Frage von kaulquappe, 39

Warum beim Brustschwimmen den Kopf eintauchen?

Üblicherweise wird Brustschwimmen so gelehrt und auch ausgeführt, dass der Kopf ständig über Wasser ist. Angeblich ist das aber für den Nacken sehr belastend. Nun, im Nacken merke ich nichts, aber der Lendenwirbelsäulen-Bereich mag das nicht mehr. Man schwimmt ja ständig im Hohlkreuz.

Deshalb gibt es die Variante, dass man beim Ausatmen den Kopf ins Wasser legt, damit man eben nicht ständig im Hohlkreuz ist. Aber das anschließende Wieder-Auftauchen geht noch viel mehr ins Kreuz als das Frosch-Brustschwimmen, finde ich. Warum also soll das Sport-Brustschwimmen mit Kopf-ins-Wasser-tauchen besser sein als das Frosch-Brustschwimmen?

Antwort
von DeepBlue, 28

Hi,

beim "sportlichen Brustschwimmen" kommt es nicht einfach darauf an, den Kopf in das Wasser zu legen und auszuatmen. Bei richtiger Technik werden in der Zugphase die Ellbogen dynamisch und kräftig unter der Brust zusammen geführt. Das kraft- und schwungvolle Zusammenführen der Ellbogen hat zur Folge, dass der Oberkörper aus dem Wasser gehoben wird. Die Nickbewegung mit dem Kopf wird dadurch vermieden, denn der Kopf kann in der natürlichen Verlängerung zur Wirbelsäule gehalten werden, so dass weder die HWS noch die LWS in Mitleidenschaft gezogen werden.

Gruß Blue

Antwort
von wiprodo, 20

Die Bedingungen der zurzeit üblichen Technik des sportlichen Brustschwimmens hat DeepBlue ausführlich beschrieben.

Aber bei dir scheinen andere Probleme vorzuliegen; denn das Heben des Kopfes aus dem Wasser bedeutet nur eine leichte (keineswegs eine extreme) Überstreckung der Halswirbelsäule, so dass auch beim „normalen“ Brustschwimmen eine extreme Überstreckung der Lendenwirbelsäule (Hohlkreuz) keinesfalls zwingend auftreten muss. Dies tritt allerdings dann auf, wenn der Schwimmer aufgrund einer unzureichenden Beweglichkeit im Schultergürtel nicht in der Lage ist, die
Arme in Verlängerung des Rumpfes zu nehmen.

Testen lässt sich das, indem man sich mit flachem Rücken an eine Wand stellt und die gestreckten Arme in die Hochhalte nimmt und an die Wand anzulegen versucht (Bild). Gelingt das, ohne dass sich der Rücken, speziell die Lendenwirbelsäule, von der Wand entfernt (Bild Phase 1, links), wird man auch in der Lage sein, eine Gleitlage ohne Hohlkreuz einzunehmen (Bild, Phase 1 rechts). Wird man jedoch im Test an der Wand die Arme nur dann an die Wand anlegen können, wenn sich gleichzeitig ein Hohlkreuz bildet (Bild, Phase 2, links), besteht die Gefahr, dass man auch die Gleitlage beim Brustschwimmen nicht ohne Hohlkreuz hinbekommt (Bild, Phase 2 rechts).

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