Frage von Wowak, 102

LowCarb/LowFat wirklich nötig um abzunehmen?

Ziemlich lang geworden, ich hoffe ihr nehmt euch trotzdem die Zeit :)

Guten Tag, ist Low Carb oder Low Fat wirklich nötig um abzunehmen ?? Habe mich vor einigen Wochen dazu entschlossen Körperfett zu verlieren und will nächste Woche damit beginnen. Ich bin männlich, 19 Jahre alt, 170 cm, 73 kg, 19% Körperfettanteil. (Würde gerne auf ~15% runter)(Müssten etwa 3KG Fett sein) Habe mich ausführlich im Internet eingelesen und muss leider sagen das ich keinen blassen Schimmer habe wie ich jetzt vorgehen soll. Da ich vier mal die Woche Sport mache möchte ich nicht auf meine Kohlenhydrate verzichten. Und zuwenig Fett soll schlecht für den Hormonhaushalt sein. Ich habe mir auch schon überlegt eine Ernährungsumstellung vorzunehmen aber würde behaupten meine Ernährung ist perfekt. Etwa 50% der Kohlenhydrate decke ich mit Gemüse und Obst den Rest mit komplexen Kohlenhydraten aus Vollkorn,Hafer etc. (Weißmehl kommt sehr selten vor) Eiweiß aus fettigen sowie trockenem Fisch, mageres Fleisch (Geflügel) (Schweinefleisch kommt sehr sehr selten vor) ,Hülsenfrüchte. Ich nehme keine Milchprodukte zu mir da ich davon Akne am Rücken bekomme. Fett aus Fisch, Nüssen, gesunden Ölen. Keine Süßigkeiten, kein Alkohol, nur Wasser und ungesüßten Tee (2 bis 4 Liter täglich) So viel dazu. (Falls etwas nicht passt bitte darauf hinweisen) Wie gehe ich jetzt am besten vor? Eines haben Diäten ja immer gemeinsam und das ist der Kalorien Defizit. Also müsste es rein Kalorientechnisch möglich sein, Achtung jetzt kommt's: 1.5-2g Eiweiß/Kilogramm Körpergewicht 1g Fett/Kg REST KOHLENHYDRATE aber dennoch ein Defizit von ~500 kcal Werde ich so erfolgreich abnehmen? Wenn ja warum sind die anderen beiden Diätformen (Low Carb,-Fat) so beliebt ?

Danke fürs durchlesen und für eure Hilfe :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BopDillen, 64

Die Lowcarp-Diät ist deshalb so beliebt, weil sie verspricht alles fressen zu dürfen, solange der Insulinspiegel niedrig bleibt.

Dass das Schwachsinn ist, zeigt JEDE unabhängige Studie - es gibt keinen einzigen Nachweis darüber, dass das funktioniert.

Darum wird diese Vorgehensweise auch bis heute von keinem ausgebildeten oder studierten Fachmann empfohlen, sondern ausschliesslich von Leuten, die sich private Philosophien von irgendwelchen weniger kompetenten Bodybuildern etc. in Internetblogs reinziehen und das mit Fachlektüre verwechseln.....

Letztendlich entscheidet nur das Kaloriendefizit und das erreichst Du am Besten über eine Fettreduktion, weil Fett den größten Brennwert hat.

Was aber auch nicht heisst, dass Du da komplett drauf verzichten sollst, Fette sind genauso lebenswichtig wie auch Zucker.

Ernähr Dich einfach vollwertig, darfst natürlich auch Getreide und Nudeln essen - darin sind langkettige Zucker und Ballaststoffe enthalten, davon kriegste weder einen Diabetes Melitus, noch wirste davon NICHT satt.....

Beweg Dich einfach viel, ernähr Dich gescheit, und lass das Fressen, solange Du keinen Hunger hast. Dann wird sich automatisch Dein normales Gewicht einpendeln, inkl. niedrigerem KFA.

Kein planloses Gesülze und keine PSEUDO-Wissenschaft nötig.....

Kommentar von Wowak ,

Vielen Dank! 

Antwort
von SiBri, 62

Hiho,

wie du schon sagst, würde ich einfach auf das Kaloriendefizit setzen. Wenn du keine Probleme mit deinem 500er Defizit hast, kannst du damit locker abnehmen.

Die ganzen Low-Carb, sonst was, extrem-Diäten sind m.M.n. nur Marketing und einige davon sind auch schon widerlegt worden. Low-Carb ist generell schwer, weil du zu schlapp bist. Dasselbe mit Fett. Zu Eiweiß hab ich noch nichts gehört.

