Frage von caro65,

koordinationstraining - sensomotorisches training

hallo Community, verzweifelt hänge ich beim Verfassen meiner Diplomarbeit (Fitness und Gesundheit), bei der ich unter anderem über Training der Koordinativen Eigenschaften und sensomotorisches Training schreibe, an folgender Frage, die ich auch in diversen Fachpublikationen einfach nicht wirklich beantwortet kriege. WAS IST DER UNTERSCHIED zwischen der Schulung koordinativer Fähigkeiten und dem Training der Sensomotorik? Ist das eine eine Untergruppe des anderen? Ich denke, eine gut funktionierende Sensomotorik ist die Basis für eine Verbesserung koordinativer Fähigkeiten oder? Und in der Praxis: Bei sens. T. wird, vor allem in der Physio, hauptsächlich danach getrachtet, die STabilisatoren zu trainieren, um mehr Stabilität und dadurch Gleichgewicht zu bekommen. - bei K. T. geht es darum, die Sensomotorik möglichst verschiedenartig zu trainieren und zu nutzen? Oder liege ich da völlig falsch? Fragen über Fragen. Über Antworten würde ich mich sehr freuen, vielen Dank!

Antwort
von wiprodo,

Wenn im Bereich des sportlichen Trainings von „Koordination“ gesprochen wird, dann bezieht man sich auf die „neuromuskuläre Koordination“, die Abstimmung der Funktionen des peripheren und zentralen Nervensystems (einschließlich der Sinnessysteme) und des Bewegungsapparates im Hinblick auf eine zielgerichtete Bewegung. Bei der „Sensomotorik“ ist die Abgrenzung nicht eindeutig, weil es auf die wissenschaftliche Ausrichtung desjenigen ankommt, der zu Fragen der Sensomotorik Stellung nimmt. Aus Sicht der Biologie bzw. Physiologie entspricht die Sensomotorik eher der Lehre der „neuromuskulären Koordination“. Aber die „Sensomotorik“ wird oft ausgeweitet, z.B. auf die bewegungsbegleitenden psychischen Prozesse oder auf philosophisch-weltanschauliche Grundhaltungen. Aus Sicht der Psychologie werden schwergewichtig (interne) Wahrnehmungsinhalte und äußere Bewegungsmerkmale betrachtet. Manche kinesiologische und physiotherapeutische Richtungen verwenden den Begriff „Sensomotorik“ in jeweils spezifischer Auslegung mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung.

Also, „einfach“ ist die Sache überhaupt nicht!

Allenfalls bei Zugrundelegen des Begriffes „neuromuskuläre Koordination“ kann man sich sicher sein, dass es sich bei einem Koordinationstraining um ein Training handelt, bei dem die Abstimmung zwischen dem Bewegungsapparat und den bewegungsrelevanten sensorischen Systemen (visuelles System, vestibuläres System, somatosensorisches System - und somit auch „Propriozeption“) durch geeignete Maßnahmen zum Erreichen einer zielgerichteten Bewegung verbessert werden soll. Ein nahezu gleiches Ziel verfolgt ein „sensomotorisches Training“ auf der Basis der Biologie (Physiologie). Aber schon hier kann es Differenzen in der wissenschaftlichen Abgrenzung geben, indem man z.B. auch die „Bewegungsvorstellung“, also ein Phänomen, dass eigentlich nicht zum Gegenstand der Physiologie gehört, mit in die Betrachtung einbezieht. Somit ist „sensomotorisches Training“ das, was derjenige, der darüber schreibt oder redet, unter „sensomotorischem Training“ versteht. Ein problembewusster Autor macht also stets deutlich, was sein wissenschaftlicher Ansatz ist, und was er unter den verwendeten Begriffen versteht bzw. ob er den Begriffsapparat der Physiologie, der Psychologie oder irgend einer anderen abgeleiteten Theorie verwendet.

