Frage von Kyra1985, 116

Pulsverhalten verstehe ich nicht, Spinnig

Hallo Zusammen, ich verzweifle ein wenig… Ich habe vor einem Jahr aufgehört zu rauchen und leider 15 kg zugenommen. Logische Konsequenz war das Sportpensum zu erhöhen, so habe ich das Spinning für mich entdeckt. Richtig schwitzen, richtig ausgepowert gehören mindestens 4 Stunden fest in meine Wochenplanung. Leider tat sich auf der Waage weiterhin nichts. Zusätzlich laufe ich an einem Tag in der Woche und besuche 1-2 mal die Woche einen BodyPump bzw Hot Iron Kurs. Da sich weiterhin nichts getan hat und ich eher noch extrem auf die Kalorien achten muss, damit nichts weiter nach oben geht, habe ich mich entschlossen mein Training verstärkt pulsorientiert auszurichten. Beim Laufen habe ich einen Durchschnittspuls von 155 bpm, der auch sehr konstant auf diesem Wert bleibt. Beim Spinning ist es anders. Die Pulsmessung ergibt einen Durchschnittspuls von 110 bpm. Das heißt in der Summe, das ich sehr oft sogar unter 100 bin, obwohl ich auf dem Fahrrad sitze. Nur in wenigen Momenten steigt der Puls, jedoch eigentlich nicht nennenswert. (Pulskurve habe ich im Instagram Link https://instagram.com/p/0nrInbl182/ ) Trotz der niedrigen Pulswerte bin ich nach zwei Stunden komplett durchgeschwitzt und ko. Meine "Sitznachbarn" bewegen sich im Durchschnittsbereich locker 30 bpm über mir :/ Was ist da los? Hat einer eine plausible Erklärung? Was muss ich ändern? An mangelndem Widerstand kann es übrigens nicht liegen, hier habe ich schon eine Veränderung ausprobiert, jedoch bleibt die Kurve sehr ähnlich.

Vielen Dank schonmal für eure Tipps.

Antwort
von wiprodo, 115

Der Puls, d.h. die Menge des Blutes, die in der Zeiteinheit vom Herzen ausgeworfen wird, hängt in erster Linie davon ab, wie viel Sauerstoffe im Körper zur Energiegewinnung benötigt wird und zu den Bedarfsorganen (Muskeln) zu befördern ist bzw. wie viel CO2 im Körper auf den Abtransport wartet. Beim Laufen wird nun ein wesentlich höherer Prozentsatz der Körpermuskulatur gleichzeitig beansprucht als beim Radfahren; denn beim Laufen muss nicht nur die Vorwärtsbewegung produziert, sondern gleichzeitig auch das Körpergewicht getragen werden, das beim Radfahren ohne zusätzliche Anstrengung auf dem Sattel ruht. Also benötigt der Körper beim Laufen mehr Sauerstoff als beim Radfahren, das Herz muss in einer höheren Frequenz arbeiten als beim Radfahren beim gleichen subjektiven Anstrengungsempfinden. Diese Puls-Differenz zwischen Laufen und Radfahren ist umso größer, je schwergewichtiger eine Person ist, d.h., je mehr Körpermasse sich beim Radfahren auf dem Sattel „ausruhen“ kann, die beim Laufen Schritt für Schritt bewegt werden muss.

Kommentar von wiprodo ,

Selbstverständlich ist das Pulsverhalten (wie alle physiologischen Kennwerte) sehr stark von individuellen Bedingungen abhängig. Gleichwohl lässt es sich sowohl zwischen Personen und als auch zwischen Sportarten vergleichen. Dabei lassen sich unabhängige Regeln erkennen. Dazu gehört die Beobachtung, dass Laufen bei sonst gleichen Grundbedingungen schneller zu hohen Pulswerten führt als Radfahren und dass diese Beziehung bei schwergewichtigen Personen deutlicher in Erscheinung tritt als bei Leichtgewichtigen. Das gilt sowohl absolut (beim Vergleich des reinen Körpergewichtes) als auch besonders relativ (beim Vergleich des Fettanteils der Personen). Wichtig ist in jedem Fall, dass man bei solchen Vergleichen bzw. bei Benutzung von Komparativen (mehr, sinnvoller …) die Vergleichsobjekte (mindestens 2) benennt und mit dem Wörtchen „als“ verbindet.

Kommentar von wiprodo ,

"...und dass diese Beziehung bei schwergewichtigen Personen deutlicher in Erscheinung tritt als bei Leichtgewichtigen...." und dies in entsprechender Realtion bei "Niedrigpulslern" und "Hochpulslern" gilt.

Kommentar von Setpoint ,

Man kann je nach Kontext u.Zielsetzung vieles miteinander vergleichen ob diese dann Sinn machen ,hängt von vielen Faktoren ab.

Kommentar von wiprodo ,

Man MUSS vieles, insbesondere biologische Zusammenhänge, miteinander vergleichen, und zwar bei einer möglichst großen homogenen Stichprobe, um für die Allgemeinheit gültige Grundregeln zu bekommen. Ob (besser: inwieweit) diese für das einzelne Individuum zutreffen, oder um bestimmte Prozentwerte vom Mittelwert abweichen, hängt vom Einfluss vieler individueller Faktoren, vom Kontext und von der Zielsetzung ab. Aber sicher werden diese Grundregeln nicht auf den Kopf gestellt.

Antwort
von Pistensau1980, 116

Beim Spinning ist die Belastung schlecht vergleichbar, weil ihr den Widerstand ja alle individuell einstellt. Wenn der Trainer "Halbe plus" oder so sagt, wird der eine ein wenig weiter und der andere weniger weit drehen.

Zwei Stunden Spinning sind auch viel zu lang, das solltest du nicht länger als maximal eine Stunde aushalten, sonst ist die Intensität zu niedrig.

Es wird aber mehr bringen, das Esspensum zu senken, als das Sportpensum zu steigern. Abnehmen kannst du nur über die Ernährung, Sport hilft zwar aber wenn du ungesund und zu viel isst, kannst du noch so viel Sport machen, du wirst zunehmen.

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