Frage von erbse,

Warum darf man in der Pfalz beim Klettern Keile legen, im Elbsandstein aber nicht?

Beides ist doch Sandstein.

Antwort von MarkusStadler,
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Sandstein ist nicht gleich Sandstein - der kann von extrem weich und zum Klettern kaum tauglich bis hin zu extrem harter Ausprägung alles sein. Im Elbsandstein ist es meines Wissens so, das der Sandstein eigentlich ziemlich weich ist, allerdings an der Oberfläche eine harte Kruste hat, die ihn vor Verwitterung schützt und gleichzeitig hart genug zum Klettern macht. Durch metallene Klemmgeräte kann diese Kruste zerstört werden, was erstens den Sandstein schädigt und zweitens auch die Haltekraft nicht gewährleistet. Besser geeignet sind dadurch Knotenschlingen, deren Anwendung aber spezielle Kenntnisse und Erfahrungen notwendig macht. Knotenschlingen sind zur Absicherung im Elbsandstein erlaubt.

In der Pfalz ist der Sandstein generell anderer Art und kann daher auch mit Keilen und Friends abgesichert werden.

Antwort von anonymous,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die Festigkeit des Sandsteins ist in beiden Gebieten anders: In Sachsen ist der Sandstein an der Außenschicht hart, innen aber sehr weich (Kreidezeitlicher Sandstein) In der Pfalz ist der Sandstein durchweg ähnlich (weicher als die sächsische Außenschicht), nur an wenigen Stellen gibt es eine Außenkruste ("Eisenplatten") Der Grund für das Klemmkeilverbot in Sachsen hat nichts mit der vergleichbaren Festigkeit zu tun, sondern besteht hauptsächlich aus traditionellen Gründen, die als "Sächische Kletteregeln" Eingang in die Nationalparkverordnung gefunden haben.

Antwort von xtough,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Markus hat den Hauptgrund schon genannt: Die Festigkeit des Elbsandsteins ist stark unterschiedlich und häufig dergestalt, dass nur die ersten 1-2 cm unter der Oberfläche ausgehärtetes Silikat enhalten. Darunter ist buchstäblich Sand. Ein Friend oder Klemmkeil würde aufgrund der punktuellen Belastung im Falle eines Falles nur Kratzspuren hinterlassen. Knotenschlingen verteilen die Kraft besser ringsum auf das Gestein.

Der zweite Grund ist aber die bewusst traditionelle Art des Kletterns, die in den sächsischen Kletterregeln festgehalten ist: http://www.bergsteigerbund.de/kletterregeln.htm

Diese Regeln will man bewusst nicht aufweichen, um den besonderen Charakter des Gebiets zu erhalten. Das Elbsandsteingebirge würde sonst zu einem austauschbaren Sportklettergebiet werden, wie es schon viele gibt.

Letztlich sind diese Kletterregeln auch im Rahmen der Bergsportkonzeption verbindlicher Teil der Nationalparkverordnung des Freistaates Sachsen. Insofern haben sie Gesetzescharakter.

(Siehe auch Wikipedia: Klettergebiet Sächsische Schweiz)

Antwort von Lampi,

In der Pfalz sind Knotenschlingen relativ ungeeignet, weil die Risse oft von unten bis oben parallel sind.

Weiter sind Knotenschlingen, um sich in geeigeter Weise zu verdicken und verklemmen, auf ein Mindestmaß an Reibung am Fels angewiesen. Das ist aufgrund des sehr feinkörnigen Sandsteins in der Pfals nicht gegeben. Daher die drei Regeln des Pfalzkletterns

  1. Nimm Friends mit

  2. Nimm viele Friends mit

  3. Du kannst nicht genug Friends mitnehmen.

Für die im Elbsandstein eher seltenen, in der Pfalz an manchen Felsen häufigen Lettenlöcher taugen auch Tricams. Nur sind die heute schwer zu kriegen.

Antwort von hansdampf,

Hi, ich weiß nur, dass das Elbsandsteingebirge im Nationalpark Sächsische Schweiz liegt und wahrscheinlich noch weiteren besonderen Schutz genießt, der das o.g. nicht gestattet.

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