Ein Bekannter von mir squasht und meinte mit jeder Ballsportart würde man mehr Fett verbrennen als mit joggen. Denke er möchte mich nur überreden Squash zu spielen. Oder ist da wirklich was dran, wenn ja, macht es auch so viel aus?

Hallo Carolinchen,
also grundsätzlich wird soviel Energie verbrannt, wie die Muskulatur an Arbeit verrichten muss. Bei Ballsportarten, in Deinem Fall beim Squash, verbraucht nicht nur die Beinmuskulatur die zum Laufen benötigte Energie, sondern zusätzlich benötigt der Oberkörper für das Schlagen auch noch Energie. Das heißt, beim Squashen werden mehr Muskeln (sprich Energieverbraucher) aktiviert, womit Du mehr Kalorien verbrauchst. Ob Du nun mehr Fett verbrennst, liegt daran wie lang die sportliche Aktivität dauert, sie sollte auf jeden Fall deutlich länger als 20 Minuten sein (besser 40 Min. bis 1 Stunde oder länger) und das in einem Pulsbereich von etwa 130 Schlägen/Min. Damit bist Du im optimalen Fettverbrennungsbereich. Beim Joggen ist dieser Bereich sicher leichter dauerhaft zu halten, denn beim Squashen ist auch schnell mal über dem optimalen Puls, und die Fettverbrennung ist nicht mehr aktiv.
für die Fettverbrennung ist eine konstante rel. niedrige lange andauernde Belastung optimal. Bei den Ballsportarten kann man die Belastung schwer konstant halten, mal ist die mehr, mal weniger
Es gibt KEINEN Fettverbrennungsbereich! Das ist der sich am hartnäckigsten haltende Irrtum im Sportbereich und gehört in den Bereich Märchen und Mythen. Er wird auch nicht dadurch wahrer, dass ihn tausende von Leuten, die keine Ahnung von Biochemie und Leistungsphysiologie haben, abschreiben und weiterverbreiten. Es gibt auch keinen Fettverbrennungspuls!
Was es gibt, ist die muskuläre Energiebereitstellung über die Oxidation von freien Fettsäuren(ATP), die sich trainieren läßt über lange, ruhige Einheiten (GA1-Bereich 70-80% HFmax) von mindestens 90 Minuten. Das Training dient dazu über eine Ökonomisierung des Stoffwechsels einen bereits gut trainierten Athleten auf Langzeitausdauerleistungen vorzubereiten, wie z.B. einen Marathon. Das nennt sich Fettstoffwechseltraining. Das tatsächliche Körperfett, was dabei verbrannt wird, ist marginal.
Der Fettstoffwechsel ist immer aktiv, d.h. er setzt bei extensiven Ausdauerbelastungen fast sofort ein (Anlaufzeit ca. 1 Minute, in welcher die Energiebereitstellung anaerob erfolgt), nicht erst nach 20 Minuten. Er nimmt nach einer Belastungszeit von ca. 30 Minuten zu, aber er besteht von Anfang an zusammen mit der Glukoseverbrennung. Was sich mit der Dauer einer aeroben Dauerbelastung verändert, ist das Mischverhältnis zwischen der Oxidation von Fettsäuren und Glukose.
Die muskuläre Fettverbrennung hat nur dann eine Bedeutung im Training, wenn es um ein Fettstoffwechseltraining geht, NICHT um Fettabbau i.S.v. Gewichtsreduzierung. Bei einer Gewichtsreduzierung spielt die negative Energiebilanz die entscheidende Rolle, d.h. Du musst mehr an Energie (kcal) verbrauchen, als Du zu Dir nimmst. Jede Form von Sport, v.a. in höherer Belastungsintensität, kann zu einer negativen Energiebilanz verhelfen. Nur unter diesem Gesichtspunkt hat Dein Bekannter recht, da Squash eine sehr intensive Ballsportart ist und "Joggen" ein Laufen mit geringer Intensität (GA1) und relativ kurzer Dauer ist, und somit der Kalorienverbrauch (= Energieverbrauch) bei einer Stunde Squash höher ist, als bei einer Stunde "Joggen". Gruss. ND
McWide am 20. Februar 2008 14:41 Bischen lang, aber vollkommen einverstanden.
Wow, danke für eure Kommentare! Aber doch auch sehr unterschiedlich. Wer hat nun recht? Hört sich alles recht plausibel an. Aber für mich ist einfach auch Fettverbrennung=Kalorienverbrauch, denke für die anderen auch. Habe aber zwischenzeitlich auch etwas über Studien gehört, die da meinen, dass bei niedrigerere HF, 60-70% mehr gelagertes (Fett???) Kalorien(???) abgebaut werden, und bei höherer, 75%. Da wird eher die gerade zugefügten Energien verbrannt. Keine Ahnung welche Studien und welche Doktoren nun da wirklich recht haben oder eher aus dem Land der Elfen kommen...