Aber, wie gesagt, ich würde lieber von allen 3 10% weniger nehmen als nur von Kohlenhydraten 30-40%. Da hast du weniger Risiko an Mangelerscheinungen aka Fressattacken

Kommentar von Wowak ,

Vielen Dank :)

ich werde es wohl erstmal damit versuchen die Kohlenhydratmenge zu reduzieren wenn es mir dabei nicht gut geht oder meine Kraft im Training sich verschlechtert werde ich es mit ~10% bei allen Makronährstoffen versuchen.

Antwort
von 0815runner, 36

Low Fat ist eine unsinnige Diätform. Wie die meisten Diäten. Alle Diäten sind in gewisser Weise Mangelernährungen. Ernähre dich abwechslungsreich. Es ist ok, wie du es beschreibst. Wenn du deinen Körperfettanteil verringern willst, ist ein Krafttraining dazu gut geeignet. Damit wird besonders Fett verstoffwechselt. Da die Intensität höher ist als bei Ausdauersportarten, wirkt beim Krafttraining der sogenannte Nachbrenneffekt stärker, d.h. noch Stunden nach dem Training verbrennt der Körper zusätzliche Kalorien.

Antwort
von whoami, 44

19% sagen mir, dass dein Kohlenhydrateanteil etwas zu hoch ist. Sonst hättest du nicht 19%, sondern weniger.

Mein Rat: Vollkorn und Hafer streichen, denn wirklich gesund sind die nicht. Vollkorn ist wg. seiner Antinährstoffe sogar noch etwas schlechter als Weißmehl.

Auf der anderen Seite kann man abspecken mit low carb und auch mit low fat.

Low fat ist schwerer durchzuhalten, weil Kh den Blutzucker stark schwanken lassen, was ständig zu Hungerattacken führt. Da muss man sich schon SEHR stark im Griff haben um nicht zu viel zu essen. Low fat führt auf Dauer zu einem instabilen Hormonhaushalt, zu Haarausfall, und zu starker Belastung von Leber und BSD.

Low Carb ist besser geeignet, weil zum einen der Hormonhaushalt stabiler ist, und Fett und Proteine den Insulinspiegel viel besser stabil halten können - was den Hunger stark bremst. Sprich: mit low carb kann man die nötige Kalorienreduktion fürs Abspecken besser einhalten! Und ist auch gesünder, weil die Evolution des Menschen diesen für so viele Kh nicht gemacht hat.

Kommentar von Wowak ,

Danke für deinen Tipp, werde meine Kohlenhydratzufuhr etwas runterschrauben. 

Das mit dem Vollkorn und Hafer schockiert mich gerade etwas :O

Hättest du vielleicht eine Quelle dazu das ich mich dort etwas einlesen kann?

Kommentar von whoami ,

Ach, das ist doch ein alter Hut. Nur hört und liest man fast nie was in den Medien - warum wohl? Die Lebensmittelindustrie ist mächtig!! Und sie verdient nun mal mit Getreide sehr viel.

Infos im Ernährungsteil auf teamAndro z.B. - das gibt es ein paar sehr gute Artikel: "das Ende der artgerechten Ernährung des Menschen", oder "der Kohlenhydratekonflikt", oder aber auch das Buch von Chris Michalk auf Edubily.de. Aber auch sonst ist guugel voll davon.

Kommentar von Wowak ,

Davon habe ich bis jetzt leider nichts gehört. Aber danke das du mich darauf hinweist, werde mich genauer darüber informieren.

Antwort
von ManfredBodyKey, 34
Hallo,

meine Antwort auf deine Frage....

Low-Carb

Die Diäten-Lüge

Es ist zu schön, um wahr zu sein, was sogenannte "Low-Carb"-Diäten versprechen: Abnehmen ohne bohrendes Hungergefühl. Letztlich schaden sie aber nur der Gesundheit.


      Viel Fleisch, Sahne und Käse und dafür kaum Brot und Kartoffeln sollen etwa nach der Atkins-Diät, die vor allem in den USA als Ernährungs-Hype große Wellen schlägt, die Pfunde ohne viel Mühe purzeln lassen. Ernährungsexperten aber warnen vor zahlreichen Gesundheitsrisiken. Zu Vollkornbrot, Obst und Gemüse sowie viel Bewegung gibt es ihrer Meinung nach keine Alternative.

