Frage von jennymac, 175

Was bringt eine Pulsuhr beim Joggen?

Hi Leute!

Ich habe vor einigen Wochen mit dem Lauftraining begonnen und möchte im nächsten halben Jahr einen Halbmarathon laufen.

Neulich war ich mit einer Freundin Joggen und bemerkte, dass sie eine Pulsuhr am Handgelenk getragen hat. Als ich sie darauf ansprach, was genau ein Pulsmesser bringt, sagte sie, dass er ihr hilft, in ihrer optimalen Pulszone zu bleiben.

Kann mir bitte jemand in ein paar Sätzen erklären, was es mit der Pulsmessung im Sport auf sich hat?

MFG, Jenny

Antwort
von Viking887, 124

Wenn du dich auf einen Hm vorbereiten möchtest ist eine gute Pulsuhr (mit Brustkorbband) eine sinnvolle Investition. Die verschiedenen Bereiche der %MaxHf  helfen dir auf verschiedene Weise dich vorzubereiten.Es gibt fünf Herzfrequenzzonen, die alle verschiedene Effekte auf deinen Körper haben. Zunächst ist es sinnvoll festzustellen in welchem Bereich du trainieren willst/ solltest. Das hängt von deinem Trainingszustand und deinen Zielen, also in diesem Fall ein Hm zu laufen, ab. Ist dies festgestellt muss die MaxHf ermittelt werden. Dies ist nur in einem sehr belastenden Verfahren möglich und nur für erfahrene Sportler geeignet. Anfänger sollten sich hier nach der Faustformel 220- Lebensalter = MaxHf richten. Ich hoffe ich konnte dir helfen. Viel Erfolg bei deinem Halbmarathon.

 

Antwort
von Juergen63, 99

Eine Pulsmessung während des Trainings ist bei medizinischen Indikationen ( zb. Herzerkrankungen ) und im Leistungssportbereich sinnvoll. Während im medizinischen Bereich über ein Belastungs EKG festgestellt wird welche Pulsfrequenz bei einer Erkrankung des Herz-Kreislaufsystemes beim Training noch vertretbar ist, macht die Pulsmessung im Leistungssportbereich an sich nur Sinn wenn die Anaerobe Schwelle bekannt ist.

Die anaerobe Schwelle sagt etwas über die Lactatbildung und den Lactatabbau im Körper aus. Bei Belastung des Muskels bildet sich vermehrt Lactat was bis zu einem gewissen Punkt 1:1 abgebaut wird. Die anaerobe Schwelle ist demnach der Belastungspunkt wo das Lactat nicht mehr 1:1 abgebaut werden kann und eine Lactatüberschuß im Muskel entsteht. Hier wird auch gerne der Begriff des "übersäuerte Muskels" benutzt.

An dem Punkt kann der Muskel nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt werden, was dann zum Leistungseinbruch führt. Über einen Lactattest kann festgestellt werden bei welcher Pulsfrequenz dieser Lactatausgleich nicht mehr gegeben ist. Wenn du diese Pulsfrequenz kennst, dann macht es Sinn im Leistungssport den Puls als Messindikator mit einzubeziehen. So kannst du dein Training den einzelnen GA Bereichen ( Grundlagenausdauerbereichen ) anpassen und eine optimale Leistungsverbesserung anvisieren.

Nun spricht natürlich nichts dagegen den Pulsmesser zu nutzen auch wenn die Lactatwerte nicht bekannt sind. So kannst du für dich den persönlichen Wohlfühlpuls beim Training feststellen, wobei das natürlich auch von der Tagesform und einigen anderen indivduellen Dingen abhängig ist. Der Pulsmesser kann also auch verwirren, weil du beim Training dann durchaus unterschiedliche Werte hast.

Antwort
von DeepBlue, 105

Hi,

der optimale Pulsbereich ist der, indem man sich am wohlsten fühlt. Eine optimale Belastungsintensität liegt bei 65% der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max). Dies lässt sich aber nicht mit einer Pulsuhr, sondern nur mit Hilfe einer aufwendigen Leistungsdiagnostik ermitteln.