In diesem Zusammenhang musst du unterscheiden zwischen „Physiologie“ (= Biologie) und „Physio“ (in etwa = Physiotherapie). Letztere existiert in den unterschiedlichsten Ausrichtungen und philosophischen Grundrichtungen und verwendet oft eigene Begriffe, die teilweise aus der Physiologie entlehnt, aber dem Sinne nach verändert sind. So umfasst „Propriozeption“ in der Physiologie nur die Vorgänge, die an die „Tiefensensibilität“, einer Teilaufgabe des somatosensorischen Systems, gekoppelt sind, während in irgendwelchen physiotherapeutischen Richtungen „Propriozeption“ auch das gesamte Koordinationstraining zusammenfassen kann. Auch Begriffe wie Stabilisation oder Stabilisationstraining sind solche nicht mit der klassischen Physiologie vereinbare Begriffe und können unterschiedliches bedeuten.

Die „Schulung der koordinativen Fähigkeiten“ heißt genau das, was es andeutet, wobei das, was zu den koordinativen Fähigkeiten gehört, auch wieder unterschiedlich definiert wurde und wird. Der Begriff der „koordinativen Fähigkeiten“ gehört nicht in die biologische Sensomotorik, sondern in eine eher pädagogisch oder dialektisch orientierte Bewegungslehre.

Der Begriff „koordinativen Eigenschaften“ ist in der Sportwissenschaft / Bewegungslehre nicht expressis verbis definiert.

Fazit: „Sensomotorik“ ist schlichtweg nicht der moderne Begriff für Koordinationstraining bzw. Propriozeption (s.o!).

Kommentar von Privattraining ,

Tut mir Leid, aber das stimmt so einfach nicht.....

Die koordinativen Eigenschaften sind ganz klar definiert und sie sind genau das, was heutzutage im sensomotorischen Training geschult wird.

Gleichgewichtssinn
Balancierfähigkeit
Raumorientierungsfähigkeit
Bewegungskopplungsfähigkeit
Bewegungsharmonisierungsfähigkeit
Rhythmisierungsfähigkeit
Ein- und Umstellungsfähigkeit
Reaktionsfähigkeit
Antizipationsfähigkeit
Kombinationsfähigkeit
Steuerungsfähigkeit
Geschicklichkeit
Wendigkeit
Beweglichkeit

All diese Dinge sind ein Zusammenspiel aus Nerven, Rezeptoren, Muskeln, und Kleinhirn. Das hat früher die "Koordination" gekennzeichnet. Aber man hat die Definition revidiert, weil ein zusätzlicher Faktor nicht berücksichtigt wurde, nämlich die Sinneswahrnehmung.

Es IST dasselbe. Du hast lediglich noch die alten Definitionen im Kopf. Guck Dir die einzelnen Eigenschaften mal näher an - jede davon beinhaltet auch eine "Wahrnehmung".....

.... Du kannst auf keinen geworfenen Pass mit einem Ball reagieren, wenn Du ihn nicht siehst, hörst, riechst, oder sonst was:-)! Die koordinative Fähigkeit der "Reaktion" ist unmittelbar abhängig von Deinen Sinnen.

Darum "Sensomotorik"! PUNKT :-)

Kommentar von wiprodo ,

Entschuldige, ich hätte es eingängiger formulieren müssen!
„Sensomotorik“ ist etwas anderes, wenn ein Biologe dies definiert, als wenn „Sensomotorik“ z.B. von einem Psychologen definiert wird. Das liegt an der erkenntnistheoretischen Grundposition des jeweiligen Wissenschaftlers bzw. der zugrunde liegenden Basiswissenschaft.

Deine imposante Liste stammt sicher nicht von einem Biologen und auch nicht aus einer psychologisch orientierten Richtung. Sie scheint eher der Phantasie eines Dialektikers oder eines dialektisch geprägten „Physios“ entsprungen. Du hättest diese Liste mit „koordinativen Fähigkeiten“ überschreiben sollen. Der Begriff „Eigenschaften“ ist in diesem Zusammenhang unüblich. Deine Liste enthält im Übrigen nicht nur koordinative Fähigkeiten. Der „Gleichgewichtssinn“ zum Beispiel zählt gemeinhin nicht zu den Fähigkeit, aber auch nicht zu den Eigenschaften. Manche der von dir genannten koordinativen Fähigkeiten lassen sich beileibe nicht operational definieren und nicht definitorisch voneinander abgrenzen.