Prominente Anhänger der Diät nach dem Kardiologen Robert Atkins sollen unter anderem auch die schlanken Filmstars Jennifer Aniston und Julia Roberts sein. Nach den weltweit in Millionenauflage verkauften Diätratgebern von Atkins sind alle Lebensmittel erlaubt, in denen Fett und Eiweiß vorhanden ist, verboten sind zumindest eine Zeit lang diejenigen mit vielen Kohlenhydraten, wie Kartoffeln, Brot und Nudeln, aber auch Obst und zahlreiche Gemüse.

Verteufelung von Kohlenhydraten

Kohlenhydrate gehören neben Fett und Eiweiß zu den Hauptbestandteilen unserer Nahrung und werden vom Körper zur kurzfristigen Energiegewinnung genutzt. Braucht der Körper gerade keine Energie, wandelt er die Kohlenhydrate zu Fett um. Neben der Atkins-Diät gibt es weitere so genannte Diäten, die den Verzehr von wenig Kohlenhydraten empfehlen, wie die South-Beach-, Hollywood-Star- oder Mayo-Diät. Nach dem niedrigen Kohlenhydrat-Verzehr werden sie "Low-Carb-Diäten" genannt, vom englischen Wort für Kohlenhydrat, carbohydrate.

Sogar die Evolutionstheorie wird bemüht, um für die Diäten zu werben. Während Fleisch und Fisch schon seit jeher auf dem Speiseplan der Menschen standen, kamen kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Getreide und Kartoffeln erst später hinzu, erklären die Low-Carb-Anhänger. Und tatsächlich: In mehreren Untersuchungen zeigte sich, dass es sich mit einer kohlenhydratarmen Ernährung schneller abnehmen lässt als mit einer fettarmen. Nach Ablauf eines Jahres glichen sich die Gewichtswerte bei den beiden Vergleichsgruppen allerdings wieder an. Dennoch deuteten sich positive Auswirkungen auf bestimmte Herzrisikofaktoren an.

Risiko der Herz-Kreislauf-Erkrankung bei "Low-Carb"-Ernährung

Das Gros der Ernährungswissenschaftler in Deutschland bleibt skeptisch. Die erhöhte Fettzufuhr berge Risiken insbesondere für Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen, Schwangere und Ältere, denn das Fett könne Arterien verstopfen. Die hohe Eiweißzufuhr soll auch für Menschen mit Nieren- und Leberproblemen bedenklich sein, Gicht könnte schlimmer werden. Abgesehen davon könnten Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Mundgeruch und Übelkeit auftreten.

Wissenschaftler und Experten kritisieren, dass aufgrund der strikten Unterscheidung zwischen erlaubten (fett- und/oder eiweißreichen) und verbotenen (kohlenhydratreichen) Lebensmitteln bei den Diäten Rückfälle und Regelverstöße vorprogrammiert seien. Eine langfristige Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise, wie sie zum dauerhaften Abnehmen nötig sei, sei damit nicht zu erreichen.

"Low-Carb"-Hysterie in Supermärkten und Fast-Food-Ketten

In den USA grassiert eine regelrechte "Low-Carb-Hysterie", Millionen von Amerikanern schwören auf eine reduzierte Kohlenhydrat-Zufuhr. Auch die US-Nahrungsindustrie ist längst auf den Zug aufgesprungen und füllt die Supermarktregale mit Produkten mit extra wenig Kohlenhydraten, wie sie es früher genauso mit fettarmen "Light"- oder fettfreien "No-fat"-Nahrungsmitteln tat. Fast-Food-Ketten werben mit kohlenhydratarmen Angeboten wie dem Big Mäc ohne Brötchen.

Dennoch: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bleibt bei ihren Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung und hält eine Verringerung der Kohlenhydratzufuhr für nicht notwendig. Um Übergewicht zu vermeiden oder abzubauen, sollte die Ernährung demnach reich an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen sein und zugleich wenig Fett, insbesondere tierische Fette enthalten. Nicht vergessen sollte man dabei die tägliche und ausreichende Bewegung zum Ausgleich der Energiebilanz.

Laut der Gesellschaft sollte man täglich 30 Gramm Ballaststoffe essen, mindestens 50 Prozent der täglich zugeführten Energie sollte aus komplexen Kohlenhydraten bestehen, zu finden in Brot, Nudeln, Reis und Getreideflocken, möglichst alle aus Vollkorn, sowie in Gemüse, Obst und Kartoffeln. Zudem sollten nicht mehr als zwei Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen werden. Dazu sollte eine fettarme Ernährung kommen, und wenn schon, dann sollte es möglichst oft aus Meeresfischen oder Raps und Walnussöl mit Omega-3-Fettsäuren stammen, die Herz und Kreislauf schützen sollen.

Kommentar von Wowak ,

Vielen Dank ! :)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community