Frage von Dino111,

einfluss der kälte auf leistung

mein training in der halle ist ausgefallen, wollte aber die einheit nicht ausfallen lassen und bin ein paar intervalle draußen gelaufen (nicht kritisieren). es sind bei mir ca. -4 bis -5 grad. hab mich eingepackt mit schal, mütze, handschuhen, trainingsanzug, zwei dicke pullis, 2 lagen fuktionsunterwäsche an den beinen, also bestimmt auch noch 1,5-2kg extra unterwäsche zum normalen körpergewicht

nach 2x 200m á 30 sekunden merkte ich schon das wird nach hinten losgehen. normaler trainingszustand: 12x200m in 30 sekunden, oder 7x300m in 45 sekunden. heute war komplett schluss nach 6x200m,mir ist immer noch kotzübel, koordination und techik waren nicht vorhanden ( ins ziel gequält), kurz: hat kein spaß gemacht sondern war folter pur

beeinflusst kälte die sportliche leisungsfähgkeit ? oder lag es vielleicht am zusatzgewicht, oder beides zusammen ? oder lediglich eine frage des trainingszustands ? diese einheit lässt mich stark an meiner leistung zweifeln (das gefühl dürften wohl alle sporter kennen)

schonmal danke

Antwort
von thonie,

Hoffentlich hast du über all diesem Zeugs noch einen luftdichten Regenanzug angehabt. Dann hättest du die Biskin-Ausrüstung (schließt die Poren, hält den Saft) nämlich komplett gemacht. Nach über 40jähriger Wintersport-Erfahrung mit vielen Trainingseinheiten und einigen Wettkämpfen bei unter -20°C würde ich sagen, dass du knapp vor einem Kreislaufkollaps wegen Überhitzung standst und deshalb keine auch nur halbwegs akzeptable Leistung bringen konntest.

Zum Lauftraining bei leichten Minustemperaturen ziehst du Funktionsunterwäsche (einen Satz) an, darüber an den Beinen tights und am Oberkörper einen leichten Rolli und eine Laufjacke an. Dazu eine dünne LL-Mütze und nach Bedarf LL-Handschuhe. Sollten die Pausen länger ausfallen, tut eine Trainingshose mit langen Reißverschlüssen gute Dienste, eventuell eine zweite Trainingsjacke. Alles andere ist überflüssiger Ballast, der zudem noch die Beweglichkeit einschränkt.

By the way, wozu dienen eigentlich 12 x 200m in 30 Sekunden? Als Intervalltraining zu kurz, als Schnelligkeitsausdauer zu langsam, als Koordinationsläufe zuviel...aber zur Beruhigung des Gewissens genug? Und dann hinterher 7 x 300m in 45 sec, als intensive Intervalle zuviel, als extensive zu schnell und zu wenig, irgendwie seltsam.

Kommentar von Dino111 ,

du scheinst ausdauersportler zu sein, aber kein leichtathlet. das sind läufe für den 400m-sprint. im winter wird das training speziell für die 400m so gestaltelt, um eine gewisse laktattoleranz aufzubauen. erst kommen die hohen umfänge (mit niedriger intensität, daher nur 30 sekunden), nach und nach werden diese erstezt (wenn eine gewissen grundlagenausdauer für die sprintausdauer, nicht für lange dauerläufe, vorhanden ist) durch intensive (z.b. 24 sekunden) läufe.

für ein lauftraining (im wettkampfbeierh 5km bis marathon) sind diese läufe sehr ungeeignet,da stimme ich dir zu, aber ein 400m lauf ist eine andere art von belastung, für die auch anders aufgebaut werden muss im winter.

da war ich wohl zu dick eingepackt, danke für den tipp !

Kommentar von thonie ,

400m-Bestzeit als 18jähriger 50,5 bei einer 100m-Bestzeit von 12,0. 800m 1:56,2, ist allerdings schon ein paar Tage (so etwa 14.000) her. Auch damals haben wir ähnliche Programme ähnlich sinnfrei absolviert. Ich hätte ja gerne, dass die jüngere Generation von den Erfahrungen und Überlegungen der Älteren profitiert, deshalb meine beißenden Bemerkungen. Auch nach deinen Erklärungen gehe ich nicht davon ab, denk' mal drüber nach!

Z.B. kommst du als 50sec-Läufer bei 200ern in 30 nur ganz unwesentlich in die Übersäuerung, von Laktattoleranztraining kann da keine Rede sein, nicht mal, wenn du die Pausen unter einer Minute hältst. Nach all den Jahren bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass deutlich akzentuiertes Training, das durchaus auch regenerativen Charakter haben kann, am Ende mit weniger Aufwand zum größeren Erfolg führt als so ein Wischiwaschi-Training mit dem dem man versucht, möglichst alles auf einmal zu erledigen.

