Frage von bramweg,

Kann zu wenig Myostatin zu Übergewicht führen?

Hallo, ich habe einen BMI von 34, obwohl sogar alle Ärzte (!) völlig überrascht sind, wenn ich ihnen mein Gewicht verrate. Ich ernähre mich völlig normal, esse Obst und Gemüse, ernähre mich nicht von Fast Food, Pizza oder Cola (höchstens mal eine Cola light, kommt aber selten vor). Natürlich nasche ich auch gelegentlich, was sich aber in Grenzen hält.

Ich frage mich deshalb natürlich seit Jahren, wieso ich a) so ein hohes Gewicht habe und b) wieso ich nicht so schwer aussehe, wie ich in Wirklichkeit bin.

Ich sehe zwar natürlich nicht wie ein Bodybuilder aus, bin aber dafür, dass ich wirklich keinen Sport (bis auf Radfahren, wenn man das überhaupt einen Sport nennen kann) betreibe, recht muskulös. Einige Leute sagen mir nach, ich sähe wie ein Schwergewichtsboxer oder wie ein Football-Spieler oder gar wie ein "russischer Türsteher" aus. Natürlich habe ich auch ein paar Fettpolster - überwiegend an der Hüfte und seltsamerweise am Rücken. Ich habe zwar auch einen leichten (!) Bauchansatz, kenne aber Leute, die viel weniger wiegen als ich und einen auffälligen Bierbauch haben.

Auffällig muskulös sind meine Oberschenkel, wo nahezu kein Gramm Fett eingelagert ist. Auch sollen meine Schultern relativ breit sein, was ich selber nicht so sehe, mir aber schon häufig gesagt worden ist; so hat mir einst meine Physiotherapeutin erzählt, dass ich für mein Alter - ich war damals in der siebten Klasse (!) - ungewöhnlich breite Schultern hätte. Ebenso, so ist meine persönliche Einschätzung, ist mein Triceps (mein Bizeps nicht so sehr) recht stark ausgeprägt.

Seitdem ich seit einem halben Jahr Rad fahre, weil ich kaum noch gehen kann, sind meine Oberschenkel noch mehr angewachsen und ich habe noch mehr an Gewicht zugenommen. Sie sind mittlerweile so breit, dass ich ohne Boxershorts kaum noch laufen kann.

Seit ich im letzten Sommer ein Interview mit dem Bahnradsportler Robert Förstemann, dessen Körper kein Myostatin produziert, gesehen habe, frage ich mich, ob ich nicht auch so einen Gendefekt haben könnte. Meine fettfreien Oberschenkel sehen zwar Gott sei Dank (noch) nicht so aus wie seine, aber es geht allmählich in die Richtung.

Meine Fragen lauten folglich:

1. Kann eine Unterproduktion von Myostatin zu einem hohen BMI führe?

2. Ab wann ist der Gang zum Hausarzt gerechtfertigt? Ich habe nämlich große Angst ausgelacht zu werden, da ich zwar nicht wirklich fett, aber irgendwie bullig aussehe.

3. An welchen Facharzt würde ich weitergeleitet werden?

4. Kann der Muskelaufbau, so er wirklich die Ursache für den hohen BMI sein sollte, irgendwie gestoppt werden? Müsste ich Angst haben, dass sich die Muskeln dann in Fett umwandeln?

Ich hoffe, dass sich jemand mit diesem Spezialgebiet auskennt.

Vielen Dank!

Antwort
von TJack,

Mach mal langsam! Der BMI ist doch zunächst mal völlig uninteressant. Lass doch erstmal klinisch feststellen dein Verhältnis Muskelmasse/Fett. Ein Gendeffekt kann natürlich in seltenen Fällen eine Rolle spielen, Vom Radfahren baust du normalerweise keine extremen Muskeln auf. Das von dir geschilderte Phänomen kenne ich auch von Frauen die beim radeln tatsächlich anfangs etwas dickere Beine bekommen. Dabei handelt es sich um temporäre Wassereinlagerungen, nicht um echte Muskelmasse, das verschwindet dann auch wieder. Vorher hören aber die meisten auf und jammern. Arzt ist gerechtfertigt, da gibt es nix zu lachen. Aber der Muskelaufbau ist ja so schlecht nicht und viele BBler würde dir deine Gene für viel Geld abkaufen. Du solltest dich auf jeden Fall beraten lassen.

Kommentar von bramweg ,

Mein Oberschenkel besteht wirklich fast nur aus Muskeln. Das sagte schon meine Physiotherapeutin vor 15 Jahren und auch heute noch sagt das mein Orthopäde.

Antwort
von whoami,

Ich bin ähnlich gebaut wie du, habe auch als Kind schon alle mit meinen Beinen beeindruckt - besonders im Sportunterricht in der Schule. Damals bin ich aber sogut wie jede freie Minute auf dem Fahrrad gesessen. MIt 16 dann ging es los mit Kraftsport, den ich bis heute (mit 49) weiter ausübe.

Ich finde es also gar nicht Mal so ungewöhnlich für einen Mann stämmig zu sein - bist halt ein echter "Bauernbursch"! Das höhere Körpergewicht erklärt sich mit vermehrter Muskelmasse (ist z.T. auch genetisch bedingt), und höchstwarscheinlich hast du auch lange Muskeln!? Der BMI ist völlig uninteressant, weil er die Anteile von Körperfett und Muskelmasse nicht berücksichtigt. Alleine dein Spiegelbild ist ausschlaggebend.

Mein Fazit: freue dich dass du athletisch gebaut bist, und baue mit Sport weiter darauf auf. Über die Ernährung solltest du allerdings an deinem KFA arbeiten. Ansonsten: Muskeln sind etwas Gutes! Die wandeln sich nicht in Fett um. Das Fett wird allerdings immer mehr, wenn du nicht sportlich aktiv wirst.

Kommentar von bramweg ,

Mein Fettanteil beruht vermutlich ausschließlich auf einer Hypothyreose. Allerdings bestätigt mein Schilddrüsenspezialist, dass mein hohes Gewicht zumindest nicht allein von der Schilddrüsenunterfunktion kommen kann; dafür hätte ich zu wenig Fett eingelagert.

PS: Was sind lange Muskeln?

Antwort
von sportella,

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, das herauszufinden. Mach mal ein bisschen FDH und geh Laufen, zu 99% wird sich das Phänomen in Wohlgefallen auflösen. Weil es eben keine Muskeln sind.

BMI hin oder her, wenn Du schon am Rücken sichtbares Fett hast, ist es schlicht zu viel!

Kommentar von bramweg ,

Nix da. Es ist offiziell bestätigt, dass ich wenigstens am Unterkörper fast kein Gramm Fett habe. Und noch mehr FDH geht nicht, da ich sowieso schon völlig unterzuckert bin.

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