Frage von blue212,

Schwimmen - Kraulen / Kraustil - Probleme beim Luftholen

Hey ihr Lieben Mal ein anderes Problem. Schwimmen! Ich kann mich über Wasser halten und auch eigentlich recht gut vorwärts kommen(Brustschwimmen). Das klappt, aber Kraulen haut bei mir gar nicht hin und so langsam verzweifel ich, weil ich nicht weiß was ich falsch mache. Mit der Atmung klappt es gar nicht. Dreh ich den Kopf zur Seite krieg ich direkt einen Schwung Wasser in den Mund und Nase, wodurch ich dann husten muss und weiterschwimmen in dem Moment entweder gar nicht gehr oder nur mit reichlich "Atemnot". Das kann ja natürlich nicht Sinn der Sache sein. Ich habe heute wieder trainiert, aber es klappt nicht. Mit Luft anhalten kein Problem, die Bewegung an sich hab ich glaub ich verinnerlicht, aber das wars dann auch. Hab mir auch Videos angeschaut, aber auch das brachte mir keine Erleuchtung. Ich würde mich sehr über Tipps von euch freuen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sabsine,

Du kannst zig Details bei der Kraulatmung falsch machen.

Beispiele für Fehler in der Kraulatmung findest du z.B. hier:

http://janedoemuc.wordpress.com/2010/11/17/fehler-in-der-kraulatmung/

Und, nimm es mir nicht übel, aber ich bezweifle, dass du "Kraul schwimmen kannst", wenn du die Luft anhältst. Wasser schlucken auch mal gute Schwimmer, allerdings seltener; das gehört zum "Job".

Dein Mund muß beim Einatmen über der Wasserlinie sein, sonst schluckst du Wasser. Wenn neben dir gerade jemand schwimmt, der dir das Wasser ins Gesicht schaufelt, hast du Pech gehabt. Wenn du deinen Kopf tatsächlich im Wasser läßt, bildet sich über deine Vorwärtsbewegung ein Wellental dort wo sich dein Mund befindet. Dort atmest du ein.

Wenn dir das suspekt ist, dann dreh für den Anfang deinen Kopf einfach weiter - bis du die Hallendecke sehen kannst. Das kostet zwar Zeit, aber du solltest problemlos atmen können. Wenn du dich damit sicher fühlst (und atmen kannst), beginnst du den Kopf weniger zu drehen, so lange bis ein Schwimmbrillenglas unter Wasser bleibt. Dann hast du die perfekte Kopfposition gefunden.

Ach ja: Es dauertlänger als eine Trainingsstunde bis du irgendetwas so gelernt hast, dass es dauerhaft bleibt und anwendbar ist. Sei froh, wenn es ein oder zwei mal gut funktioniert und bau davon aus auf.

Wenn du mit "Selbstkorrekturen" nicht zurecht kommst, ziehe in Erwägung einen Kraulkurs zu buchen oder eine Trainerstunde zu nehmen. Da machst du mit großer Wahrscheinlichkeit schnellere Fortschritte.

Kommentar von blue212 ,

Hey... vielen lieben Dank für deine Antwort. Quatsch, ich nehme es dir nicht übel. War vllt auch etwas falsch ausgedrückt von mir. Natürlich kann ich in dem Sinne kein Kraulschwimmen...habe aber einiges schon verinnerlicht. Einige wenige Züge klappt es auch, aber ich werde immer hektisch, wenn es um Luftholen bzw Ausatmen geht. Dann lasse ich das mit dem Ein-und Ausatmen solange es geht und kriege so zumindest einige Züge hin....ist natürlich nicht Sinn der Sache.

Ich hab irgendwie einfach Probleme damit einzuatmen, wenn der Kopf zur Seite gedreht ist. Am Schimmsten ist es, dass Wasser in die Nase läuft. Es läuft nämlich durch bis in den Rachen und löst direkt einen Hustenreiz aus. Eigentlich immer. Das beendet meine Kraulübung meist. Hab schon überlegt mir eine Nasenklammer zu kaufen. Meinst du das bringt etwas?

Super, deinen Vorschlag -Kopf Richtung Decke drehen- werde ich das nächste Mal auf jeden Fall probieren.

Und du hast auch Recht mit dem Kurs. Wenn alles nichts bringt melde ich mich da an. Aber da ich es in erster Linie für mich lernen möchte, reicht es ja auch vllt, wenn ich es mit viel Geduld weiterversuche. Hätte ich einen Triathlon vor mir, dann sähe die Sache etwas anders aus.