Es gibt auch keinen optimalen Fettverbrennungspuls. Die Fettverbrennung (Fettsäureoxidation) ist eine Energiebereitstellung, die in unserem Körper jederzeit rund um die Uhr stattfindet. Wenn nun langsam in einem
niedrigen Pulsbereich trainiert wird, verbrennt der Körper zwar prozentual (!) mehr Fett als Kohlenhydrate. Dabei werden aber weitaus weniger Kalorien verbrannt, als wenn man bei gleicher Zeitdauer in einem höheren Pulsbereich trainieren würde. Wer also im gleichen Zeitraum intensiver (=schneller) läuft, rudert, strampelt oder crosst, verbraucht mehr Energie, als wenn er sich bei niedrigerem Tempo bewegt – was eigentlich ja auch logisch ist.

Pulsuhren sind für Einsteiger eine sinnvolle Investition. Gerade Anfänger verfügen noch nicht über das richtige Körpergefühl, sind übereifrig und neigen dazu, sich zu überfordern. Alte Hasen indes brauchen keine Pulsuhr. Sie wissen auch so genau, wie hoch ihr Puls gerade ist.

Gruß Blue

Kommentar von Golfwomen ,

Hi Blue, danke für die Klarstellung mit der Fettverbrennung im niedrigen Pulsbereich. Mir wurde das "Märchen" auch erzählt, aber Deine Erklärung ist logisch. 

Antwort
von Eliot, 68

Zum Thema Pulsuhr hat Deepblue ja schon alles gesagt. Um dir zu deinem Halbmarathon konkret raten zu können, müsste man schon mehr von dir wissen, z.B. Alter, Trainingszustand, wie schnell und welche Strecke läufst du bisher, welche Zielzeit wird angepeilt, wie oft kannst du wöchentlich
trainieren usw.

Um einen Halbmarathon gut zu überstehen, reicht es nicht aus, sich nur auf das Laufen zu konzentrieren, und eine Pulsuhr bringt dir rein gar nichts.

Es gibt eine gute App von Runner's World (über Google Play oder Apple Store) "In 100 Tagen zum Halbmarathon". Die App kostet € 5,99 und beinhaltet fünf Halbmarathon-Trainingsplane (mit verschiedenen Zielzeiten), Dehn-, Kraft- und Koordinationsübungen, Ernährungstipps und vieles mehr.

Gute und kostenlose Trainingspläne gibt es aber auch im Netz, z.B.

http://www.runnersworld.de/trainingsplan/halbmarathon-trainingsplaene.278384.htm

Viel Erfolg.

Antwort
von Golfwomen, 87

Hallo liebe Jenny,

ich laufe auch mit Pulsuhr, weil ich dann die Kontrolle habe, dass ich im richtigen Pulsbereich laufe. Wenn mein Tag im Büro sehr hektisch war, laufe ich oft schneller oder manchmal sogar langsamer als mein subjektives Gefühl mir einreden will. Deshalb die Pulsuhr - so kann ich den Pulsbereich objektiv kontrollieren. Wenn Du für einen Halbmarathon trainieren willst, solltest Du auf eine langsame, aber beständige Leistungssteigerung achten, was die Pulsuhren auch mit aufzeichnen wie Tempo und Länge der Strecke. 

Kommentar von DeepBlue ,

"Wenn mein Tag im Büro sehr hektisch war, laufe ich of schneller oder manchmal sogar langsamer als mein subjektives Gefühl mir einreden will. Deshalb die Pulsuhr - so kann ich den Pulsbereich objektiv kontrollieren"

Aber genau darum geht es doch. Wir Menschen sind Individuen und können nicht jeden Tag die gleiche Leistung vollbringen. Wenn man einmal schlecht drauf ist, muss man auch mal fünf  gerade sein lassen und sollte sich nicht mit aller Macht in "seinem" Pulsbereich, der eh umstritten ist, quälen. Andererseits, wenn mal gut drauf ist, warum sollte man nicht eine Schippe drauflegen? Hauptsache, man fühlt sich wohl, anstatt sich von einer Uhr fremdbestimmen zu lassen.

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