Und wo bleibt die Ökonomisierungsfähigkeit? Oder die Beschleunigungsfähigkeit, die Anpassungsfähigkeit, die Regelungsfähigkeit, die Differenzierungsfähigkeit.....? Hast du vergessen? Nun mach aber 'nen PUNKT!

Kommentar von Privattraining ,

Nein, Sensomotorik ist ein feststehender Begriff und muss schlichtweg als das Zusammenspiel des Sinnessystems und des motorischen Systems interpretiert werden. Egal ob das ein Psychologe oder Biologe definiert.... Streitpunkte mag es geben, aber grundsätzlich kann man es nicht anders sagen. Wenn das doch jemand tut, sieht er den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Die Liste stammt einfach von Wikipedia und beinhaltet zum Großteil auch die koordinativen Eigenschaften / Fähigkeiten, die wir in der Sporttherapie gelernt haben....

Mir ging es vorrangig darum aufzuzeigen, dass jedes dieser Merkmale immer auch mit einer Wahrnehmung zu tun hat. Die Definition von Koordination berücksichtigt ursprünglich halt NICHT die Sinneswahrnehmung, sondern nur das Zusammenspiel des motorischen Systems.

Aber wie man sehen sollte, lässt sich die Wahrnehmung nicht ausschliessen. Darum wurde die Definition halt erweitert und als Sensomotorik zusammengefasst.....

Kommentar von wiprodo ,

"Die Liste stammt einfach von Wikipedia..." Sie fasst also nicht „Die koordinativen Eigenschaften...“ zusammen, unter denen du sie „einfach“ angepriesen hast, und auch nicht die koordinativen Fähigkeiten, sondern stellt ein „Spektrum“ einiger „Faktoren“ zusammen, mit denen die Bewegungswissenschaft heute u.a. arbeitet. Also: Immer schön präzise bleiben; denn Präzision ist die Mutter aller Wissenschaften – auch der Sensomotorik.

Kommentar von caro65 ,

Danke für Deine superausführliche Antwort (bist Du Prof? kann ich Dich zitieren?;_)

Es erklärt mir wiederum einiges zum Thema, z.b. eben wie es zu den verschiedenen Begrifflichkeiten kommt! Klar, ich recherchier auf Teufl komm raus, und dann liest man mal einen Sport-Text, mal einen Physiotherapie-Text, mal ein Biologie-Buch - und dann kennt man sich nicht mehr aus, was wer meint!

Deshalb: am schönsten find ich diesen Absatz: Somit ist „sensomotorisches Training“ das, was derjenige, der darüber schreibt oder redet, unter „sensomotorischem Training“ versteht. Ein problembewusster Autor macht also stets deutlich, was sein wissenschaftlicher Ansatz ist, und was er unter den verwendeten Begriffen versteht bzw. ob er den Begriffsapparat der Physiologie, der Psychologie oder irgend einer anderen abgeleiteten Theorie verwendet. Das hilft mir wirklich ungemein!!!!

Kommentar von wiprodo ,

"Somit ist..." Ja, genau so ist es!

Antwort
von Privattraining,

Hallo,

das ist ganz einfach.....

Früher hiess das propriozeptives Training und Koordinationsschulung. Vor einigen Jahren hat man die Bezeichnungen revidiert, weil ein paar Nerds der Meinung waren, dass diese Ausdrücke dem Ganzen nicht gerecht werden.

Denn bei allen koordinativen Abläufen arbeitet nicht nur die Tiefensensibilität (in Form der Rezeptoren etc.), sondern es beginnt bereits bei unserer Wahrnehmung über unsere Sinne.

Unser Gleichgewicht halten wir z.B. nicht nur deshalb, weil irgendwelche Muskelspindeln aktiv sind. Wir halten es auch deshalb, weil wir mit unseren Augen permanent Bezugspunkte fixieren, die uns helfen im Raum zu stehen.

Daher der Begriff "Sensomotorik" (Senso = Sinn). Das ist lediglich der verfeinerte Begriff der Koordination. Bzw. schliesst dieser Begriff halt unsere Sinne mit ein....