Gleich gehts wieder los ins Schwimmbad. Ich werde direkt versuchen deine Tipps umzusetzen. Ganz lieben Dank noch mal

Kommentar von sabsine ,

Gerne. Wenn du merkst, dass du hektisch wirst, versuche ruhiger zu werden. Das ist der erste Schritt. Hektik verkrampft und erhöht deinen Energieverbrauch und deinen Sauerstoffbedarf. Versuch dich zu entspannen (aber nicht erschlaffen, das ist zuviel). Atme unter Wasser durch die Nase aus. So lange du unter Wasser durch die Nase ausatmest, kann kein Wasser eindringen. Atme über Wasser durch den Mund ein. Wenn gar nichts hilft, benutze als Hilfsmittel eine Nasenklammer. Achte darauf, dass du deinen Kopf zum Atmen drehst, sobald deine Hand am Oberschenkel das Wasser verläßt. Wenn du später anfängst, dann reicht der Zeitraum bis zum Eintauchen deiner Hand nicht mehr aus, um ausreichend und "in Ruhe" einzuatmen. Lass dir am Anfang einfach mehr Zeit beim Atmen, aber mach dir bewußt, dass du dadurch unregelmäßig in deinen Armzügen wirst. Daran kannst du dann arbeiten, wenn du in der Kraulatmung sicherer geworden bist. Viel Erfolg.

Kommentar von blue212 ,

Leider war ich erst heute wieder schwimmen, aber umso "erflogreicher". :) Ich habe es noch mal ganz in Ruhe versucht und zumindest, das Atmen klappte deutlich besser. Was mir heute auch aufgefallen ist, ist dass ich mit dem Atmen auch öfter mal durcheinander komme. Heute habe ich sogar fast im Wasser eingeatmet. xD Ich glaube das ist jetzt einfach nur noch Übungssache und auch Gewöhnungssache.

Komischerweise klappte es beim Brustschwimmen, aber ganz gut. Und damit meine ich nicht dieses 08/15 Brustschwimmen, sondern schon das mit Technik. ;)

Naja ich muss einfach üben üben üben. :) Mit euren Ratschlägen klappt es bis jetzt wirklich sehr gut.

Nochmals daaaanke....

Echt schade, dass man nur eine Antwort als Hilfreichste auswählen kann.

LG

Antwort
von DeepBlue,

Hi,

beim Kraulschwimmen kommt es auf die richtige Technik an. Diese erlernt man am besten nicht als Ganzes, sondern in Etappen: 1. Gleiten – 2. Beine – 3. Arme – 4. Atmung. Gute Leitfäden hierzu gibt es auch im Netz, z.B. hier:

http://www.sportunterricht.de/schwimmen/kraul/krauldr.html

Konzentriere Dich zunächst nur auf die richtige Ausführung und nicht auf die Schnelligkeit. Erst wenn sich die Kraulbewegung automatisiert hat, kommt die Schnelligkeit hinzu.

Wann genau Du beim Kraulen atmest, ist von Deinem Armzug abhängig. Zunächst tauchst Du den Arm locker gestreckt in Höhe der Stirnmitte ins Wasser. Das Gesicht befindet sich hierbei komplett im Wasser, Blick nach unten.

Nach der Eintauchphase winkelst Du den Arm an und ziehst ihn unter Wasser bis zum Brustbereich. Nun beginnt die Druckphase, Du "drückst" nun das Wasser weg, bis der Arm wieder gestreckt ist und der Daumen Deinen Oberschenkel berührt.

Während nun der Arm das Wasser verlässt und mit hohem Ellbogen wieder nach vorn geführt wird, findet auch das Einatmen statt: Der Kopf wird im Wasser gedreht (nicht angehoben, ein Ohr befindet sich immer im Wasser), Du ziehst ein schiefes Fischmaul (Lefze zu den Ohren) und atmest in dem Wellental, dass sich durch den Armzug gebildet hat, durch den Mund ein. Die Atmung ist beim Kraulen also vom Armzug abhängig.

Dann beginnt wieder Eintauchphase, und während der Zug-/Druckphase atmest Du durch Nase und Mund unter Wasser aus.

Gruß Blue

Kommentar von blue212 ,

Ich danke dir sehr für die Antwort. Nur was kann ich gegen das Problem mit der Nase tun? Das Wasser läuft immer direkt durch in den Rachen. Davon muss ich meistens husten oder ich komme mit der Atmung so durcheinander, dass ich wenig später platt bin.

