Frage von XenonOne, 27

Mein theoretischer Maximalpuls ist 183, beim Training bewege ich mich im Rahmen um 160 - 169, bringt das noch etwas?

Hallo, wie die Frage bereits aussagt, frage ich mich, ob mein Training noch viel bringt. Es ist nicht so, dass ich beim Training große Ermüdung verspüre, ich halte das ohne Pausen problemlos eine Stunde durch. Erst dann erfolgt eine 10 Minütige Pause und es geht weiter für 20 - 30 Minuten. Dann habe ich keine Lust mehr, würde aber noch mehr schaffen.

Ich fahre Inliner und selbst wenn ich es "ruhig" angehen lasse ist meine Herzfrequenz um 160. Ich habe mal irgendwo gelesen, das Training über 85% des theoretischen Maximalpuls (Bei mir dann 155) nichts bringt. Nur schaffe ich es nicht beim Laufen oder Inlinern meinen Puls darunter zu bekommen, ich müsste dann alle 20 Meter nur noch Rollen bzw. Gehen. Sonderlich nach Luft schnappen tue ich nicht beim Training, durh die Nase atmen ist jedoch nicht mehr kontinuierlich möglich. Mit anderen Worten, mein Körper gibt keine Alarmsignale wie Schwäche Gefühl, Atemprobleme oder sonstiges. Natürlich, nach 1,5 Stunden spüre ich Muskelerschöpfung, aber sonst nichts. Mein Ziel ist natürlich Körperfettabbau und Herz- Kreislauftraining.

Mein Ruhepuls ist durchschnittlich 53.

Vielen Dank und liebe Grüße, Michél

Antwort
von Vasaloppet, 17

Hallo Xenon

Ausdauersportler, Spitzensportler eingeschlossen, trainieren 70 bis 80 % im Bereich GA1 und GA2. Der Rest ist dann in dem von Dir beschriebenen Bereich und darüber.

Es fragt sich nun, was Dein tatsächlicher Maximalpuls ist. Wenn er bei 183 liegt sind 165 knapp unterhalb der anaeroben Schwelle. Ständig in diesem Bereich zu trainieren macht tatsächlich wenig Sinn und widerspricht dem oben angeführten Grundsatz.

Bei 5 Trainings pro Woche, trainiere ich vielleicht 2 mal in diesem Bereich, das eine Mal wenn ich Intervalle laufe ( kann es auch höher sein) und das zweite Mal, wenn ich bewusst längere Zeit in diesem Bereich trainiere.

Ich habe die Beobachtung gemacht, dass ich im klassischen Langlauf das Training besser dosieren kann, als wenn ich skate. Mein Coach hat mir dann empfohlen, auch in der Ebene assymetrisch zu laufen und siehe da, ich konnte nun auch mit den Skating-Rollski GA1 Trainings laufen.

Damit will ich sagen, dass man mit den Inlinern wie mit den Skating-Ski gerne mit zu hoher Intesität läuft, weil man eben die Roll, bzw. Gleitphase voll auskosten will, was ein höheres Tempo nötig macht. Du müsstest also versuchen, technisch sauber, dafür aber langsamer zu laufen. (Beim Skatingski kann man das mit dem assymetrischen Schritt, bei dem man die Gleitphase bewusst unterbricht).

Beim Laufen geht es ebenfalls darum, die Kadenz herunter zu nehmen und gemütlicher zu laufen auch wenn das völlig ungewohnt sein mag.

Zum Thema Fettverbrennung: Fett wird bei jedem Training, egal in welchem Intensitätsbereich trainiert wird, zur Energiebereitstellung herangezogen. Im tiefen GA1 Bereich (60 - 65% HFmax) kann man spezielle Trainings für den Fettstoffwechsel machen, was Sinn macht, wenn man über lange Distanzen laufen will. Je intensiver man aber trainiert umso mehr Fett wird verbrannt. Gleichzeitig steigt aber auch der Kohlehydratbedarf.

Also wenn Du speziell Fett abbauen willst, sind auch hohe Intensitätsbereich nicht falsch.

Ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen. Heija, heja ...

Kommentar von XenonOne ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Ist etwas Ironie, da kann und will mann schneller, aber das Training bringt weniger in diesem Bereich.
Vielleicht noch eine weitere Frage an dich, da du Sport professioneller zu betreiben scheinst.
Senkt sich der Belastungspuls weiter wenn ich denn "nur" im 75% - 80% Bereich trainiere?
Weil, beim Laufen ist meine Wohlfühlgeschwindigkeit nunmal 10,5 km/h. Beim Inlinern das gleiche Prinzip. 
Man hat halt so seinen Bereich in dem man "arbeitet". Das ganze zu bremsen ist dann ungewohnt. 
Wenn ich da ans Laufen denke, irgendwie muss ich mich zwingen langsamer zu Laufen, nach 200 Meter jedoch, erwische ich mich wieder bei meiner Standardgeschwindigkeit.
Auf dem Laufband ist das einfach, draußen jedoch nicht. Und auf dem Laufband Laufe ich eher selten, sehr selten.

Vielen Dank.

Kommentar von Vasaloppet ,

Das Laufen auf tieferer Kadenz ist schwierig; auch ich habe diese Erfahrung letztes Jahr gemacht, als ich sehr viele Trainings im tiefen GA1 Bereich absolvierte als Vorbereitung für den Vasalauf. Das war echt mühsam, sich immer wieder zu zügeln.

Das Spiel mit der Intensität hat auch zum Ziel, öfter trainiern zu können. Wer immer intensiv trainiert, braucht längere Erholungsphasen und kann letztlich weniger trainieren. Wenn man Intensität und Trainingsumfang koppelt - wenig intensiv, dafür länger / intensiv, aber kürzer - kommt man zu optimalen Mix. 

Ein Beispiel meiner Trainingswoche, die ich wegen einer Sehnenreizung etwas umstellen musste: Montag: 2h GA1 tief (Nordic walking) - Dienstag: 1,5h GA1 hoch (Rollski) - Mittwoch: 1h Krafttraining (Rumpfstabilisation) - Donnerstag: 1h GA2 mit Intervallen (Rollski) - Freitag: Ruhetag - Samstag: 2h anaerobe Schwelle (Rollski Berglauf mit 4 Min. Intervallen) - Sonntag: Regeneration

Heja, heja ...

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