Frage von TimSp, 2.316

Reißender Schmerz im Bizeps. Muskelkater? Muskelverkürzung?

Hallo!:) Ich bin bald 16 Jahre alt, männlich, spiele Fußball und habe vor 6 Tagen richtig mit dem Muskeltraining angefangen. Nun zu meinem Problem: Am 22.02.2014 habe ich das erste mal richtig mit einem Freund von mir, der schon lange Muskelaufbau betreibt trainiert. Wir haben 2 Stunden lang trainiert. Klimmzüge, Liegestützen, Hanteln, usw.. . Nach dem Training hatte ich keine Schmerzen, lediglich waren meine Muskeln straff. Am Morgen danach hatte ich Muskelkater, so ziemlich überall außer in den Beinen. Am 2. Tag nach dem Training konnte ich allerdings einen starken, reißenden Schmerz in meinen Armen im Bizeps bemerken. Der Schmerz ist in beiden Armen im Bizeps und am Übergang von Ober- zu Unterarm. Es tut auch bei Druck weh. Dieser Schmerz macht es mir fast unmöglich meine Arme ganz durchzustrecken. Ich kann sie komischerweise durchstrecken wenn ich mit meinem Oberkörper und Kopf nach unten gehe, also Richtung Boden (Wie bei der Dehnübung, bei der man versucht die Fingerspitzen mit den Zehen zu berühren). Es ist keine Rötung oder so etwas vorhanden. Jetzt, 6 Tage nach dem Training bemerke ich lediglich eine kleine Spannung. Nun zu meiner Frage: Kann das immer noch ein Muskelkater sein? Oder eine Muskelverkürzung? Diese hat auch schon ein Kumpel von mir gehabt, der mir nun geraten hat meinen Bizeps und diesen Bereich dazwischen zu dehnen.

Vielen Dank!

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Onlinecoaching, 2.316

Eine Muskelverkürzung nach 6 Tagen Training bzw. einer einzigen (?) Trainingseinheit ist das mit Sicherheit nicht :-)!

Das kann ein Muskelkater sein, ja. Wenn man völlig untrainiert gleich 2 Stunden exzessives Programm macht ist das nur logisch. Und das kann auch mal ein paar Tage länger weh tun.....

Ebenso möglich wäre eine Zerrung.

Oder aber, und das glaube ich, eine Reizung der Sehne. Am Bizeps kommt das häufig vor, wenn man ungeübt mit hohen Gewichten trainiert.

In der Konsequenz bedeutet das aber in jedem Fall nur, dass Du weiter trainieren kannst, sobald das nicht mehr weh tut .-)! Also mach Dir keinen Kopf.....

Und das 2 Stunden-Training das lasst mal bleiben. Das ist kontraproduktiv. Ein intensives Krafttraining sollte höchstens 45 min dauern!

Kommentar von TimSp ,

Alles Klar! Vielen Vielen Dank! :) Das war meine erste richtige Trainingseinheit, ich werde es nun langsamer angehen lassen. Der Schmerz ist mittlerweile so gut wie weg :)

Wie kann ich sowas in Zukunft vermeiden?

Kommentar von Onlinecoaching ,

Zerrungen vermeidest Du durch Aufwärmen .-)!

Reizungen durch langsames Herantasten an die hohen Belastungen, nicht von 0 auf 100!

Und Muskelkater lässt sich im Grunde nur vermeiden, indem man ihn einmal herbeiführt. Im Grunde ist der sehr positiv, er macht die Muskeln "stärker". Bzw. werden die Stellen, wo die Verletzungen auftreten, stabilisiert. Dadurch wirst Du später weniger schnell einen kriegen.....

Kommentar von TimSp ,

Alles Klar :) Vielen Dank! Hat mir unglaublich viel geholfen! :)

Antwort
von Juergen63, 1.405

Überlege mal logisch...Du beginnst mit dem Krafttraining und startest dann direkt mit einem 2 Stundenprogramm. Deinem Kumpel der schon länger trainiert wolltest du wahrscheinlich in nichts nachstehen so das du von der Intensität gut rein gehauen hast. Ich gehe davon aus das du einen kräftigen Muskelkater davon getragen hast. Sich gleichzeitig in beiden Armen eine Verletzung zugezogen haben ist schon recht unwahrscheinlich. Je nach Stärke kann der Muskelkater gute 8 Tage anhalten. Von daher gehe das Training langsam an und steigere nach und nach erst die Intensität.

Kommentar von TimSp ,

Vielen Dank! Ich ging nur nicht sofort von einem Muskelkater aus, weil ich diesen reißenden Schmerz noch nicht kannte.

