sporticus am 11.11.2008 um 16:09 Uhr
Soll heissen, erachtet ihr es für nötig, sich beispielsweise auch vor dem Walking oder Joggen usw. zu stretchen? Oder ist das hauptsächlich für Sportarten mit schnellen Bewegungsmitteln nötig?

Nein. Statisch-passives Dehnen wie Stretching sowieso nicht. Vor dem Walken oder Joggen in kalten Zustand gleich dreimal nicht. Wenn Dehnen - je nach Methode - dann als separate Einheit, um die Beweglichkeit zu erhöhen oder in Sportarten, bei denen es auf hohe Beweglichkeit ankommt, zwischen zwei Teilen eines Aufwärmprogramms.
Beweglichkeit ist ebenfalls immer sportartabhängig, individuell und altersabhängig zu betrachten. Nicht jeder Sportler ist gleich beweglich und nicht jeder Aktive kann die Beweglichkeit eines Kontorsionisten erreichen.
Dehnen allgemein - egal welche Methode nutzt nichts zur Verletzungsprophylaxe.
Das Maß des Dehnens und welche Methode angewandt wird, ist immer abhängig von der Sportart und von dem Ziel, welches mit der jeweiligen Dehnmethode erreicht werden soll. In Sportarten, in welchen eine hohe Beweglichkeit Leistungsbestimmend ist, wie z.B. Turnen, Ballett, Synchronschwimmen oder Turmspringen wird definitiv mehr und anders gedehnt als in Ausdauersportarten oder Kraftsportarten.

Wie du selbst schon andeutest, das hängt von der Sportart ab. Wissenschaftliche Tests haben gezeigt, dass sich Schnellkraftleistungen (zum Beispiel bei Sprintern) nach gehaltenem Dehnen verschlechtern. Das Stretchen ist nur bei Disziplinen sinnvoll, wo eine hohe Mobilität verlangt wird – also zum Beispiel bei Kampfsportarten oder beim Turnen.
Statisches Stretching ist übrigens auch für Fitness-Sportler im Studio weniger empfehlenswert, weil sich dadurch kleinste Verletzungen in der Muskulatur (Mikrotraumen) verstärken können. Besser: leichtes, federndes Stretching zur Vergrößerung der Flexibilität – das senkt auch die passive Muskelspannung und erhöht somit den Muskeltonus.