Frage von Manoli, 7

Lange Warmlaufphase

Seit vielen Jahren fahre ich Rennrad, auch lange Strecken und kontrolliere mein Training mit einer Pulsuhr. Ich brauche bei kühleren Temperaturen ziemlich genau 10 Minuten bis ich bei einer HF von 75% Max so warmgefahren bin, daß ich das Gefühl habe, daß alles rund läuft und ich loslegen kann.

Seit ein paar Monaten laufe ich zusätzlich ca. 8 - 12 Kilometer im Wald mit einigen kleinen Steigungen. Natürlich kontrolliere ich auch meine Läufe mit der Uhr und laufe ganz langsam los. Erstaunlicher Weise brauche ich ca. 5 Kilometer, also etwa 30 Minuten bis ich mich wohlfühle. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das laufen die reinste Quälerei. Schon bei kleinen Steigungen bekomme ich Schmerzen in den Beinen, Herzrasen und habe das Gefühl, daß mir die Beine gleich wegbrechen. Nach 30 Minuten könnte ich aber wie Forrest Gump immer weiterlaufen, fühle mich wohl und frei und bemerke die Steigungen nicht mehr.

Warum dauern die Aufwärmphasen so unterschiedlich lange?

Antwort
von Juergen63, 7

Zum Einen kannst du das Radfahren mit dem Laufen nicht gleich setzen. Die Bewegungsabläufe und auch die Intensitt beim Laufen sind in der Regel höher als beim Radfahren. Das liegt daran das du beim Radfahren ein Hilfsmittel ( Rad ) voran treibst was dich durch den Abrollvorgang dann vorwärts treibt. Beim Laufen bewegst du deinen eigenen Körper nach vorne. Dadurch bedingt sind beim Laufen auch mehr Muskelpartien mit in der Bewegung. Zum anderen und das ist für mich das entscheidende steht beim Radfahren eine langjährige Trainingserfahrung zu Buche wogegen das Laufen für dich Neuland ist. Auch wenn beides Ausdauersportarten sind, so muß beides spezifisch trainiert werden, denn wer 100 Kilometer mit dem Rad fahren kann kann noch lange nicht 10 Kilometer am Stück laufen. Du bist in Punkto Laufen einfach noch ein Anfänger und solltest dir hier nach und nach erstmal eine Grundlagenausdauer ( auf das Laufen bezogen ) aneignen. Im Laufe der Zeit wird sich dann deine Leistung und Ausdauerfähigkeit verbessern. Da wird sich in Punkto Warmlaufen dann auch noch einiges relativieren.

Antwort
von wiprodo, 6

Radfahren stellt eine entscheidend geringere mechanische Belastung der Gelenke dar als Laufen. Aus diesem Grunde benötigt der Organismus beim Einlaufen entscheidend mehr Endorphine, um die anfänglichen Gelenkschmerzen zu unterdrücken als beim Warmfahren auf dem Rad. Das gilt insbesondere dann
- wenn das Laufen eine bisher wenig geübte Disziplin ist und/oder
- ein höheres Körpergewicht vorliegt und/oder
- in einem Alter, in dem sich erste Zerschleißerscheinungen der Gelenke bemerkbar machen und anderes mehr.
Vielleicht trifft einer (oder mehrere) dieser Faktoren bei dir zu. In diesem Fall solltest du das Einlaufen in der Intensität reduzieren und dem Körper die Zeit gönnen, die er braucht, um genügend Endorphine ausschütten zu können - oder du beißt einfach die Zähne zusammen - Indianerherz...

Kommentar von Manoli ,

Danke, wiprodo. Prima! Das leuchtet mir sofort ein. Werde sanft aber mit Indianerherz daran arbeiten. Von Deinen 3 Faktoren treffen zwei zu: Wenig Erfahrung und Alter.

Kommentar von wiprodo ,

"...mit Indianerherz..." und vielleicht Vorfußlauf! Letzteres schont zusätzlich die alten Gelenke, fordert aber die Wadenmuskeln, die beim Radfahrer ohnehin nicht die stärksten sind.

Antwort
von sabsine, 5

Radfahren und Laufen sind unterschiedliche Sportarten mit unterschiedlicher Belastung. Jeder Athlet braucht unterschiedlich lang bis er sich optimal vorbereitet fühlt. Es kommt darauf an, was du in deiner Aufwärmphase machst. Vielleicht ist das, was du machst für dich suboptimal.

"Quälerei, Schmerzen in den Beinen, Herzrasen, die Beine brechen dir weg" ??? Bei kleinen Steigungen? Das ist ungewöhnlich.

Dann geh diese kleinen Steigungen einfach in deiner Aufwärmphase hinauf, anstatt sie hinauf zu laufen und schau mal, ob es dir damit besser geht. Oder mach ein paar kleine Steigerungsläufe VOR deiner ersten Steigung. Oder ... experimentiere einfach mal mit unterschiedlichen Intensitäten an der Steigung und unterschiedlichen Intensitäten VOR der ersten Steigung. Ändere einfach mal etwas an dem, was du sonst immer tust und überprüfe, ob du dich anders dabei fühlst.

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