punkt erkämpfen und geschenkt wird da nichts mehr. Einer der simpelsten gameplans ist beispielsweise, einfach nur den Ball mit etwas Druck im Spiel zu halten. Das bewirkt schon oft wunder.

Wenn du ins Fitnesstudio gehen kannst und gerne willst, dann ist das sicher förderlich. Ein paar Übungen habe ich ja schon beschrieben, aber wichtig ist, den gesamten Rumpf, wor allem aber die Wirbelsäulenrotatoren , oberen Rücken und Außenrotatoren der Schulter zu stärken. Das Verbessert Deine Haltung, und reduziert das Risiko von Gelenkverschleiß, der in jungen Jahren oft droht.

Auf jeden Fall würde ich eher ein Schnellkrafttraining un dKraftausdauertraining empfehlen, also keine hohen Gewichte und sowas wie Bankdrücken, Butterfly brauchst du gar nicht machen.

Viel Erfolg und schönes Wochenende!

Kommentar von Marcel2001 ,

Danke, gleichfalls :) und nochmal danke für die klassen Antwort(en) ^^

Antwort
von Nastase, 95

Hallo Marcell - aus deiner Beschreibung kann ich mir dein Tennis nicht

vorstellen - wenn es immer aufwärts gehen würde wärst du ja bald Profi..Wir in Bayern spielen Ranglistenturniere ( LK `s ) dann weist du sehr schnell wo du leistungmäßig stehst ....trainiere gut und hab auch Geduld.... die besten Wünsche von Nastase


Antwort
von wurststurm, 102

In den ersten Jahren sind die Fortschritte am größten, dann werden sie kleiner trotz gleichem Aufwand und ab einem bestimmten Alter geht es dann nur noch darum, den Verfall in Grenzen zu halten. Nimm es hin. Wie gross deine Fortschritte sind oder obdas alles nur Einbildung ist kann dir hier keiner sagen.

Antwort
von Helge001, 95

Es gibt sogenannte Trainingsschübe. Logisch ist, dass du am Anfang merkst, wie es vorwärts geht. Recht hat dein Vater. Dann gibt es immer mal Stagnationen im Lernprozess. Bei dem Einen dauert es kürzer, bei dem Anderen länger. Teilweise kann es sogar passieren, dass du fast 6 Monate keine Fortschritte machst. Du denkst, du stehst auf der Stelle und es tut sich nichts. Hatten wir vorletztes Jahr bei einem U15 Spieler. Dann machte der einen Riesensprung, da kam man aus dem Staunen nicht raus. Was vorher nicht klappen wollte, klappte auf einmal perfekt. Momentan hat er wieder so eine kleine Durststrecke. Das ist etwas ganz normales und da braucht man sich keine Gedanken machen, wenn man trotzdem weiterhin ordentlich trainiert. Definitiv geht es ab 45 nur noch darum, dein Level halbwegs zu halten (dabei meine ich Technik). Läuferisch geht es schon etwas eher nach unten. Aber daran musst du jetzt noch nicht denken. :-))


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