Frage von Baron,

Warum gibt es bei uns eigentlich so wenig "echte" Hartplätze? (Tennis)

Kennt ihr plausible Gründe, warum man in Deutschland so wenig "echte" Hartplätze sieht? Ich meine nicht das plattgewalzte Kunststoffgranulat, sondern diese Art Beton, auf dem auch die US Open ausgetragen werden (nennt sich DecoTurf, wenn ich mich nicht irre) und wie man ihn in den Vereinigten Staaten in fast jedem Kaff findet. Ich meine, Sand ist pflegeintensiv, teuer, die Bälle sind langsam und verspringen, wenn der Platz nicht hervorragend gepflegt und gewässert wird, die Linien sind häufig schwer zu sehen, man rutscht und knickt leichter um. Angeblich ist Spielen auf Sand gelenkschonender, ich kann da aber kaum einen Unterschied feststellen und wenn dem so wäre, müssten die abertausenden amerikanischen Tennisspieler ja überproportional durch die Gegend humpeln. Auf Hartplatz ist man agiler und schneller, da plötzliche Richtungswechsel möglich sind, ohne auf dem Sand wegzurutschen. Außerdem ließen sich die Mitgliedsgebühren der Clubs drastisch reduzieren, da die Frühjahrsinstandsetzung entfällt, man keinen Platzwart braucht etc. Langer Rede kurzer Sinn: Ich kann's nicht nachvollziehen. Danke vorab für Meinungen und Gedanken...

Hilfreichste Antwort von Prince,
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Diese Hartplätze sind wirklich nicht gelenkschonend, was ich als den Hauptgrund für die wenigen Hartplätzen ansehe. Man kann keinen Ball ausrutschen, und die Gefahr des Umknickens ist eher größer als auf Sand. Außerdem sind Hartplätze bei feuchten Wetterbedingungen kaum zu bespielen, weil die Rutschgefahr relativ hoch ist. Bei Sandplätzen ist dies eben nicht der Fall, weil diese sollen ja feucht sein, bzw. bewässert werden. Ganz ohne Platzwart wird es auch bei einem Hartplatz nicht gehen, denn jeder Tennisplatz der sich im Freien befindet wird auch verunreinigt (Blätter, Sand, etc.). Wenn dies nicht gesäubert wird, dann kann der Ball ebenfalls verhupfen. Das mit der Frühjahrsinstandsetzung ist ein Argument, allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass der Belag eines solchen DecoTurf-Courts auch irgendwann verschleißt, und erneuert werden muss.

Antwort von tennismaus,
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prince hat recht. bei feuchtem wtter werden die hartplätze zur eisbahn.da kann man wirklich nur spielen wenn sie trocken sind.und wann ist bei uns schon trocken ;)wie oft wird bei uns im sommer bei nieselregen gespielt,das geht auf hartplatz einfach nicht. und teilweise ist der bälle verschleiß drastisch hoch. manche hartplätze sind voll von gelbem filz.als trainer kann man da ständig neue bälle kaufen. wenn der platz nicht gepflegt wird kann auch hartplatz uneben werden. da gibts dann auch senken und löcher.das wird dann auch gefährlich. und man kann auf hartplatz auch wunderbar umknicken.außerdem ist er wirklich nicht so gelenkschonend. ich finde hartplatz an sich eigentlich gut.ich hätte auch lieber mehr hartplätze in der halle.bei uns gibts hauptsächlich teppich.da braucht man wieder extra schuhe,die werden aber kaum noch hergestellt.das wäre mit hartplatz schon einfacher.man könnte ja auch einfach mal versuchen neben den sandplätzen auch noch ein oder zwei hartplätze draußen zu bauen. die könnten ja auch noch als basketball oder fußballplatz genutzt werden.

Antwort von Smash,
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Es gibt einige Vorteile des Sandbodens, der nie zu ersetzen sein wird: Sie sind anerkannt knieschondender. Gerade das Rutschen mindert die Belastung auf die Knie. Und der langsamere Ball ist von älteren Spieler gerne angenommen. Ich spiele deshalb (fast) nur auf Sand. Auch im Winter (wir haben hier eine Traglufthalle über drei Plätze im Winter).

Allerdings sind die Hartplätze auf dem Vormarsch. Die meisten Turniere werden ja nur noch auf Hartplätzen gespielt. Und die neue Art solche zu bauen ist auch knieschonender (entweder Schwingboden mit Teppich oder Hartboden mit einer Art Gummieinlage).

In USA spielen Freunde jetzt im Winter oft draußen: Strickmütze über und Schnee weg mit dem Schieber - bei Sonne ist das herrlich im Winter. Kommen die uns hier besuchen, kommen sie mit den langsamen Bällen auf dem Sandboden gar nicht zurecht.

Wat dem eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall. :-) Hoffentlich bleiben mir aber die Sandplätze :-)

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