Frage von d0ktormabuse, 14

Leichtathetlik: Aus oder weitermachen?

Hallo Leute, wie man schon in der Überschrift lesen kann, bin ich am überlegen ob ich mit der Leichtathletik aufhöre.

Ich bin 19 Jahre alt, männlich und betreibe nun schon seit 3,5 Jahren Leichtathletik. Ich war davor ca. 2 Jahre in einem Hockeyverein, und davor im selben LA-Verein wie jetzt für ca. 2 Jahre. Wie man also sieht mache ich schon seit einiger Zeit Sport, erfolgreich wurde ich dann eben in der LA. Ich bin ein Sprinter und laufe 100 bzw. 200m. Wirklich an der Spitze bin ich nie mitgelaufen, es war halt eher für mich ein Sport wo ich mir selbst etwas beweisen kann. Nun hab ich folgende Probleme: Seit ca. 2 Jahren leide ich bei etwas anstrengenderen Trainingswochen (5-6xWoche) an Beinhautentzündungen an beiden Schienbeinen. Ich weiß, durch Ruhepause kann man das ganz gut hinbekommen, trotzdem ist das Problem da.

Vor bald 3 Jahren im Winter habe ich mir am Knöchel ein Band eingerissen, nachdem ich beim Laufen umgeknickt bin. Durch die Fehlbelastung nach dieser Verletzung wurde mein anderer Knöchel sehr mitgenommen und dadurch spüre ich jetzt bei starkem Training zeitweise meine beiden Knöchel sehr stark.

Vor einem halben Jahr zu Ostern zog ich mir einen Muskeltonus Oberschenkel zu. Das bringt mich auch gleich auf den Punkt, dass meine Muskeln bzw. Sehnen einerseits sehr dehnbar sind (von meiner Mutter geerbt), andererseits sehr schnell verhärten bis zum Krampf. Seit nun einem Jahr habe ich regelmäßig Probleme mit dem "Sehnenmuskel" Semimembranosus hinten am Oberschenkel. Er verhärtet sich sehr schnell und verursacht dadurch Schmerzen im Knie, die sich wie Meniskusschmerzen äußern. Physiotherapie bringt nur bedingt etwas, da nach längerem Training der Muskel wieder automatisch hart wird und theoretisch wieder ausmassiert werden muss.

Vor ca. 4 Monaten habe ich mir im Sportunterricht die Kniescheibe am anderen Knie ausgekegelt. Darauf kam eine 2 monatige Laufpause + Physiotherapie. Seitenbänder sind gottseidank alle ok, das Band welches die Kniescheibe hält ist halt klarerweise gerissen. Hier habe ich nun fast keine Probleme mehr, nur bei intensivem Training spüre ich zeitweise Schmerzen. Der Arzt hat mir gesagt, dass sich die Chance auf ca. 30% erhöht hat, noch einmal die Kniescheibe zu verlieren. Dann müsste ich operiert werden.

Dazu kommt, dass meine beiden Knie uns Knöchel bei Drehbewegungen ca. 2 Mal jeweils knacken, das Knie mit dem verspannten Muskel beim Anziehen ebenfalls zwei Mal (wobei das beliebig oft wiederholt werden kann, was auf Dauer etwas paranoid macht) sowie beim Ausstrecken einmal seehr laut und das andere Knie ebenfalls beim Anziehen einmal.

Mich hat die Kniescheibe damals schon skeptisch gemacht, da nun mein Muskel auch wieder verhärtet ist uns schmerzt mache ich mir langsam wirklich Gedanken, ob dieser Sport noch gesund ist für mich. Ich habe keine Lust, in 20 Jahren nicht mehr schmerzfrei gehen zu können, weil ich in jungen Jahren meine Grenzen überschritten habe.

Was meint ihr? Robert

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Antwort
von Dino111, 14

der sport hat dich schon gezeichnet. ich würde an deiner stelle aufhören und mir alternativpsortarten suchen- ich habe ebenfalls (zwar nur 2 jahre) leichtathletik gemacht nach handball- es wurde meine absolute leidenschaft, habs übertrieben und nun auch für mein alter rel. kaputte knie. ich hätte auch einige jahre weitermachen können und sogar gute leistungen hervorbringen können, da man die schmerzen und probleme auch ignorieren kann (und während des aufwärmens und sport gehen die schmerzen meist weg)- nur zu dem preis später kaum noch laufen zu können. ich bin dann aufs fahrradfahren und krafttraining umgestiegen, oft auch schwimmen. du musst nur was finden was dir ebenfalls richtig viel spaß macht und wo du wieder eine neue leidenschaft in dir endeckst! es gibt so viele sportarten, und viele auch wo das verletzungsrisiko minimal ist!

du musst dir vor augen führen, dass du kein leistungssportler bist der mit dem sport sein lebensunterhalt verdient und eine familie ernähren muss, der nicht aufhören darf.

sogesehen lass sich aber deine probleme mit sehr viel geduld lösen. die knöchel sind entzündet, mit monaten ruhe und physio wird das wieder. der verspannte oberschenkel kommt wahrscheinlich durch fehlbelastung von einem bein, weil das andere unbewusst geschont wird (wohl das kniescheibenbein). du musst deine vorere oberschenkelmuskulatur kräftigen mit krafttrainnig, dann reduziert sich das risko dass die kniescheibe wider rausspringt. allgemein ist die gefahr deutlich höher bei sportarten mit vielen richtungswechseln und abrupten stopps und sprüngen. wenn du nur sprintest reduziert sich die gefahr deutlich. also vermeide basketball, fußball, komische aufwärmspiele in der schule usw! springen erst recht nicht

Antwort
von wurststurm, 10

Also ich will deine Verletzungen nicht werten. Ich meine nur, dass ich bei Wettkämpfen (Zehnkampf) schon ganz andere Handicaps gesehen habe. Gerade bei den Masters sind Leute dabei die mit allen möglichen Gebrechen oder körperlichen Unzulänglichkeiten zu kämpfen haben und die trotzdem teilweise exzellente Resultate erzielen.