Kommentar von caro65 ,

danke für Deine Antwort! für mich wird das mit den Begrifflichkeiten leider immer kommplizierter als einfacher ;-( Ich dachte, sensomotorisches Training bezieht sich in erster Linie auf Gleichgewicht (als Basis für Bewegung aller Art) und Stabilisation der Gelenke (Rezeptoren, tieferliegende Muskeln). Wohingegen Koordinatives Training dieses Vermögen auf andere Bewegungsarten quasi überträgt bzw. dafür nutzt und auch die anderen Sinne (Augen, Ohren) miteinbezieht... Ich lieg offenbar falsch damit? ;-(

Kommentar von Privattraining ,

Es ist umgekehrt. Die Sensomotorik bezieht die motorische Koordination und unsere Wahrnehmung über die Sinne mit ein! Darum lässt sich das auch nicht klar trennen, weil Koordination auch immer mit Wahrnehmung zu tun hat.

Stell Dich mal auf ein Bein und halte das Gleichgewicht. Dann mach die augen zu. Du wirst sehen, dass es direkt schwerer fällt nicht umzukippen. Die augen als einer Deiner Sinne nehmen unmittelbaren Einfluß auf die Gleichgewichtsübung.

Genauso wie die Tiefensensibiltät und die koordinativen Fähigkeiten. Alles zusammen ist die Sensomotorik. So hab ich das auf jeden Fall damals interpretiert :-)!

Wenn jemand von Koordinationsschulung spricht, dann meint er meist dasselbe wie Stabitraining oder Sensomotorik.

Wenn Dich jemand ganz genau fragt, dann sage, dass Sensomotorik diese unterschiedlichen Aspekte zusammenfasst. Für eine optimale Schulung müsste man jeden Aspekt nochmal aufgliedern.

In:

1) Wahrnehmungsübungen

2) Training der einzelnen koordinativen Fähigkeiten

3) Schulung der Prpriozeption

Würd ich zumindest mal so sagen:-)!

Kommentar von caro65 ,

ok, einen Tag Recherche später sehe ich das nun auch schon ein wenig anders und heller, schön dass Du mir nochmal schreibst! ;-) DANKE!!!

Tatsache ist offenbar, dass bis dato keine klare Definition von sensomotorischem Training gibt. es gibt das eine, das andere, und beides bedingt einander oder ist voneinander abhängig - die übergänge sind fließend, ne... ich wollt eben KLARE abgrenzungen treffen, die es aber nicht gibt. so schreib ich das jetzt auch.... klar ist sensomotorisches training das, was normalerweise hauptsächlich das gleichgewicht schult ... des weiteren werden aber immer stärkere und andere reize hinzugefügt, dass es natürlich auch koordinatives training wird (wiederum zu unterscheiden von sportartspezifischem koordinationstraining, ne)... und gleichzeitig ist nun mal gleichgewichtsfähigkeit (in allen facetten) die basis für bewegungskoordination.... ich werd mich also auch so drumherumschreiben, dass alles irgendwie zutrifft.

DANKE nochmal für Deinen Input (die historische Entwicklung der Begrifflichkeiten bzw. die Unterschiedlichkeiten der Begriffe zwischen Physiotherapie und Sportwissenschaften haben mir bei meinen Recherchen sehr weitergeholfen!!!) Bin ansonsten eher auf der "normalen" frage.net-seite unterwegs und auch immer und gerne mit Rat zur Stelle. Toll, dass es hier so ein spezifisches Forum gibt.. liebe grüße caro

Kommentar von Privattraining ,

Hallo nochmal,

ich hoffe, ich erzähle Dir nichts Falsches! Aber ich bleibe dabei, dass Sensomotorik schlichtweg der moderne Begriff für Koordinationstraining bzw. Propriozeption ist.....

Alle koordinativen Aspekten werden dabei zusammengefasst - von der Wahrnehmung, über die Impulse im Nervensystem, bis hin zur motoruischen Reaktion.

Koordination war halt sonst nur auf die koordinativen Abläufe ab einem Reiz bestimmt. Man hat das einfach revidiert, weil es bereits mit der Wahrnehmung dieses Reizes über die Sinne losgeht.

Naja, ich wiederhole mich. Jedenfalls bin ich mir da ziemlich sicher. Hoffentlich stimmt es:-)!

Kommentar von caro65 ,

ich glaub ich habs jetzt ;-) schau mal:

Sensomotorisches Training (ST) wird oft mit Gleichgewichts-Training oder Training der koordinativen Eigenschaften gleichgesetzt. Das ist so nicht ganz richtig; es ist eher so, dass das eine das andere bedingt – und umgekehrt. Die Übergänge sind fließend, die Variationen der Beschreibungen und Definitionen ebenso.

„Die koordinativen Fähigkeiten sind die Grundlage einer guten sensomotorischen Lernfähigkeit, d.h. je höher ihr Niveau, desto schneller und effektiver können neue bzw. schwierige Bewegungen erlernt werden. “: Auch dieser engagierte Versuch einer abgrenzenden Definition des renommierten deutschen Sportprofessors Weineck macht einen nicht allumfassend glücklich. Denn ist nicht, andersrum gedacht, eine gut trainierte Sensomotorik eine wesentliche Grundlage zum schnellen und effektiven Verbessern der koordinativen Fähigkeiten?....

Eine genaue Definition allerdings bleibt die Fachwelt bisher schuldig (Zitat RÜHL, Jörn/LAUBACH, Vanessa) .

Hier also ein einfacher(er) Versuch: Sensomotorisches Training = Sensorik + Motorik + Training. Sensorik = Reizaufnahme über Rezeptoren und deren Weiterleitung und Verarbeitung zum bzw. im Zentralen Nervensystem Motorik = Weiterleitung umgewandelter Signale vom Zentralen Nervensystem an die Muskulatur und deren Umsetzung in Bewegung Sensomotorik = das Zusammenspiel zwischen Muskeln, Sinnes- und Nervensystem Training = Leistungsverbesserung durch gezielte Übungen

das ist jetzt - meiner Weisheit - letzter Schluss. Vielen Dank für Deine Hilfe!!!!

Kommentar von Privattraining ,

In meinen Augen ist das so aber falsch. Es gibt keinen Unterschied :-)!

Sensomotorik ist genau dasselbe wie Koordination. Nur, dass bei diesem Begriff die Sinne noch mit einbezogen werden. Das hat man früher halt nicht gemacht und das war nicht richtig!

Wenn Du Dich jetzt an die alte Definition von Koordination hälst, dann musst Du natürlich sagen, dass es sich von der Sensomotorik unterscheidet, weil dabei die Sinneswahrnehmung nicht berücksichtigt wird.

Aber genau deshalb wurde der Begriff ja auch geändert, verstehste :-)?

Kommentar von cangaroofive ,

Ich sehe das so, um noch mehr Verwirrung zu stiften (aber ich glaube, das ist auch das was Privattraining meint): Senso (Sinne) und Motorik (Bewegung) beschreibt das Zusammenspiel von Sinneswahrnehmung, und der unmittelbare Reaktion in Bewegung (durch Muskelarbeit) darauf. Je besser die koordinativen Fähigkeiten des Individuums sind, desto rascher kann die Reaktion folgen. Die koo. F. sind also so betrachtet eher ein Teilbereich des kompletten Ablaufs "Sensomotorik".

Wenn aber beispielsweise ein alter Mensch über gute Sinne noch wahrnimmt, dass ein Auto heranrast, kann er sich hoffentlich dank seiner noch vorhandenen koordinativen F mit einem Sprung retten. Wenn seine Sinne schwach sind weil er die Brille nicht auf hat und das Hörgerät kneift, amen. Wenn er sieht und hört, aber kaum mehr laufen kann, tja. Egal was versagt, er ist hinüber :O

Der Begriff Koordinationstraining kann demzufolge schon grundsätzlich nicht richtig sein, weil ohne Sinne keiner ein Koordinationstraining wahrnehmen könnte. Ein Besoffener in der gleichen Situation wie Opa kann gleich Halleluja singen, weil bei dem beides versagt :D

