Frage von Tatisport,

Statisches oder Dynamisches Dehnen?

Nach/Vor einer Funktionsgymnastik, unter den Aspekten Koordination, Kraft und Beweglichkeit...Wie würdet Ihr dehnen?

Pre-Stretch (Dynamisch vor dem eigentlichen Training) oder eher statisch nach dem absolvierten Training um den Tonus zu senken?

Antwort
von wiprodo,

Wozu willst du „den Tonus“ senken? Und welchen Tonus meinst du, den Muskelruhetonus (= passiver Tonus) oder die Kontraktionsspannung (= aktiver Tonus)? Dehnen, gleichgültig ob statisch oder dynamisch, beeinflusst in der Regel nur den Ruhetonus, indem er diesen für einige Minuten (bis zu 1/2 std. ) absenkt. Aber wozu soll das gut sein? Der passive Tonus ist in mittleren Gelenkwinkelstellung derart niedrig, dass er deine Bewegungen nicht wesentlich beeinträchtigt. Der Sinn des Dehnens liegt somit nicht in der Änderung der Muskelspannung, sondern allein darin, die Muskelspannung bei extremen Gelenkstellungen besser ertragen zu können und auf diese Weise zu einer besseren Beweglichkeit zu gelangen.

Aus diesem Grunde ist vor allem statisches Dehnen weder vor noch nach dem Training von irgendeinem biologischen Nutzen. Der einzige Wert wäre, dass man sich entspannter fühlt. Dynamisches Dehnen kann dagegen im Rahmen eines Aufwärmens oder Cooldowns helfen, die Blutzirkulation im Muskel zu fördern.

Antwort
von 0815runner,

Wozu überhaupt dehnen? Obwohl es immer noch empfohlen wird, stehen viele Experten dem Dehnen inzwischen durchaus kritisch gegenüber. Dynamisches Dehnen auf jeden Fall nach dem Erwärmen. Dehnen setzt die Muskelspannung herab. Das ist für das Training nicht sinnvoll.

Antwort
von TJack,

Unter dieser Aufgabenstellung würde ich gar nicht dehnen im eigentlichen Sinn. Ein paar wenige Mobilisationsübungen am Anfang und Cooldownübungen am Schluß und fertig.

Antwort
von whoami,

Die Antwort lautet: es kommt drauf an!

Vor dem Training dehnt man dynamisch und nur kurz, um die Muskeln für das anstehende Training zu "aktivieren". Nach dem Training dehnt man statisch. Aber nicht um den Muskeltonus zu senken, sondern um beweglicher zu werden. Statisch kann man aber gerne auch am Ruhetag dehnen - das muss nicht zwangsläufig direkt nach dem Training sein.

Kommentar von Dino111 ,

nach dem training statisch zu dehnen ist unfug- es vergrößert nur die entstanden mikrotraumata der myofibrillen --> muskelkater--> verlängerte regeneraton--> weniger umfangreiches und intensivees training

um die beweglichkeit zu verbessern sollte man isoliert von einer trainingseinheit statisch dehnen

Kommentar von whoami ,

Du hast es wohl noch nie ausprobiert, sonst wüsstest du, dass DU Unsinn schreibst! Es macht keinen Unterschied beim Muskelkater ob du dehnst oder nicht.

Kommentar von wiprodo ,

@whoami! Da irrst du gewaltig! Intensives statisches Dehnen NACH muskulären Belastungen verstärkt erwiesenermaßen die Wahrscheinlichkeit von Muskelkater. In dieser Beziehung hat Dino111 völlig Recht. Außerdem kann statisches Dehnen generell den Muskeltonus nur kurzfristig (maximal für 30 min) senken. Ein statisches Dehnen - regelmäßig über Wochen und Monate ausgeführt - kann langfristig sogar zu einem Anstieg der Muskelruhespannung führen.

Kommentar von whoami ,

Nun, erwiesen ist für mich, was ich seit sehr vielen Jahren selbst tue. Ich merke keinen Unterschied hinsichtlich des hier besprochenen Themas. Ob ich dehne oder nicht - der Muskelkater ist der Gleiche, und die Länge der Regeneration ist ebenso die Gleiche. Allerdings leidet die Beweglichkeit ohne Dehnen.

Deswegen ist für mich alle Theorie (oft von Theoretikern aufgestellt, die eine Hantel nur vom Hörensagen kennen) erst einmal hinterfragungswürdig! Ich teste dann selbst, und bilde mir dann meine eigene Meinung!!

So sollte es eigentlich jeder tun. Denn die Sportwissenschaft basiert eigentlich auf den Erfahrungswerten der Sportler.... :-))

Kommentar von wiprodo ,

Du unterliegst weiteren Missverständnissen:

  1. Deine persönlichen Erfahrungen gelten ausschließlich für dich persönlich und sind nicht geeignet, Grundlage für das Verhalten anderer Individuen darzustellen.

  2. Eine Theorie ist ein Faktengebäude, dessen Bausteine durch permanente Experimente in der Praxis geliefert werden. In diesen Experimenten werden echte Hanteln bewegt, aber nicht nach individuellem Geschmack, sondern unter kontrollierten Bedingungen.

  3. Auch in der Sportwissenschaft wird ein Theoriegebäude erstellt, aber nicht auf der Basis von Erfahrungswerten einzelner. Statt dessen sind diese allenfalls Anlass für eine Überprüfung auf Allgemeingültigkeit durch kontrollierte Experimente.

Kommentar von whoami ,

Wieso Missverständnisse!? Was ich geschrieben habe sagen die Sportmediziner doch selbst!! Und in jedem seriösen Buch steht das auch drin!! Warum sollte ich mir sowas denn ausdenken? tststs...

Die Erfahrungen derer, mit denen ich in Laufe der letzten Jahrzehnte zu tun hatte, waren mit Meinen nahezu identisch! Sicherlich ist Muskelkater abhängig von mehreren Faktoren (und wird auch sehr individuell wahrgenommen), aber vom Dehnen so wenig, dass das nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Ich kann mich nur immer wieder widerholen: testet es an euch selbst (identische Trainings- und Lebensbedingungen vorausgesetzt), dann wißt ihr mehr, und müsst euch nicht auf das Gesagte anderer verlassen.

Ha yooo..... :-))

Kommentar von Tatisport ,

Danke ja so hab ich's auch.. Wollte am Ende meiner Unterrichtseinheit statisch Dehnen um die Beweglichkeit zu fördern. Bin selber nicht unbedingt Fan vom Dynamischen und halte es für sinnvoller und "leichter" für Anfänger statisch zu beginnen..

Antwort
von Langeweile,

Es gibt 5 Millionen widersprüchliche Wahrheiten zu dem Thema, welche willste hören:-)?!

Ich sag mal einfach meine persönliche Meinung:

Wenn die Teilnehmer zum Abschluß gerne dehnen wollen, weil es ihnen einfach gut tut, dann mach es! Ansonsten spar es Dir in jeglicher Hinsicht....

Antwort
von ralphp,

Wiprodo hat doch eigentlich schon alles gesagt. Was willst du noch wissen oder inwiefern erhoffst du dir weitere Erkenntnisse?

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