Frage von taekwondo, 72

schule verein unterschied?

was ist der unterschied von einem kampfsport verein und einer schule oder was gibts noch für orte wo man kämpfen lernt?

Antwort
von ralphp, 59

Theorie und Praxis stimmen insbesondere im Kampfsportbereich oft nicht.

Doch schauen wir uns zunächst einmal die Theorie an, bevor wir zur Praxis kommen.

Der Unterschied zwischen einer Schule und einem Verein ist im Grunde nur die Organisationsform, solange nicht die Schule ebenfalls als Verein organisiert ist (auch das gibt es).

Ein Verein ist demokratisch organisiert, wobei ein Vorstand gewählt wird und die Mitglieder ein Mitspracherecht haben. Eine Schule (das kann auch ein Fitness-Club sein) hingegen ist in der Regel kommerziell ausgerichtet. Der Inhaber der Schule muss mit seiner Leistung etwas verdienen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Das Trainingsangebot und die Trainingsinhalte müssen sich in Verein und Schule nicht zwangsläufig unterscheiden. Qualität und Niveau des Trainings werden maßgeblich vom Lehrer bestimmt.

Der Lehrer ist zugleich in traditionellen Kampfsportgemeinschaften (gleich ob sie als Schule oder Verein auftreten) das Problem. Traditionelle Kampfsportgemeinschaften kennen keine demokratische Ordnung. Dort ist vielmehr alles streng hierarchisch geregelt. An der Spitze steht der Lehrer (Meister), dann kommen seine besten Schüler (oder die, die der Meister dafür hält) und dann folgenden die übrigen Schüler die sich in das System entsprechend ihrer Graduierung einordnen.

Der Lehrer / Meister genießt nahezu uneingeschränkte Autorität und Einfluss, weit mehr, als ein Trainer in anderen Sportarten jemals erreichen wird.

Schule und Verein hängen in gleichem Maße vom Lehrer ab, denn mit ihm steht und fällt alles. Ob der Lehrer nun im Verein oder in einer Schule angestellt ist oder die Schule in Eigenregie betreibt - er wird immer Geld für seine Tätigkeit erhalten. Dies mag im Verein ein eher symbolischer Betrag sein, in der Schule wird der Schüler aber immer das bezahlen müssen, was der Lehrer verlangt, was der Lehrer als angemessen für sein Wissen und seine Fähigkeiten ansieht.

Nicht selten ist es aber so, dass der Lehrer den Verein selbst gründet und mehr oder weniger deutlich seine Forderungen stellt. Dann muss sich der Verein ggf. fügen, wenn Lehrer nicht ohnehin schon dafür vorgesorgt hat, dass alles seinen Wünschen entsprechend in den "richtigen" Bahnen verläuft. Insofern unterscheiden sich Schule und Verein in Bezug auf die fälligen Entgelte nicht zwingend.

Während der Verein üblicherweise als gemeinnütziger Sportverein auftritt und somit in den Genuss von staatlichen Förderungen und öffentlichen Zuschüssen kommen kann, muss sich die kommerzielle Schule stets und in vollem Umfang selbst finanzieren, dafür hat der Inhaber (in der Regel der Lehrer selbst) jedoch volle Handlungsfreiheit.

Da gerade im Kampfsportbereich Theorie und Wirklichkeit völlig anders aussehen, sollte man Äußerlichkeiten nicht so sehr achten. Ob die Kampfkunst in einem Verein gelehrt oder in einer Schule unterrichtet oder sogar von einem Verein angeboten wird, der sich "Kampfkunstschule" nennt angeboten wird, ist doch völlig egal. Entscheidend ist die Qualität des Unterrichts, die Fähigkeiten und das Wissen des Lehrers. Vor allem aber die menschliche Seite, nämlich die Frage, ob man sich in dieser Gemeinschaft wohlfühlt.

Antwort
von Robinek, 46

Aus meiner gemachten Erfahrung. Ein Verein hat mehrere Mannschaften und nimmt an Punktrunden (mit mehreren Vereinen) teil. Man kann aber auch nur trainieren. Der/ein Verein nimmt also Mitglieder gegen jährlichen Mitgliedsbeitrag auf. Dafür werden meistens für das Training und die Benutzung evtl. Geräte keine zusätzlichen Kosten erhoben. Eine Schule ist überwiegend für den jugendlichen Nachwuchs, also weder Club noch Verein. Je nach Kampfsportarten gibt es aber auch private Sportstudios gegen Bezahlung

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