Frage von Tagammeer,

Pulszonen beim Laufen

Hallo zusammen! Ich trainiere nun schon seit 1 Jahr das Laufen. 2-3 mal die Woche je ca. 50 minuten. Am wohlsten fühle ich mich bei einem Puls von ca. 160, viele Ratgeber sagen aber, das wäre viel zu hoch. Bei einem Steigerungslauf habe ich mal mit einem Profi eine HF max von 200 bei mir ermittelt. Ach ja.. ich bin 47. Bin ich nun ein "Hochpulser"? Oder gibt es so etwas gar nicht? Habe mich nun bei einem Fitnessprogramm meiner Kasse angemeldet. Da soll ich immer mit Puls 140 laufen. Das krieg ich gar nicht hin, oder eigentlich nur durch walken. Bin ich nach 1 Jahr noch zu untrainiert? Trainier ich falsch? ich bin total verunsichert. Was meint ihr? Soll ich die 200 nehmen und daraus die empfohlenen Prozente für intensiv/extensiv laufen ableiten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sportella,

Mach Dich nicht verrückt. Wenn Du mit diesem Puls eine Stunde problemlos laufen kannst, ohne aus den Latschen zu kippen, ist das immer noch im Grundlagenbereich. Ob da jetzt 130, 140 oder 160 auf der Uhr steht, ist völlig unerheblich.

Das sind Faustormeln, die aber ganz schnell mal um 20-30 Schläge nach oben oder unten daneben liegen können. Also eigentlich völlig unbrauchbar. Wenn Du noch einen max. Puls von 200 hast, sind die 160 gerade mal 80% der max. HF. Das ist für Läufe dieser Länge völlig i.O.

Übrigens: Ich bin genauso alt und kann mit Puls 140 auch nicht laufen. Wenn ich nicht darauf achte, liegt die Wohlfühlzone auch bei ca. 160.

Kommentar von Tagammeer ,

Du sprichst mir aus der Seele. Was mir aber auch auffällt: Sobald es dann drüber geht, wirds irgendwie richtig stressig. und einen runners high kenn ich auch nur aus büchern. Ich denke mal, das Laufen ist auch ein ziemlich mentales Ding. Ich kenn Tage, da macht mir das Laufen gar nichts aus, und Tage, da glaub ich, ich bin noch nie gelaufen. Ich werde jetzt den Tip von 0815runner berücksichtigen und Steigerungsläufe einbauen. Gruß aus Hohenlohe!

Antwort
von bwsen,

Hallo, Eigentlich habe ich den schon geschriebenen nichts mehr hinzuzufügen. Ich spreche da aus Erfahrung. Denn meine Frau läuft auch mit einem Pullswert den ich mir für mich nicht vorstellen kann. Meine Puls Werte sind fachmännisch ermittelt worden. Diese haben aber ungefähr die Größenordnung der Puls Werte nach den Faustformeln. Wenn ich schon mal eine Trainingseinheit mit meiner Frau absolviere, Laufe ich mit einem Puls von circa 115-120 Schlägen. Meine Frau läuft nicht schnaufend mit mir unterhaltend mit Pulswerten von 150-155 Schlägen. Das wäre für mich schon fast 10 km Wettkampfpuls. Da meine Frau nur locker ihre Einheiten regelmäßig läuft, haben wir bei ihr noch keinen sportlichen Leistungstest gemacht. Vom Hausarzt wurde aber bestätigt dass sich die Werte meiner Frau für Sie im normalen Bereich bewegen.

Antwort
von nthiemermann,

Hallo nach meiner Erfahrung ist der die Höhe des Pulses fast so individuell wie ein Fingerabdruck. Ich hatte zu Beginn meiner "Lauf-Karriere" (vor 7 Jahren) ebenfalls bereits bei leichten Spaziergang von einigen 100 Meter einen Puls über 140 Schläge/min. Dann habe ich bei der Sporthochschule Köln eine Leistungsdiagnostik gemacht und dort hat man mir gesagt, das ich ein "Hochpulser" bin. Bei der Diagnostik hat man dann auch meinen damaligen Maximalpuls von 206 Schläge/Min. festgestellt. Seit dem sind meine Trainingspläne auf meinem Maximalpuls abgestimmt und die entsprechenden Prozente für intensiv/extensiv ebenfalls. Zur Zeit ist mein Maximalpuls bei 196.

viele Grüße

Antwort
von Wolke07,

Ich halte das auch nicht für schlimm, wenn Dein Arzt nichts dagegen einzuwenden hat, ich persönlich habe auch am liebsten die 160. Drüber könnte ich nicht allzu lange laufen, aber bei 160 kann ich das lange ohne Probleme.

Antwort
von 0815runner,

Es gibt leider immer noch viele Ratgeber, die pauschale Pulswerte wie 130 oder 140 angeben. Da du deinen Maximalpuls ermittelt hast, macht es Sinn, die Trainingsgrenzen als %-Werte davon festzulegen. 160 wären 80% und das ist für einen normalen Dauerlauf völlig in Ordnung.

Und 200 als Maximalpuls sind schon möglich. Auch mit 47 Jahren. Man kann dich zu den Hochpulsern zählen. Was aber weder gut nocht schlecht ist.

Was dein Training betrifft, da könntest du etwas ändern. Statt stets das gleiche Tempo und die gleiche Zeit zu laufen, besser variieren. Z.B. einmal 50 min dafür aber mit 85-90%, einmal ca. 1 h mit 80% und einen Lauf länger als eine Stunde, den mit 75%.

Und baue Steigerungen ein. Etwas jeden km beschleunigst du für ca. 1 min oder 100 m bis zur Sprintgeschwindigkeit und läufst dann locker weiter. Immer gleiches Training setzt für den Körper keinen oder nur einen ungenügenden Trainingsreiz.

Kommentar von Tagammeer ,

Danke Dir für deine Tipps, werde ich berücksichtigen! Ich denke auch, das Reize notwendig sind, zumal ich auch das Gefühl habe, das ich mich nicht steigere. Habe jetzt vor 4 Wochen noch das rauchen aufgegeben :-) aber die erhoffte leistungsverbesserung trat nicht ein. wenn ich ehrlich bin - ich merk gar nix. trotz 20 kippen damals am tag. Werde jetzt versuchen öfter zu trainieren und auch steigerungsläufe einzubauen. mein Ziel - ich möchte nächstes Jahr beim ebm-papst marathon den 10 km lauf unter 1 h schaffen und - übernächstes jahr einen halbmarathon schaffen. Ich weiß, das ist nix besonderes - nach 30 Jahren fast nix tun wär ich damit aber schon ganz zufrieden. Im moment brauch ich für die 10 km 1:08. Grüße aus Hohenlohe!

Antwort
von SaimenE,

sehe dass genauso,...wenn du dich wohl dabei fühlst solltest du da auch auf deinen körper vertrauen !

Antwort
von Langeweile,

Hallo,

wo ist denn das Problem? Wenn Du Dich wohl dabei fühlst, lauf doch einfach bei 160. Das ist nicht ungesund, keine Sorge!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten