Frage von Wille, 539

Fischer Skating-Ski Unterschied "Plus" und "Cold"

Hallo zusammen,

Bin dabei mir auf den Winter einen neuen Race-Skate Ski zu kaufen und bin bei Fischer auf den Unterschied "Plus" und "Cold" gestoßen.

Dass diese Unterscheidung auf unterschiedliche Schnee- bzw. Aussentemperaturen abzielt ist klar. Allerdings kann ich nirgends eine Auskunft über die Temperaturbereiche finden, in welchen welcher Ski jetzt besser ist.

Mein Haupteinsatzgebiet ist die Schwäbische Alb, der Schwarzwald und das Allgäu. Welche Belagsart wäre zu empfehlen?

MfG Wille

Antwort
von klisterski11, 539

Hallo Wille

Ein weiterer kleiner Unterschied ist der unterschiedliche Graphitanteil im Belag. Hauptunterschied ist aber - wie LLFuchs schreibt - der verschiedene Skischliff, der von Werk aus gemacht wird. Nach der Skispannung (soft/med/stiff) würde ich den Skischliff/-Belag als zweitwichtigsten Kriterium für einen schnellen Ski einstufen, gefolgt vom Wachs.

Ich würde die Wahl schlussendlich davon abhängig machen, wo du mehrheitlich unterwegs bist: Sofern du nicht in kalten Gebieten hier in Mitteleuropa (z. B. Engadin, Goms, Davos, ...) oder Skandinavien läufst, würde ich dir eher zum Plus-Modell raten. Viele Bedingungen in LL-Regionen auf mittlerer Höhenlage deckst du damit ab! Erst bei wirklich kalten Temperaturen (< -10°) merkst du, dass der Werkschliff beim Plus-Modell nicht mehr "läuft"; es fühlt sich an, als ob du am knirschenden Schnee klebst. In diesem Fall ist eine feine Struktur/Schliff genau das Richtige...

Es gibt übrigens auch Strukturgeräte, mit denen du per Hand eine gröbere/feinere Struktur in den Skibelag pressen kannst [z. B. Toko Structurite]. So könntest du eine wärmere/gröbere Struktur in einen kalten Ski pressen, wenn es wärmer wird...

Mit mehr als einem Paar hast du natürlich mehr Vergleichsmöglichkeiten und musst nicht immer umwachsen, kannst zum Beispiel ein Paar am Morgen, das andere am Nachmittag laufen, usw...

Viele Grüsse, klisterski11

Antwort
von LLLFuchs, 467

Hallo Wille!

Ein Cold Ski ist sicher für Temperaturen von 10 - bis 20 Grad minus angezeigt. Ich weiss jetzt nicht, ob das in jenen Regionen wo Du läufst häufig der Fall ist. Ich selbst laufe Rossignol und differenziere mehr zwischen weichen und harten Verhältnissen, wofür ich einen etwas weicheren und einen härteren Ski, jedoch mit dem gleichen Belag (kalt) habe.

Zum Einsatz: Den letzten Skimarathon bin ich mit dem weicheren Ski gelaufen. Die Verhältnisse war am Start bei minus 10 Grad im Ziel um die Null Grad. Viel wichtiger als eine Unterscheidung zwischen warm und kalt ist für mich die Beschaffenheit der Loipe und letztlich bei warmen Verhältnissen die richtige Struktur.

Ich würde zu einem "kalten" Ski tendieren, da in meinem Trainings- und Einsatzgebiet Temparaturen im kalten Bereich häufig sind.

Viele Grüsse LLLFuchs

Kommentar von Wille ,

Danke schonmal,

hatte mir gedacht, dass ich einen warmen Ski nehme mit mittlerem bis hartem Flex und dann beim wachsen die höhere Wachsaufnahmefähigkeit des warmen Belags nutze, um den Ski an die aktuelle Temperatur anzupassen.

Müsste doch eigentlich funktionieren oder? Hatte eig nicht vor, 2 Paar Ski für je ca 400€ zu kaufen ;)

MfG

Kommentar von LLLFuchs ,

Nun das mit den 2 Paar Skiern hat seinen Grund im besseren/neueren Rennski und im älteren Trainingsski. Solange die Kanten gut sind, ist aber auch der Trainingsski durchaus noch für Volksläufe verwendbar. Da ich am Wochenende oft in Studen bei Einsiedeln trainiere, und meinen letzten Ski auch da kaufte, haben wir diesen mehr auf die lokalen Verhältnisse abgestimmt. Wenn "Klisterski" das Engadin, Obergoms und Davos als kalte Zonen der Schweiz aufzählt, dann möchte ich gleich noch Studen anfügen. Diese Destination ist mit 900 Metern Meereshöhe nicht gerade alpin, wartet aber oft mit kalten Temperaturen auf, die mehrheitlich unter 10 Grad minus liegen. Deshalb haben wir einen von Belag und Struktur her kalten Ski gewählt, im Vergleich zum zweiten Ski ist dieser aber etwas weicher.

Ich verwende zum Aufbringen einer Struktur das alte Toko-Strukturgerät. Ein früherer Weltcup-Rennläufer und heutiger LL-Lehrer sagte mir, dass er bei diesem Gerät jeweils nur die grobe Rolle verwende. Ich brauche in der Regel auch nur dieses Teil.

Beim letzten Engadiner habe ich auf ein noch älteres Mittel zurückgegriffen: Eine Stahl-Abziehklinge von Toko, die an den Schmalseiten Strukturschliffe hat. Damit kann man auf den präparierten Ski feinere oder gröbere, von vorne bis hinten durchlaufende Längsrillen in den Belag einprägen.

Generell denke ich, wirst Du mir der Variante Warm einen guten Kauf machen, wenn es in Deinen Revieren nicht allzu kalt wird. Solltest Du trotzdem mal bei klirrender Kälte unterwegs sein, dann habe ich noch folgenden Rat: Lauf den Ski für etwa 10 Minuten ein. Die Kälte führt dazu, dass das Wachs aus den Poren austritt, was den Ski bremst. Wenn Du nun den Ski mit der Drahtbürste nochmals ausbürstest, werden diese Wachspartikel abgetragen und der Ski läuft besser. Bei kalten Verhältnissen mache ich das Freilegen der Struktur oft schon unmittelbar beim Wachsen das erste Mal.

Viele Grüsse LLLFuchs

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