Ich möchte auch zu bedenken geben, dass es ein Sportleben neben der aktiven Laufbahn gibt. Jeder LA Verein braucht Jugendtrainer- und Helfer, Kampfrichter, Organisatoren. Warum nicht mal ein Jahr komplett mit Wettkämpfen pausieren und trotzdem guten Muskelaufbau-, Technik- und Koordinationstraining mitmachen? Danach kann man vielleicht sogar gestärkt zurückkommen weil sich der Körper endlich mal ausgiebig erholen konnte.

Kommentar von d0ktormabuse ,

Wie ich bei Helge001 schon als Antwort geschrieben habe, betreibe ich seit über einem Jahr regelmäßig Kraftsport im Fitness-Studio. Als Kampfrichter bin ich mittlerweile sowieso schon fast fix bei einigen Wettbewerben dabei (soweit ich nicht selbst teilnehme), das heißt ich würde mich sowieso nicht komplett vom Sport abwenden.

Das mit der Trainingspause wäre sicher eine Lösung, um meinen Körper wieder auf Trab zu bringen. Die Frage ist, ob es mir im Leistungssport so sehr hilft. Ich bin ab nächstem Jahr in der Altersklasse U-23 und werde dort die nächsten 3 Saisons auch bleiben. Da ich jetzt schon durch die ständigen Verletzungen in der Leistung nach hinten gerückt bin (mal davon abgesehen, dass ich nur bedingt Naturtalent für Sprinten besitze), stellt sich mir die Frage ob es sich überhaupt auszahlt, danach wieder anzufangen. 1,5 Sekunden auf 100 Meter sind Welten an Unterschied, und ich glaube nicht, dass ich die fehlende Trainingszeit durch Alternativ-Training wett machen kann.

Kommentar von wurststurm ,

Wenn es dir allein und ausschliesslich um die Resultate geht dann wird das schwierig. Da kann man von aussen auch nicht sagen, ja mach weiter du wirst sicher noch Europameister. Ich kann dir nur von mir berichten; ich bin dieses Jahr 2x (Indoor und Outdoor) Schweizer Meister über 200m und Vize über 100m, hab einen internationalen Zehnkampf in Antwerpen gewonnen und bin in Hamburg 2. geworden von über 100 Teilnehmern über 40, bei den kantonalen Meisterschaften wurde ich 3. overall. Ich hab dabei überhaupt erst mit 40 angefangen und habe vorher nur etwas gejoggt. Ich liebe das Training und freue mich jeden Tag darauf, finde es enorm spannend Stabhoch oder Speerwerfen zu lernen und hab Spass im Wettkampf mich dann zu messen. Wie öde dagegen ist das tägliche Zeug im Fitness; Gewicht rauf Gewicht runter. Mein Ziel ist Leichtathletik bis 90 zu machen und irgendwann bin ich da in irgendeiner Alterskategorie auch mal Weltmeister. Das einzige was mich davon abhalten kann ist das Grab und da werde ich auch nicht reingetragen, da mach ich mit meinen letzten Schritten noch einen Steigsprung rein...

Antwort
von strollingB, 12

hallo robert, sprinttraining mit den belastungen wie bisher, scheint nicht mehr sinnvoll zu sein. eine möglichkeit wäre es, dir einen verein zu suchen, der dich auch mit 2-3 mal training pro woche gut für eine staffel brauchen kann. oder du gehst auf längere strecken. deine grundschnelligkeit wäre ein großer vorteil und die muskeln werden nicht so belastet. die strecken könnten gut über die mittelstrecke hinaus gehen (10km bis halbmarathon). du würdest über den winter vor allem ruhige dauerläufe und hin und wieder fahrtspiel trainieren. und wenn es sein muss, auch hin und wieder ein paar sprint und sprint ABC. dazu einmal kraft, vor allem das, was du bisher offensichtlich vernachlässigt hat (aber halt für sprint brauchst). vielleicht suchst du dir auch noch für die psyche eine hobbymannschaft volleyball. du bist zu jung und zu engagiert, um die karriere zu beenden.

Antwort
von Helge001, 8

Mit 19 Jahren schon so viele Verletzungen durchgemacht. Dann würde ich definitiv mit diesem Sport aufhören. Für dich stellt sich nur die Frage, was könnte ich als Ausgleichssport machen, nachdem ich sportlich so aktiv bin? Dies kann dir hier kaum einer beantworten. Spaß sollte es machen, dabei knieschonenend und und und. Vielleicht hat User Jürgen für dich einen Tipp.

Kommentar von d0ktormabuse ,

Ich betreibe nun schon seit einem Jahr regelmäßig Kraftsport im Fitness-Center zum Ausgleich. Also komplett abwenden vom Sport würde ich mich sowieso nicht, das würde sich auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren lassen. :^)

Antwort
von Setgo, 8

Ich denke du solltest weitermachen ich glaube schon das du es ganz gut hinbekommst aber das ist deine Entscheidung und die kannst du selber als aller bester treffeb

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