Ich habe schon auf fitforfun ein Video gesehen, in dem der Kraulstil aufgteilt erklärt wird. Das habe ich auch versucht, aber eher auf "meine Weise" und leider ohne Schwimmhilfe. :/ Nicht wirklich klug. Bin wohl zu ungeduldig. Aber das werde ich ändern und es noch mal in Ruhe angehen. Das mit der Nase ist aber trotzdem sehr störend und ich denke auch nicht, dass es unbedingt was damit zu tun hat, dass ich den Stil noch nicht so kann. Denn auch beim Bruststil passiert es ständig. Das Wasser läuft direkt durch die Nase in den Rachen. Obwohl ich sonst nie Probleme beim Schwimmen (über Wasser halten) hatte, zappel ich dann rum, wie eine Ertrinkende. :/

Ich habe das Gefühl, dass ich das mit der Atmung allgemein von Anfang an falsch mache. Wenn ich eintauche atme ich direkt volle Pulle aus. Drehe ich den Kopf dann zum Atmen, kriege ich erstmal eine Ladung Wasser in Mund und Nase, wodurch ich hetkischer werde und dann entweder huste oder nur minimal einatme.

Hoffentlich liegt das wirklich nur an meinem Stil, besser gesagt Nicht-Stil. :) Ich schwimme Zurzeit kein Freistil sondern stilfrei. ;)

Liebe Grüße

Antwort
von pate4ever,

Ich finde beide Antworten gut (und auch gut geschrieben) und die jeweiligen Seiten sind auch interessant, aber wenn Du Dir über die Grobbewegung sicher bist und auch sonst keine deutlichen Fehler in Haltung, Bewegungsablauf und Krafteinsatz hast, solltest Du eventuell noch etwas mehr auf die Details achten:
Liegst Du ruhig und entspannt auf dem Wasser oder bist Du zu tief im Wasser, mit dem Kopf aufgerichtet?
Ist jede Bewegung (auch das Kopf drehen) ruhig und nicht hektisch?
Atmest Du unter Wasser aus?

Mit etwas mehr Details deiner Probleme können wir Dir auch besser helfen.

Kommentar von pate4ever ,

Schau Dir auch mal die entsprechenden bisherigen Fragen im Bereich "Schwimmen" an, da sind sehr viele gute Tipps dabei und Du wirst deine Fehler vermutlich leichter erkennen.

Kommentar von blue212 ,

Erstmal auch an dich ein riiiesen Dankeschön! :) Da gebe ich die absolut Recht, die Antworten sind beide echt gut. Deshalb liebe ich dieses Forum auch so. :)

Gut, dass du fragst...ich denke oft nicht daran solche Details zu erwähnen. Also: wenn ich genau darüber nachdenke, bin ich schon beim Start sehr hektisch. Ich achte dann direkt auf alles und komme dadurch durcheinander. Der Ablauf sieht bei mir wie folgt aus: Ich tauche ein und puste schon ganz schön viel und fest die Luft aus. Wenn ich an dem Punkt bin, dass ich den Kopf drehe, fehlt mir schon ganz schön fiel Luft und ich muss richtig doll einatmen. Leider wird das durch das Wasser, dass mir in Mund und Nase läuft, erschwert. Dadurch verliere ich auch direkt die Körperspannung und sinke mit den Beinen ab. Um wenigstens einige wenige "ruhige" Züge hinzukriegen, habe ich das dann mal mit Luftanhalten versucht. Und das "klappte". Natürlich nicht besonders weit, aber die Bewegegung an sich war schon recht ok. Mein größtes Problem ist wirklich die Atmung und das demotiviert total. Ich habe schon überlegt ob ich es mit einer Nasenklammer versuchen soll, aber ist ja irgendwie auch doof.

Heute gönne ich mir mal einen Tag Pause und ab morgen versuche ich es noch mal von vorne und mit euren Tipps. :)

Kommentar von pate4ever ,

Übe noch mehr das Abstossen und Gleiten und dabei kannst Du den Arm auf deiner bevorzugten Atemseite am Körper anliegend halten und den anderen nach vorne gestreckt - und im Gleiten drehst Du nur langsam den Kopf zur Seite (wie auf der Straße, wenn Du schaust ob ein Auto kommt) und atmest ein. Ergibt sich dadurch ein Kraultempo ist es gut, aber eigentlich kannst Du dich dabei rein auf das Einatmen konzentrieren und wirst Dir mit der Bewegung selbst leichter tun.

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