Letztens musste ich einen leichten Weg nach einer Klettertour wieder runterklettern, mein Seilpartner meinte ich solle vorwärts (also mit dem Blick vom Fels weg) absteigen, fühlte mich aber sicherer, wenn rückwärts abkletterte. Was ist eigentlich besser?
Das kommt immer auf die Situation an, wie steil und schwierig die Abkletterei ist. Generell sollte man alles, was gut möglich ist, vorwärts abklettern. Das geht einfach viel schneller. Sehr gut geht das in Rinnen, wo man sich auf beiden Seiten abstützen kann. Auch auf Platten kann man viel vorwärts gehen, notfalls nimmt man kurz mal den Hintern zu Hilfe. Mehr Sicherheit bietet das rückwärts abklettern, allerdings sieht man da grade im steilen Gelände oft die Tritte schlecht. Für einzelne schwieirge Stellen ist es eine gute Lösung, lange Passagen rückwärts abzuklettern dauert aber sehr lange. Häufig seilt man dann besser ab.
Ich bin auch ein Befürworter für das Rückwärts-Absteigen. Du hast einfach einen sichereren Halt und was das wichtigste ist, du kannst kein Übergewicht nach vorne bekommen. Beim Vorwärts-Abklettern kann es dir daher passieren, dass du dich zu weit nach vorn beugst und somit ein Absturz nach vorne möglich ist.
Ich MUSS meine Füße sehen beim Absteigen, daher ist rückwärts absteigen für mich belastender. Manchmal muss es aber sein, um meine Hände besser einsetzen zu können. In dem Fall hilft, wenn unten drunter jemand sagt, wo man die Füße hinsetzt. Wenn es so steil ist, dass man richtig abstürzen kann, seile ich lieber ab.

Beim Bergsteigen wird tatsächlich oft so abgestiegen. Der Vorteil ist, eben, dass man besser sieht, und es ist auch nicht viel schwerer. Nur Pyschisch ist es belastender... man merkt eben die Ausgesetztheit viel mehr.
derdrehwurm am 27. August 2008 09:33 Eine Kompromisslösung ist seitlich bergabzusteigen.