Ein Freund von mir, der Arzt ist, hat sich so geäußert. Ich habe nicht weiter gefragt, aber was kann er gemeint haben? Sind wir denn irgendwie anders?

Wir haben ein solides medizinisches Halbwissen. Was durchaus kein Problem ist, solange man weiß, dass der Arzt im Grunde besser Bescheid weiß. Durch unsere halbqualifizierten diagnostischen Mutmaßungen hat der Arzt mehr Arbeit, denn er hat die Diagnose wahrscheinlich schon gestellt, oder weiß zumindest wie man da vorgeht und kann auch viel mehr Faktoren in seine Rechnung einbeziehen als wir, und muß sich mit uns nun als quasi unterqualifiziertem Kollegen auseinandersetzen, und uns das alles doppelt erklären, was normale Patienten einfach hinnehmen.
Und dann kommt noch dazu, dass wir natürlich nicht so lange Schonen wollen, weil wir nicht ausser Form geraten wollen. Und weil wir so ehrgeizig sind, übertreiben wir es gerne, und müssen den Onkel Dr. auch öfter besuchen :-)

Der drehwurm hat da schon richtiges geschrieben.
Andererseits sind "vernünftige" Sportler aber auch angenehme Patienten, weil sie durch ihre generell bessere Fitness schneller wieder auf die Füsse kommen und sich nicht nur zurücklehnen und Arzt und Physiotherapeuten "machen lassen", sondern sich auch selbst für ihre Gesundung verantwortlich fühlen und sich Mühe geben.
Ich denke, dass das Hauptproblem oft der Trainingsverlust oder ein zeitnaher Wettkampf ist. Meist ist es doch so, dass man sich eine kleine Verletzung zuzieht und aber bald wieder fit sein will, weil man sonst den Abschluß im Training verliert, oder ein wichtiger Wettkampf stattfindet. Das macht es natürlich für die Ärzte und die Physiotherapeuten schwieriger. Und Sportler haben auch oft sehr schwierige Verletzungen, also nicht einfach nur einen Bänderriss, sondern da geht dann schnell mal mehr kaputt. Ich denke, dass das allerdings ein normales Restrisiko ist, das man beim Sporttreiben eingehen muss.