Frage von ichbinsinaction,

Fahrrad, Scheibenbremsen: Langes bremsen: Überhitzungsgefahr?

Also die Sache ist folgende: Ich habe an meinem MTB montierte Scheibenbremsen. Die hinteren Bremsen sind noch nicht wirklich eingefahren, im Vergleich zu den vorderen Bremsen erreichen die nur rund 20-30%. Zugegeben, ich nutze sie fast nie.

Morgen werde ich sie einfahren, und zwar habe ich einen Hügel, bei dem die Straße rund 800 Meter abwärts geht. Ziemlich steil. Da würde ich jetzt immer wieder mal bremsen, stoßweise, damit die Bremsen nicht verglasen.

Jetzt frage ich mich aber, wie heiß die Bremsen/Beläge da werden? So 200-300 Grad sind ja akzeptabel, aber wann wird's zu viel? Und ab wann entwickelt sich diese Temperatur?

PS: Ohne bremsen komme ich mit Leichtigkeit auf ~50-70 km/h, ab da bremst mich dann im Normalfall der Gegenwind und hält mich auf einer konstanten Geschwindigkeit. Bisher bin ich die Abfahrt ohne bremsen gefahren und habe erst am Ende beim Dorfeingang die Geschwindigkeit verringert.

-- Ich freue mich auf hilfreiche Antworten

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dampfbaer,

Du merkst, wenn die Bremse zu heiß wird am sogenannten Fading. Plötzlich spürst Du, dass die Bremskraft nachlässt, bzw. der Druckpunkt am Bremshebel verschwindet und Du stärker drücken musst. Dann ist es Zeit, loszulassen und die Bremse einmal kurz kühlen zu lassen, bzw. mal die Vorderbremse zu Hilfe zu nehmen. Kaputt machen kannst Du dabei nichts, wenn Du es nicht übertreibst. Wenn Du dann weiter extrem bremst, können sich die Scheiben von der Hitze verziehen und in Zukunft schleifen. Wunder Dich nicht, wenn die Bremse nicht an die Wirkung der vorderen Bremse herankommt. Das liegt daran, dass vorne die Scheibe oft größer ist, somit die Hebelwirkung besser, zudem taucht beim Bremsen mit dem Vorderrad die Federgabel ein und die Reibung vom Vorderrad auf den Asphalt nimmt extrem zu. Es ist normal, wenn man vorne die Bremse zu 2/3 belastet und hinten eher weniger. Viel Spaß bei der Abfahrt

Kommentar von ichbinsinaction ,

Die Scheibe ist gleich groß, das ist es ja, was mich verwundert. Aber was ich letztens bemerkte, ist, dass die vorderen Bremsen schon sehr gut eingefahren sind, die haben einen leicht gelblichen Hauch (kein Flugrost) und die sind bissig, wie sonstwas. Mit denen bin ich absolut zufrieden.

Du hast recht mit der Federgabel, das hatte ich auch schon vermutet. Aber es geht mir nicht darum, dass beispielsweise das Hinterrad blockiert(e), sondern dass es einfach zu wenig bremst. Aber das hat sich nun langsam erledigt, beide Bremsen per Vollbremsung blockieren das Hinterrad, also ich würde behaupten, es ist eingefahren.

PS: Das MTB ist gut kalibriert, also bei einer Vollbremsung bremst das Ding wunderbar, aber mich haut es nicht über den Lenker. Als ich vor kurzem das MTB eines Freundes testete, hätte es mich nach der ersten Bremsung fast über den Lenker gehauen, er ist auch der Meinung, dass meine (Vorder-)Bremse weit besser bremst. Wie das geht.. keine Ahnung, möglicherweise durch zusätzliches Gewicht, eine gute Federgabel, oder sonst irgendwelche Geheimtricks.

Auf jeden Fall danke für eure Antworten!

Antwort
von Lippe,

Morgen hast du sie eingefahren. Bin ich mir sicher, auch ohne Gegenwind am Dorfeingang. Eins solltest du nicht machen: beim bremsen die Finger von den Bremshebeln zu nehmen. So kannst du entspannt und endlich das Hinterrad bedienen ohne die eigenen Finger zu verbrennen. Ps: Auf Abfahrten kann man ein Ei auf den Bremsscheiben zu einem Spiegelei verwandeln. Solltest du mal ausprobieren, denn das ist richtig heiß.

Kommentar von ichbinsinaction ,

Ja, dass das um die 300 Grad heiß werden kann, weiß ich, das werde ich mit Wasser auf jeden Fall probieren.

Den Satz "beim bremsen die Finger von den Bremsebeln nehmen" habe ich nicht verstanden. Weshalb sollten die Bremshebel heiß werden? Die sind doch lediglich mit einem Metallseil verbunden..

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