Frage von Kelsier, 4

Was entscheidet, wie schnell man sich bewegen kann (Sprint o.Ä.)

Welche Faktoren sind hierfür entscheidend? Würde mich sehr interessieren. Und kann man seine Grundgeschwindigkeit durch spezifische Übungen verbessern oder ist diese festgelegt?

Danke und Gruss

Kelsier

Antwort
von wiprodo, 3

Die Bewegungsschnelligkeit hängt sowohl von konstitutionellen als auch von konditionellen Bedingungen ab.

Zu den konstitutionellen Bedingungen scheinen die Verteilungen der schnellen (Typ-II) und der langsamen, aber ausdauernden (Typ-I) Muskelfasern die bedeutendsten zu sein. Allerdings variieren diese Relationen nicht nur von Person zu Person, sondern auch von Muskel zu Muskel. D.h.: Zwar hat im Durchschnitt der Trizeps einen höheren Anteil schneller Fasern (etwa 65/35 Typ-II/Typ-I) als der Bizeps (50/50) und dieses Situation kann bei einer einzelnen Person zugunsten der schnellen Fasern erhöht sein, beispielsweise 70/30 und 55/45, aber es muss nicht notwendiger Weise so sein. Statt dessen kann auch im einen Muskel eine verminderte Anzahl schneller Fasern, im anderen Muskel eine erhöhte Anzahl schneller Fasern auftreten, z.B. 60/40 und 55/45.
Zu den konstitutionellen Faktoren gehören aber auch Bedingungen der Skelettarchitektur, z.B. die Ausprägung der unterschiedlichen Gliedmaßenlängen und Knochenformen, insbesondere die Position der Muskelansatzstellen am Knochen, wodurch das Verhältnis von Kraftarm zu Lastarm (also die „Hebelverhältnisse“) geprägt wird.

Zu den konditionellen Bedingungen gehören sowohl die Muskelkraft, die Masse des Bindegewebes und der Koordinations- (bzw. Trainings-)zustand. Da Körperbewegungen stets Hin- und Herbewegungen darstellen, Körpermassen also stets beschleunigt und wieder angebremst werden müssen, um (z.B. beim Sprint) große Geschwindigkeiten zu erzielen, kommt der relativen Muskelkraft eine entscheidende Bedeutung zu, gemäß dem Prinzip Geschwindigkeit gleich Kraft mal Zeit durch Masse (v = F * t / m).

Man kann also (zum Beispiel beim Sprint) seine Grundgeschwindigkeit durchaus verbessern, indem man die Kraft der relevanten Muskeln durch entsprechendes Training erhöht und die (überflüssige) Körpermasse reduziert. (Entsprechende Übungen findest du bei der Nutzung der Suchfunktion!). Ein entsprechendes Koordinationstraining zur Verbesserung der Krafteinsätze ist ebenfalls hilfreich.
Eine Einfussnahme auf die konstitutionellen Faktoren ist natürlich nicht möglich.

Antwort
von laufsepp, 4

Ich kann mich da nur voll und ganz der Antowrt vom Prfessor anschließen. Zum einen ist die Grundvoraussetzung von genetischer Sieite her zu berücksichtigen. Je mehr schnell kontrahierende Muskulatur man hat, um so bessere Voraussetzungen hat man auch schnell sprinten zu können. Wie schnell man dann letztendlich wird, hängt wiederum davon ab, wie gut und hart man trainiert, um die muskulären Voraussetzungen optimal für den Sprint auszubilden. Ich würde hier auch einen Leichathletikverein empfehlen.

Antwort
von Professor, 3

Grundsätzlich hat ein guter Sprinter mehr von den weißen schnellen Muskelfasern, die zucken schneller und somit kann man schneller sprinten. Das ist Veranlagung neben der Konstitution und Koordination. Hinzu kommt jahrelanges spezielles Sprint- und Schnellkrafttraining. Am besten Du meldest Dich bei den Leichtathleten an, da erhälst Du Anleitung und kannst mittrainieren. Deine Fragen können dann sofort mit praktischer Umsetzung beantwortet werden.Viel Erfolg.

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