Wir würden so etwas gerne mal ausprobieren, wollen aber nicht gleich ein Doppelseil kaufen. Ist das ein Problem?
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Ja logisch geht das auch, zumindest so lange es nur nach oben geht und du nicht über die Route abseilen musst. Ein Doppelseil hat nämlich den Vorteil, dass Du die doppelte Abseillänge zur Verfügung hast und genausoweit abseilen kannst wie Du im Aufstieg die Seillängen gewählt hast.
Dazu bietet ein Doppelseil etwas mehr Sicherheitsreserve bei Kantenbelastung und etwas mehr Flexibilität für spezielle Seilmanöver. Bei sehr alpinen Routen, die überwiegend selbst abgesichert werden müssen, viele Quergänge drin haben und wo viele scharfe Felskanten lauern würde ich daher auch ein Doppelseil empfehlen, wenn von den Abseillängen ein Einfachseil reichen würde.
Dieser Satz
> Wir würden so etwas gerne mal ausprobieren
lässt darauf schließen, dass Ihr in dieser Sache noch unerfahren seid. In dem Fall gibt es die einfachste Regel, alpin nie mit Einfachseil.
Die einzige Ausnahme, die man auch alpinen Anfängern zugestehen kann, sind Pläsierrouten z.B. im Tessin, die max. 35 m Seillängen haben und mit einem 70- Meter- Vollseil begangen werden.
Alternativ könnt Ihr einer mit Doppelseil ausgestatteten Seilschaft hinterhersteigen oder bei gut gebohrten Routen zu viert mit zwei Vollseilen einsteigen, dann hat man für den evtl. Rückzug auch wieder die volle Länge.
Für den Normalfall solltet Ihr Euch eine Route aussuchen, von dessen Ziel ein Wanderweg nach unten führt.
Die Beurteilung, wann eine Route vielleicht sogar besser mit Einfachseil zu begehen ist (Außer Geschwindigkeit gibt es keinen wirklichen Vorteil) ist nur sehr erfahrenen Leuten vorbehalten.

Zu Markus' Beitrag wäre noch hinzuzufügen, dass die Sicherheitsreserve eines Doppelseils vor allem auch in steinschlaggefährdetem Gelände von Vorteil ist. Ist gab wohl schon Seilrisse aufgrund von Steinschlag. Mit einem Einfachseil steht man dann dumm da (wenn man überhaupt noch steht).