Kommentar von Privattraining ,

**Der Begriff Koordinationstraining kann demzufolge schon grundsätzlich nicht richtig sein, weil ohne Sinne keiner ein Koordinationstraining wahrnehmen könnte. Ein Besoffener in der gleichen Situation wie Opa kann gleich Halleluja singen, weil bei dem beides versagt :D **

So ungefähr ist es und darum heisst das mittlerweile "Sensomotorik" :-D

Also, wie haben in der MTT - Weiterbildung beim Thema Sensomotorik die ganz normalen Koordinationsübungen gemacht - Stabitraining, Reaktionsübungen, Antizipationsübungen, usw.

Halt einfach das Training der koordinativen Fähigkeiten! Und unser Dozent hatte uns das auch so erzählt, dass das dasselbe sei, nur dass es nun Sensomotorik heisst, weil die Koordination halt schon mit der Wahrnehmung über die Sinne startet.....

Kommentar von caro65 ,

hm..... also gelernt haben wir das auch so ähnlich - im Sinn von sensomotorisches Training gehört quasi zum Training der Koord. Fähigkeiten... mir war das aber immer schon etwas zu ungenau und weil ich eben jetzt für die Diplomarbeit dieses Thema ausgesucht hab, möchte ich es genau wissen ;-)

Auch wenn ich gern Definitionen hätt - bleiben wir beim Beispiel Opa... Ich kann mit dem Opa ganz viel Koord. Fähigkeiten trainieren, damit er mit seine Sinne schärft (Augen, Ohren) und möglichst schnell auf die Gefahr reagiert. Wenn der Opa aber keine Kraft hat und Null Ausdauer und es also auch schlecht um seine Sensonotorik steht (die Stabis genauso wie die Rezeptoren), dann sieht und hört er das Auto zwar, reagiert theoretisch auch super, aber - er schafft es trotzdem nicht schnell und sicher über die Straße zu kommen. WEil: Er zu wenig Kraft hat, keinerlei Ausdauer und seine Rezeptoren verlernt haben, blitzschnell mit dem ZNS zusammen zielgerichtet zu agieren!

Also sollte der Opa neben Kraft und Ausdauer auch sensomotorisch trainieren, um seine Rezeptörchen und seine Stabis flott zu kriegen. Dann schafft ers.

Beides will natürlich das selbe - Opa soll heil über die Straße - aber das jeweilige Training unterscheidet sich.

Abgesehen davon wird ja gern bezweifelt, dass ein allgemeines Training der Koord. Fähigkeiten mithilfe der altbekannten Übungen im dann speziell angewandten praktischen Fall hilft. Da treffe ich immer wieder auf die Meinung, dass nur sportartspezifisches Koord-Training wirklich hilft ;_(

Für unseren Opa würde das bedeuten, dass er zwar beim Koord. Training brav Bälle schupft und fängt, ect... im Straßenverkehr aber nicht besser wird dadurch. Eigentlich sollt man Opa an der Hand nehmen und mit ihm stundenlang Straßen kreuzen....Nur dann lernt ers (und kriegt Kraft, Ausdauer und sens.T dazu;-))))

Kommentar von Privattraining ,

In meinen Augen machst Du Dich einfach nur zu verrückt mit dem Thema.....

Stabilisation, Propriozeption, Gleichgewicht, Koordination - das sind alles Begriffe, die die Sensomotorik zusammenfasst. Es lässt sich nicht trennen!

Bei jeder Bewegung, beim aufrechten Gang, beim Sport, bei Kunststücken - überall liegt eine permanente Zusammenarbeit von Sinnessystem und motorischem System zugrunde. Überall arbeiten Sinne, Rezeptoren, Nervenfasern, Hirnareale, und Muskeln zusammen. Immer!

Und genau das beschreibt der Begriff Sensomotorik, die unmittelbare Zusammenarbeit dieser Systeme. Du kannst kein gesondertes Stabitraining machen, was sich von sensomotorischen Vorgängen unterscheidet. Ohne Sinne keine Motorik, so ist und bleibt es:-)

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