Frage von mwormer, 18

Probleme mit Muskelaufbau rechtes Knie nach OP?

Hallo zusammen!

Ich hatte die letzten Jahre mehrere Knie OP´s, darunter Meniskus, Knorpelschaden, Kreuzbandriss und Zyklopssyndrom. Letzteres wurde letztes Jahr operiert und ich war daraufhin fast schmerzfrei und hatte kaum Probleme.

Im Sommer diesen Jahres hatte ich arbeitsbedingt jedoch wieder Probleme ( Inventur ). Das Knie schwoll an und es bildete sich ein Bluterguss an der Innenseite. Befund lautete Innenbandanriss. Ich bekam eine Kniebandage und Krankengymnastik verschrieben. Jedoch habe ich seitdem wieder Probleme. So hatte ich vorher beim Fahrradfahren keinerlei Probleme. Wenn ich momentan Fahrrad fahre dann verspüre ich hin und wieder leichte Schmerzen beim Fahrradfahren selbst, schlimm wird es wenn ich aufhöre und dann z.B. stehen bleib. Dann fängt das Knie sehr stark an zu schmerzen. Diese Schmerzen dauern dann meist zwischen ein paar Minuten und einer halben Stunde.

Danach habe ich das Gefühl das, dass Knie extrem "angespannt" ist. Wenn ich das Knie dann bewege habe ich das Gefühl gegen einen gewissen Widerstand anzukämpfen. Ab diesem Zeitpunkt macht das Knie dann auch Probleme beim laufen. Je länger umso öfter tritt ein stechender Schmerz im Knie auf. Meist in der Innenseite, jedoch auch öfters im Knie ( unterhalb der Kniescheibe ) selbst. Gleichzeitig stellt sich ein Gefühl der Taubheit ein, ähnlich wie eine Spritze beim Zahnarzt. Dieses Gefühl wandert dann komplett nach unten bis in den Fuss. Dies ist momentan auch die Hauptproblematik beim Autofahren. Bei längerem Stop and Go bekomme ich ebenfalls dieses Taubheitsgefühl. Eine eher unangenehme Situation, als würde ich mit eingschlafenen Fuss Auto fahren. Nach dem aussteigen macht dann das Knie richtig Probleme, ähnlich wie beim Fahrrad fahren.

Nun war ich bereits zweimal bei meinem Orthopäden. MRT wurde durchgeführt und eben die üblichen Untersuchungen. Laut dessen Aussage wäre alles soweit in Ordnung mit dem Knie. Er verschrieb mir eine Orthese. Bei "kurzen" tragen empfand ich die Orthese durchaus als wohltuend, beim Autofahren hilft sie durchaus, verzögert das "Taubheitsgefühl" jedoch nur. Laufen mit der Orthese ist jedoch nach kurzer Zeit extrem Schmerzhaft. Daraufhin Einlagen bekommen die unterdessen auch gut eingelaufen sind. Anfangs sehr unangenehm unterdessen spüre ich sie aber gar nicht mehr. An der Kniesituation selbst änderte sich dadurch aber nicht wirklich viel.

Da laut dem Orthopäden alles in Ordnung ist, mein Hausarzt mit seinem Latein am Ende und es mir ähnlich geht frage ich mich nun wie es weiter geht. Ich habe den Eindruck das der Arzt der Meinung ist ich bilde mir das ganze nur ein. Ich selbst bin derzeit ebenfalls ratlos. Denn so ist meine berufliche Tätigkeit derzeit nicht sonderlich angenehm vor allem durch die längere Autofahrt dorthin.

Hatte jemand ähnliche Probleme bzw. hat einen Rat?

Schon einmal ein herzliches Dankeschön für eure Antworten.

Antwort
von wiprodo, 9

Und was ist jetzt eigentlich deine Frage?
Wenn es darum geht, Muskulatur zur Stabilisierung des Kniegelenkes aufzubauen, stößt man auf das Problem, dass sich das betroffene Kniegelenk für ein Muskelkrafttraining nicht ausreichend beanspruchen lässt. In diesem Fall hilft der Umstand, dass einige der über das Kniegelenk laufenden Muskeln zweigelenkige Muskeln sind, die also nicht nur über das Kniegelenk, sondern zusätzlich auch über ein dem Kniegelenk benachbartes Gelenk ziehen. Dazu zählen:
1. der gerade Schenkelmuskel, der auf dem Wege über die Kniescheide und den Ansatz am Schienbein nicht nur das Kniegelenk streckt, sondern durch seinen Ursprung an der Beckenvorderseite das Hüftgelenk beugt,
2. der Schneidermuskel, der durch seinen Ansatz an der Schienbeininnenkante das Kniegelenk beugt und durch seinen Ursprung an der Beckenvorderseite das Hüftgelenk beugt,
3. der schlanke Muskel (M. gracilis), der bei ähnlichem Ansatz wie 2. das Kniegelenkbeugt und durch seinen Ursprung am Schambein als Adduktor im Hüftgelen wird,
4. nicht zuletzt die kräftigen ischiokruralen Muskeln ("Schenkelbeuger"), die das Kniegelenk beugen und durch den Ursprung am Sitzbein das Hüftgelenk strecken,
5. der Zwillingswadenmuskel, der der durch seinen Ansatz am Fersenbein das Fußgelenk "streckt", durch seinen Ursprung am Oberschenkelknochen dich über dem Kniegelenk (in der Kniekehle) das Kniegelenk beugt.

Da alle diese Muskeln an unterschiedlichen Punkten rund um das Kniegelenk angeheftet sind und von dort in unterschiedliche Richtungen vom Kniegelen weg ziehen, können sie in ihrer Gesamtheit dem Kniegelenk eine vorzüglich Stabilität vermitteln - sofern sie über ausreichend Kraft verfügen. Da sie zusätzlich über ein zweites Gelenk ziehen, können sie durch Aktionen in diesem zweiten Gelenk gut auf Kraft trainiert werden, ohne das Kniegelenk zu beanspruchen:
1.und 2. der gerade Schenkelmuskel und der Schneidermuskel durch Hüftbeugebewegungen z.B. am Beinpendel, Seilzug oder mit Hilfe eines Therabandes,
3. der schlanke Muskel durch Oberschenkeladduktionen am Seilzug oder mit Theraband,
4. die ischiokruralen Muskeln durch Hüftstreckbewegungen an Beinpendel, Seilzug und Theraband,
5. die Wadenmuskeln durch das bekannte Wadenheben.

Je besser die Muskeln gekräftigt werden, desto mehr Sicherheit für das Kniegelenk!



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