Frage von UKeip,

Haftungsausschluss Übungsleiter

Hallo, ich wurde jetzt gefragt, ob ich als Co-Trainer in einem Verein Kinder und Jugendliche bei einer Mannschaftssportart betreue. Das ist aus meiner Sicht eine ehrenamtliche Tätigkeit, für welche ich eine geringe Entlohnung bekommen würde (sagenhafte 9 Euro pro Stunde....). Jetzt hat man mir als Vertrag den neuen ÜL- Mustervertrag des DOSB vorgelegt, der zusammen gefaßt beiinhaltet, daß ich freiberuflicher Erwerbstätiger bin, völlig verantwortlich für alles und das zu einem Hungerlohn.....

Abgesehen davon, daß dieser Vertrag das Wesen meiner Tätigkeit gelinde gesagt nicht wirklich trifft (ich mach das nicht, um Geld zu verdienen, sondern wegen der Kinder!!), so stellt sich mir die Frage der persönlichen Haftpflicht - um in den Genuß der Haftpflichtversicherung des Landessportverbandes zu kommen, müßte ich Vereinsmitgleid werden, das würde mich aber 240 Euro im Jahr kosten, was mir in Anbetracht der "Entlohung" dann irgendwo ziemlich grotesk erscheint, denn wenn ich dann noch meine Fahrtkosten berechne, dann zahle ich bei der Sache drauf und bin für alles total verantwortlich, vom Aufsperren der Umkleide bis zu Hausmeistertätigkeiten.... ich muß also quasi dafür bezahlen, daß ich anderleuts Kinder betreuen darf.....

Jetzt die Frage: mit welcher Formulierung müßte ich in dem Vertrag einen Haftungsausschluss verienbaren, der micht davor bewahrt, daß der Verein mich in die persönliche Pflicht nimmt, wenn ich mal meine Aufsichtspflicht fahrlässig verletze und ein Kind dadurch zu Schaden kommt, weil, das ist ja wohl das Mindeste, das ich erwarten darf!

In dankbarer Erwartung Ihrer Antwort U.Keip

Antwort
von Freak107,

Du fordert hier, dass du auch mal deine Aufsichtspflicht verletzen darfst. Fahrlässig handeln bedeutet, dass du an einem Schaden schuldig bist. Eine Regelung, wie du sie hier beschreibst kann es so doch gar nicht geben. Einer unter diesen Bedingung angestellten Person darf man gar nicht die Aufsichtspflicht über Kinder überlassen.

Es steckt nun mal eine ganze Menge Verantwortung dahinter, wenn du mit Minderjährigen arbeitest. Allerdings musst du hierbei auch bedenken, dass du natürlich nicht für alles verantwortlich gemacht werden kannst. Solange du präventiv auf Risiken achtest und diese beseitigst, den Kindern klare Anweisungen gibst und gegebenenfalls auch Bestrafungen durchführst erfüllst du auch deine Aufsichtspflicht.

Worauf du achten solltest ist dein Versicherungsstatus. Der Mustervertrag ist in der Tat mit drei Seiten Regelungen etwas dünn geraten. Die auf 4 1/2 Seiten folgenden "Allgemeinen Hinweise" sind mit größter Wahrscheinlichkeit Dinge auf die man sich nicht wirklich fest schreiben wollte. Ich gehe davon aus, dass der Versicherungsschutz beim Landesverband den du hier erwähnst für Sportler gilt und nicht für die Trainer. Du solltest bei deinem Verein anfragen, welche Versicherungen dieser geschlossen hat. So eine Versicherung liegt sicherlich vor, den der Verein ist wen etwas schief läuft prinzipiell mitverantwortlich. Am besten du lässt dir diese Informationen schriftlich aushändigen, damit du auf der sicheren Seite bist.

Ich empfehle die folgenden Link, falls du dich noch tiefer mit der Problematik beschäftigen willst:

http://www.praxis-jugendarbeit.de/jugendleiter-schulung/versicherungen.html

Antwort
von wurststurm,

Hallo, Du willst wie man in der Schweiz sagt den Fünfer und das Weckli. Du musst dich aber entscheiden, ob du als selbständiger Trainer tätig werden willst oder in einem Verein. Als selbständiger Trainer kannst du dein Honorar frei vereinbaren und Spesen geltend machen, beispielsweise eine Haft- oder Unfallversicherung. Bist du im Verein tätig musst du zu ihren Konditionen unterwegs und hast wenig bis keinen Spielraum bei Vergütung und Beiträgen, bist aber im Rahmen des Vereins von der Haftung ausgeschlossen.

Nur so am Rande; man kann auch die gesamten Einkünfte als Spesen deklarieren, dann sind sie nicht Einkommensteuerpflichtig.

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