Frage von estrella06, 65

"Gedächtnis" der Muskeln?

Hallo liebe Community,

Ich mache drei Mal pro Woche, jeweils rund 40 Minuten - 1 Stunde, verschieden Übungen für den Po und die Beine. An jedem der drei Tage mache ich eigentlich immer unterschiedliche Übungen, bis auf ein paar. Jede Woche mache ich an den Tagen die gleichen Übungen wie in der Woche davor. Ich mache das schon seit einiger Zeit und ich habe gehört, dass sich Muskeln an bestimme Bewegungsabläufe gewöhnen und die Übungen plötzlich nicht mehr die gewünschten Erfolge erzielen.

Da ich aber an jedem der Tage unterschiedliche Übungen mache, kann ich ja kaum mit den Übungen variieren, da im Endeffekt sowieso wieder der Großteil der Übungen gleich bleibt, eben weil es schon so viele verschiedene sind. Meine Frage wäre jetzt:

  • Gewöhnt sich mein Muskel trotzdem an bestimme Bewegungen, wenn ich viele verschiedene mache und auch eine unterschiedliche Anzahl an Wiederholungen?

  • Wie könnte ich mein Training variieren?

Vielen Dank im Voraus! :-)

Antwort
von moachel, 16

Wenn du eine bestimmte Bewegung machst mit vielen Wdh. und wenig Intensität steigert dass die Koordination d.h. der Muskel öknonomisiet die Bewegung die Bewegung läuft flüssiger und du verbrauchst weniger Energie. Die Bewegung sieht auch in der Regel dadurch geschmeidiger aus.

Die ist vorallem für Einsteiger wichtig um genau wie du beschreibst sich an die Bewegung zu "gewöhnen". Trainierst du länger und willst einen höheren Muskelzuwachs und du bist schon vertraut mit der Bewegung, dann steigere erstmal die Bewegungsanzahl. Machst du auch dies eine längere Zeit und es stellen sich wieder keine weiteren Trainingsfortischritte ein, dann kannst du das Gewicht steigern.

Das was du ansprichst beschreibt das Trainingsgesetz Variation der Reize bzw. des Trainings. Passt sich der Körper an einen Trainingsreiz an und der Trainingserfolg stagniert. Sollte das Training varriiert werden.

Antwort
von Daniel87Dee, 42

Hallo sowas wie ein Muskelgedächniss, gibt es wirklich.

Z.b kann das auch sehr postiv sein, wenn jemand sehr trainiert ist und eine Pause einlegen musste, wegen einer Verletzung oder sonst ein Grund, wird er schnell wieder an sein altes Leistungspensium rankommen.

Genau so ist das mit der gleichen Belastung, der Muskel gewöhnt sich daran und es werden keine neue Reize gesetzt. Dadurch kann der Pump ausbleiben und es fühlt sich nach dem Training so an, als ob man kaum was getan hat.

Wichtig ist das du varierst, manchmal reicht es schon, wenn du die reihenfolge der Übungen tauscht oder einfach mal neue Übungen gegen alte tauscht. Auch die Anzahl der Wdh´s können einiges bewirken.

Aber ich sag auch ne Übunge wie Bankdrücken gegen Butterfly zu tauschen, macht für mich nicht viel Sinn, jetzt nur als Beispiel :D

Gruß Daniel

Kommentar von estrella06 ,

Also es kann der Pump ausbleiben, aber weniger effetktiv werden die Übungen trotzdem nicht, oder schon?

Liebe Grüße :-)

Kommentar von wiprodo ,

Der "Pump" hat nichts mit Muskelaufbau (oder gar Kraftgewinn) zu tun, sondern ist eine vorübergehende Flüssigkeitsansammlung (Flüssigkeitsstau) im Muskel.

Kommentar von Daniel87Dee ,

Richtig es ist ein momentaner Effekt, der aber zu gegebener maßen extrem geil ist :D

Aber es hat keine auswirkungen auf dem Msukelaufbau, dafür ist eher der Muskelkater verantworlich, den kleine Risse in Msukeln sorgern bei der Repartur dafür, das der Muskel größer wird. Beim Pump wird nur für einen moment viel Blut in den Muskelzellen gepumpt

Kommentar von wiprodo ,

Na ja . so ungefähr jedenfalls. Der Muskelkater ist nicht direkt für den Muskelaufbau verantwortlich. Stattdessen handelt es sich um einen Schmerz, der im Nachgang einer zu starken Muskelbelastung auftritt, wenn die Abbauprodukte der im Training zerrissenen Muskelfibrillen zu Entzündungen führen. Besser wäre es, wenn man im Training den Stress der Muskelfasern im Rahmen hält, so dass man ohne Entzündung und ohne Schmerz im üblichen Rhythmus weiter trainieren kann.
Und das Blut wird zwar in den Muskel gepumpt, nicht aber in die Muskelzellen. Es bleibt da, wo es hingehört, in den Blutgefäßen (Kapillaren).

Antwort
von wiprodo, 28

Der Muskel ist eine molekulare Maschine und hat kein Gedächtnis für Bewegungsabläufe. Das, was man gelegentlich als Muskelgedächtnis bezeichnet, bezieht sich auf die Tatsache, dass eine Muskelfaser in einer Trainingsperiode sowohl die kontraktilen Eiweiße als auch die Zahl der Zellkerne erhöht, in einer folgenden Trainingspause zwar die Eiweiße wieder abbaut, nicht aber die Zellkerne. So kann in einer nächst folgenden Trainingsperiode mit Hilfe der hohen Anzahl der Zellkern das Muskeleiweiß schneller aufgebaut werden als in der ersten Trainingsperiode (s. Bild). Der vermeintliche Gewöhnungseffekt ist dadurch begründet, dass die Möglichkeiten eines Muskels auch mal ausgereizt sind und sich nicht beliebig steigern lassen.

Die Gewöhnung an Bewegungsabläufe ist Sache der Koordinationsinstanzen des Gehirns. Hier werden Abläufe mit zunehmender Wiederholung ökonomisiert und schließlich automatisiert und damit standardisiert. Da hat es sich zur weiteren Leistungssteigerung tatsächlich als hilfreich erwiesen, Variationsformen der bisher „eingeschliffenen“ Bewegungen anzuwenden. Das heißt aber nicht, möglichst viele unterschiedliche Bewegungsformen einzusetzen, sondern immer erst dann zu einer anderen Form überzugehen, wenn die andere stagniert.

Kommentar von estrella06 ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, sie hat mir sehr geholfen!

Antwort
von Juergen63, 29

Den Anpassungseffekt hat ein Muskel bei jedem Bewegungsablauf. Auch im Sportlichen Bereich natürlich. Das ist eine ganz normale Reaktion. Das heisst aber nicht das du die Übungen variieren musst um dich verbessern zu können. Überlege mal wie lange und oft ein Gewichtheber trainiert und wie weit er sich über die Jahre gesehen auch verbessern kann. Hier ist der Bewegungsablauf auch immer der Gleiche und in anderen Sportarten ist es ähnlich.

Entscheidend für Erfolge und Verbesserungen im Sport ist nicht das Wechseln von Übungen. Ein Sprinter fängt auch nicht plötzlich das Schwimmen an um sich im Sprint zu verbessern. Die Intensität des Trainings ist entscheidend. Darüber hinaus fliesst die persönliche Veranlagung auch mit ein.

Variieren solltest du die Intensität. Von Mittel bis sehr schwer. Am besten in Wöchentlichen Intervallettappen, damit dem Muskel neue Impulse gesetzt werden.

Antwort
von whoami, 14

Hast du nur an Po und Beine Muskeln?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community