Frage von FuschiM, 117

Krafttraining am Tag des Schwimmtrainings sinnvoll?

Hallo liebe Sportlergemeinde,

ich bin seit Jahren Freizeitschwimmen (in der Jugend auch mal aktiv an Wettkämpfen teilgenommen) und war auf Kraul immer ca. bei 30 Sekunden 50m (25er Bahn) und 1:03 - 1:05 auf 100m (25er Bahn).

Nun schwimme ich seit ca. Oktober in etwa 7km - 10km die Woche, meist 3 - 3,5 auf Zeit (zuletzt 53:40 auf 3,5km). Seit ein paar Wochen versuche ich von Lang- auf Kurzstrecke zu wechseln. Anlass dazu ist ein baldiger Wettkampf (Mitte Mai) für den die Qualifikationsfrist der 31.3. abläuft.

Die Vorgaben liegen bei 27:50sek auf 50m sowie 59sek auf 100m. Es gibt noch mehr Disziplinen aber darauf liegt erstmal das Hauptaugenmerk. Beim letzten Test vor 1 1/2 Wochen lag ich bei knapp 28sek sowie 1:02min.

Ich könnte jeden Tag trainieren wenn nötig, nun aber die Frage: Wie sinnvoll ist es, morgens bspw. Schwimmtraining und Nachmittags bzw Abends dann Krafttraining durchzuführen (TRX, Seilzug etc.)? Ich weiß, dass Regeneration relativ wichtig ist, nun aber verunsichert ob Übertraining für mein Ziel nicht auch gut wäre.

Ich bin für alle Antworten dankbar, jegliche Kombinationen sind denkbar.

Antwort
von Markusalem, 53

Übertraining ist für kein Ziel sinnvoll! Wenn du übertrainiert bist, lässt deine Leistungsfähigkeit immens nach. Du bist lethargisch und unmotiviert. Es handelt sich beim Übertraining zu einen Großteil um ein psychisches Problem.

Man kann den Körper vielleicht überlasten, aber von dem Begriff "Übertraining" würde ich immer erst einmal Abstand nehmen, da muss schon einiges für passieren.

Generell spricht nichts dagegen, am gleichen Tag wie du Schwimmtraining hast auch Krafttraining zu machen.  Leistungssportler trainieren auch täglich. Dennoch solltest du die Trainingsreize variieren und auch die Übungen abwechslungsreich gestalten.

Meistens gilt, dass man so viel Sport machen kann, wie man seinem Körper zutraut. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich zwar mit täglichem Sport machen klar komme, es aber nicht schaffen würde jeden Tag zum Volleyballtraining zu gehen. 

Hör einfach ein bisschen auf deinen Körper und mach einen Tag Pause, wenn du feststellst, dass es dir zu viel wird. Denke aber auch nicht, dass du unbedingt täglich trainieren musst, um dein Ziel zu erreichen ;)

Kommentar von FuschiM ,

Okay das hatte ich mir schon fast gedacht.

Naja das mit dem Feststellen für Pausentage ist immer so eine Sache, vermutlich muss ich aufpassen, dass der Ehrgeiz nicht zu groß wird und ich in eine falsche Richtung trainiere.

Habe gestern festgestellt, dass ich mir neue Ziele setzen muss... Messungen gestern auf 100m bzw. später danach 50m Kraul ergaben 59:13sek sowie 26:60sek :D.

Werde mal sehen, was ich an ergänzenden Kräftigungsübungen tun kann, Beine sowie Tauchphase bzw. Wende sind bei mir lange vernachlässigte Themen ....

Auch habe ich festgestellt, dass auch schon "kleine" Korrekturen in der Technik des Armzuges enorme Effekte zu erzielen sind. Da geht also noch was auf dem Weg nach unten ^^

Kommentar von Markusalem ,

Ich denke du hast im Grunde wirklich Ahnung von dem was du tust und dir helfen jetzt höchstens noch Tipps von Trainern, die dich kennen und deine Leistung auch "live" sehen. Mach einfach weiter so und hör auf deinen Körper. Viel Erfolg weiterhin!

Antwort
von FuschiM, 50

Danke erstmal für deine Antwort. 

Okay also kann ich das ruhig machen, das beruhigt mich schonmal. Wenn ih dich aber richtig verstanden habe, sollte ich danach nen Tag pause machen?

Ich hatte mir das eig. so gedacht, dass ich am Montag morgen schwimmen gehe und ggf. direkt danach in den Kraftraum rüber oder eben nach nem halben Tag (unterstützend für das Schwimmen). Also wirklich funktionales, so zu sagen spezialisiertes Krafttraining. Dienstag dann nur schwimmen, Mittwoch wieder beides usw. So weiter, dass ich auf 4 Schwimmeinheiten unter der Woche komme, dann Freitag nur Kraft Oberkörper, ein Tag frei, Sonntag Rumpf und Beine, dann gehts von vorne los.

Also ich bin momentan dran, technikschwächen zu beheben, lange arme, vernünftige Zugphase, Wasserlage etc. Habe allein durch das Korrigieren bspw. meines diagonalziehens (viel zu weites Eintauchen der Arme) einiges an Speed gewonnen. Atmung auf Kurzstrecke ist tatsächlich nach jedem zweiten Armzug, vllt ändert sich das mit zunehmendem Training aber noch. 

Möchte eben den maximalen Effekt aus der Geschichte herausholen.  

Antwort
von pate4ever, 45

Zu Krafttraining: du musst unterscheiden zwischen Maximalkraft (das Gewicht was Du gerade noch schaffst, max. 3 Wiederholungen), Hypertrophie (Muskelwachstum, zw. 8 und 15 Wiederholungen der Serien) und Kraftausdauer (12 bis 20 Wiederholungen) - jeweils mit dem für diese Anzahl maximal möglichen Gewicht bei noch guter Technik.

Du kannst das Krafttraining ruhig am selben Tag wie das Schwimmtraining machen, aber wichtig ist die Erholungsphase nach dem Krafttraining und welches Schwimmtraining Du danach geplant hast (Technik, Ausdauer, Regenerativ, Sprint) und ob auch die gleiche Muskelgruppe betroffen ist.

Du solltest auf jeden Fall die Sprints, deine maximale Geschwindigkeit verbessern, die restlichen Zeiten passen zu deinen angegebenen Sprintzeiten und sind ja jetzt noch nicht so wichtig (werden sich dadurch aber auch noch verbessern). Passt deine Schwimmtechnik für Sprints? Hast Du schon probiert ob Du mit steigern der Beinfrequenz auch die Armfrequenz erhöhst? Schwimmst Du mit gestricktem Arm beim Sprint wie ist dein Atemrhythmus dabei?

Für Sprint auf jeden Fall die Maximalkraft trainieren!

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