Es wird wohl überlegt, sich darum zu bewerben. Findet ihr das gut oder eher nicht und warum?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich gut fände - sobald eine Sportart olympisch ist, ist viel mehr Geld im Spiel und damit gewinnen ganz automatisch Themen wie Vermarktung oder auch Doping deutlich mehr Bedeutung. Auch müssen sich die Wettbewerbe auf die Anforderungen der Medien einstellen. Dann wird evtl. gefordert, dass der Wettbewerb maximal 2 Stunden dauern darf, bis der Sieger feststeht - ein Superfinale wäre sozusagen der Supergau. Folge wäre ein Modus, der sich noch stärker vom eigentlichen Klettern entfernt, die Bewegungskreativität verlöre an Bedeutung. Damit würden sich Wettkampfklettern und Breitensport noch weiter voneinander entfernen... Andererseits ist es natürlich die logische Konsequenz wenn es in einer Sportart nationale und internationale Meisterschaften gibt, auch an olympischen Spielen teilnehmen zu wollen.

Speedklettern ist ja auch bei Nichtkletterern zum Zuschauen sehr attraktiv. Wg. Seilklettern: Früher gab es mal den "Workout" Modus: Am Abend vorher ansehen, am Folgetag nur 7 Minuten Zeit. Da bekäme man eine Runde in einer Stunde durch. Es könnten auch zwei Klassen parallel starten. Also ist das mit den zwei Stunden pro Wettkampf kein Problem. Bouldern von mir aus. Ansehen würde ich es mir aber trotzdem nicht. (Außer vielleicht der Timo steht im Finale)
Die Idee an sich finde ich schon gut. Jede Sportart sollte für sich den Anspruch erheben olympisch zu werden. Allerdings sind wir da mit unseren Strukturen im Alpenverein noch ganz ganz weit entfernt. Oder hast du schon mal einen Wettkampf im Fernsehen gesehen? Bis auf die Boulderwettkämpfe sind die anderen Formen doch eher langweilig zum Zuschauen. Ich bin viel auf Jugendwettkämpfen unterwegs, die Boulderwettkämpfe sind echt spannend, aber Seilklettern ist für Sportler und auch für die Zuschauer eher unzumutbar. Es kann nicht sein, dass die Athleten nach der Quali bis zu sieben Stunden in Iso hocken. Und es fehlen noch ganz klar die Sponsoren, die die großen Events tragen könnten. Der erste Schritt ist jetzt jedenfalls schon gemacht, mit der Aufnahme für den Extreme Sport Award. Und man sieht ja wie populär die Boulderwettkämpfe sind. Aber als so junge Wettkampfsportart muss sich noch einiges entwickeln und verbessern.

Aus genau den gleichen Gründen wie Markus wäre ich strikt dagegen, dass Klettern olympisch wird!
Ich fände es ganz gut, glaube aber das hängt auch davon ab, ob die Medien Klettern zeigen wollen. Da bin ich ähnlicher Meinung wie Sandro.
Speedklettern könnte ich mir schon ganz gut als olympische Sportart vorstellen. Allerdings hat das mit dem Klettersport wie wir es betreiben nur am Rande zu tun und nur ganz wenige der guten Kletterer können damit was anfangen. Aber als Unterhaltung für die breite Masse taugen die sicherlich.
Boulderwettkämpfe finde ich für Zuschauer sehr attraktiv. Schwierigkeitsklettern (Lead) finde ich selbst als Kletterer zum Zuschauen oft sehr langatmig. Kann ich mir nicht vorstellen, dass dies von den Medien als attraktiv bewertet wird. Was aber nichts heissen muss, ich hab auch keine Ahnung was an Autorennen interessant sein soll und trotzdem werden die permanent gesendet.
Ich bin da eher unschlüssig. Ich finde, es gibt viel exotischere und langweiligere Sportarten, die auch olympisch sind. Klettern ist mittlerweile wirklich Breitensport und sollte daher auch irgendwie bei Olympia vertreten sein. Dass es dann auch um mehr Geld geht, ist ja sicher auch ein Reiz für viele Athleten. Die Anpassung an Medien- und Publikumswünsche finde ich aber schon kritisch.