Antwort
von wiprodo, 1.165

Wenn du einen wirklich starken Muskelkater hattest, kann es durchaus möglich sein, dass du 6 Tage nach dem Training im Muskel noch eine Spannung spürst. Dies wird in erster Linie durch Flüssigkeitseinlagerungen herrühren, die im Zuge der Reparaturprozesse in den Muskelfasern sowie im Muskelgewebe zum Stofftransport notwendig sind. Eine Muskelverkürzung ist es auf jeden Fall nicht. „Muskelverkürzungen“ sind Schreckgespenster, die für alles Mögliche herhalten müssen und für ihre Entwicklung wesentlich länger als 6 Tage benötigen – aber nur dann, wenn tatsächlich die für ihre Entwicklung notwendige langfristige und permanente Änderung in Haltung und/oder Motorik vorliegt. Das Spannungsgefühl wird sicher in den nächsten Tagen abklingen. Du kannst es unterstützen durch durchblutungsfördernde Maßnahmen wie leichte Massage, Lockerungsübungen und leichtes dynamisches dehnen.

Der Schmerz „am Übergang von Ober- zu Unterarm scheint eher auf eine Sehnenreizung oder eine Reizung der Sehnenansatzstelle hinzudeuten. Dass dies speziell mit dem Bizeps zu tun hat, erkennt man durch deine Beschreibung über das Oberkörper-nach-vorn-Beugen. In diesem Fall wird nämlich der lange Kopf des Bizeps, dessen proximale Sehne im „Normalfall“ (aufrechter Stand) über den Oberarmkopf herum geführt wird bis zur oberen Rand der Gelenkpfanne am Schulterblatt (s, Bild, links), entdehnt (s. Bild, rechts), so dass im Ellenbogengelenk eine bessere Streckung möglich ist.

Sollte eine Sehnenreizung vorliegen, besser zum Arzt gehen.

Kommentar von TimSp ,

Vielen Vielen Dank für die Antwort! :) Wie kann ich überprüfen ob eine Sehnenreizung vorliegt? Weil eigentlich ist der Schmerz nun weg, es spannt nurnoch ein bisschen.

Kommentar von wiprodo ,

Wenn du keine Schmerzen mehr verspürst, wird es mit der Sehnenreizung (falls es sich um eine solche handelte) auch nicht so schlimm sein.

Kommentar von TimSp ,

Die Schmerzen sind eigentlich so gut wie weg :)

Kommentar von wiprodo ,

Gut, dann solltest du den Bizeps in den nächsten 2 Wochen noch nicht maximal belasten. Mit den restlichen Muskeln (Muskelgruppen) kannst du weiterhin ein intensives Krafttraining absolvieren. D.h. du solltest pro Muskel (Muskelgruppe) 3 Sätze in einem 10er bis 12er Wiederholungsmaximum (RM) durchführen. Später, wenn du mit den Übungen vertraut bist, kannst du auf ein 8er bis 10er RM reduzieren. Wichtig ist, dass du genügend große Pausen zwischen den Sätzen und auch zwischen den einzelnen Übungen einrichtest (1 ½ bis 3 min). Dadurch wird gewährleistet, dass du im Laufe des Trainings keine allgemeine („zentrale“) Ermüdung erleidest, die dich daran hindert, dich in jedem Satz maximal anzustrengen. Sonst wäre das Training für die Katz. Nicht die Uhr bestimmt die Dauer deines Trainings, sondern der Inhalt.
Du brauchst generell keine Muskelverkürzung zu befürchten (nicht nach 6 Tagen und auch nicht nach 6 Wochen oder Jahren). Allerdings erhöht sich mit zunehmendem Muskelquerschnitt (und mit zunehmender Kraft) die passive Spannung deiner Muskeln. Denn zusammen mit den Kraft erzeugenden Muskeleiweißen (Myosin) vermehren sich auch diejenigen Eiweiße (Titin), die für die passive elastische Spannung der Muskelfasern verantwortlich sind. Dadurch wird der Muskel aber nicht kürzer, genauso wenig wie ein Expander „kürzer“ wird, wenn man statt zwei Zuggummis deren drei oder vier zwischen die Handgriffe einfügt. Die erhöhte Ruhespannung eines trainierten Muskels ist in keiner Weise von Nachteil, und wird irrtümlicher Weise als „Muskelverkürzung“ interpretiert. (s. auch hier: http://www.sportlerfrage.net/tipp/muskelverkuerzung--verkuerzte-muskeln)

Kommentar von TimSp ,

Ok, aber was ist mit Fußball spielen?:o

Kommentar von wiprodo ,

Spielst du Fußball mit dem Bizeps?

Kommentar von TimSp ,

:D Ich mein ja nur, weil es ja oft zum Zweikampf kommt. Ich will nicht riskieren das es schlimmer wird.

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