Antwort
von Millennium75,

Zusätzlich zum hier Gesagten könnte auch Folgendes bei dir mitverursachend gewesen sein (recherchiert, damit die Fakten korrekt dargestellt werden - bin kein Arzt): (Quelle: http://www.netzathleten.de/Sportmagazin/Gesundheits-Ernaehrungs-Fitness-Mythen/S...) "Das Problem ist die trockene, kalte Luft. Diese kühlt die Schleimhäute und Atemwege aus, was zu dem typischen Brennen in der Lunge und zu Reizhusten führen kann. Der Reizhusten hat zwar nichts mit dem Erkältungshusten zu tun, ist aber dennoch unangenehm und kann auf die Dauer schmerzhaft sein." „Kalte Luft gilt als möglicher Auslöser für eine belastungsinduzierte Bronchokonstriktion, die wiederum zu einem vermehrten Auftreten von ‘exercise-induced‘ Asthma, also Belastungsasthma, führen kann“, erklärt Dr. Klingenberg weiter. „Bei anfälligen Athleten hat dieser Kälteeffekt oft eine leistungsrelevante Bedeutung.“ "Ab wann ist es zu kalt? Spätestens ab minus 15 Grad sollte man sein Training dann nach drinnen verlegen. Denn der Körper ist ab diesen Temperaturen nicht mehr in der Lage, die Atemluft ausreichend zu erwärmen. Die kalte Atemluft reizt die Schleimhäute und erschwert zudem die Sauerstoffaufnahme." "'Grundsätzlich sollte man sein Training bei extrem kalten Temperaturen nicht übertreiben', sagt Dr. Klingenberg. 'Denn je tiefer die Atmung, desto mehr werden die Atemwege gereizt.' Daher ist es besser, im Winter an seiner Grundlagenausdauer zu arbeiten und keine extremen Belastungen anzupeilen. 'Ruhige Ausdauersportarten mit gleicher Belastung wie Laufen, Langlauf oder Nordic Walking sind im Winter ideal. Denn die Atmung ist ruhig und relativ gleichmäßig.'" "Gerade im Winter kann es sich lohnen, die Atemtechnik etwas umzustellen und vornehmlich durch die Nase zu atmen. Das sagt auch Sportmediziner Dr. Klingenberg: 'Wenn man stark durch den Mund atmet, gelangt die kalte Luft ungefiltert in die Atemwege. Dadurch trocknet sie die Schleimhäute schneller aus, als wenn man durch die Nase atmen würde. In der Nase kann die Luft von Schmutz und Bakterien gefiltert, angewärmt und angefeuchtet werden. So reizt sie weniger, und zudem kann der Sauerstoff besser aufgenommen werden.' Um weitere Probleme zu verhindern, kann man sich zusätzlich ein Multifunktionstuch oder einen Gesichtsschutz vor Mund und Nase binden."

Antwort
von wiprodo,

Als optimale Umgebungsbedingungen für den Menschen gelten zwar 18° bis 28° Lufttemperatur. Physiologisch sollte man jedoch bei körperlicher Belastung in kälterer Umgebung keine messbaren Leistungseinbußen erwarten, denn bei Ausdauerleistungen steigert sich der Stoffwechsel um bis zum 30fachen des Ruheumsatzes, so dass immer noch genügend Wärmeüberschuss gegeben ist, um einen Wärmeverlust an die Umgebung kompensieren zu können. Von der Energiebereitstellung her gesehen wird zwar bei längerer Ausdauerleistung in kalter Umgebung vermehrt Energie aus der Verstoffwechselung von Fett gezogen, ob dies aber die Leistung messbar verringert, ist fraglich.

Dies mag anders sein bei Bewegung in kaltem Wasser, weil hier der Wärmeverlust unvergleichbar höher ist.

Bei all dem möchte man annehmen, dass ein möglicher Leistungsverlust eher psychologisch bedingt ist, oder durch unvernünftig massive Zusatzbekleidung bedingt wird, die aufgrund der hohen Wärmeproduktion beim Laufen rein physiologisch kaum notwendig erscheint.

Antwort
von nthiemermann,

Hallo, ich laufe das ganze Jahr über durch (3 Einheiten pro Woche). Nochmalerweise mache ich ach Tempoeinheiten im Winter, wenn es die Wege-Verhältnisse zulassen. Ich ziehe immer soviel an, dass ich zu Beginn der Laufeinheit noch etwas friere. Dann laufe ich mich den ersten Kilometer, meist mit einigen Lauf-ABC Übungen, ein. Dann starte ich mein Programm. Ausser, das bei extremer Kälte und Hitze der Puls bis zu 10 Zähler höher ist habe ich noch keinen Nachteil erlebt

Antwort
von wurststurm,

Sicher macht das etwas aus aber ich glaube der wesentliche Faktor für die schlechten Zeiten ist einfach deine fehlende Spritzigkeit oder ganz einfach gesagt; du bist ausser Form. Ich sehe das ja an meinen Zeiten; 60m: 0,5s/Lauf zurück, 200m 2-3s/Lauf, 400m 5-10s/Lauf hinter den Sommerzeiten zurück. Das messe ich aber jeden Winter so. Das ist jetzt so, weil ich vor allem Muskelaufbau betreibe und Ausdauereinheiten laufe, beides Trainingseinheiten die mir die Sprintzeiten vermatschen. Ich kann dir anhand der Entwicklung meiner 100m Zeit mal aufzeigen wie sich die im Jahr entwickelt:

Jan.-März 13,0

April 12,90

Mai 12,82

Juni 12,75

Juli 12,69

August 12,59

September 12,40

Oktober - Pause

November 12,80

Dezember 13,0

Dieselbe Entwicklung habe ich in allen Sprintdisziplinen, auch bei den Hürden. Ähnlich (aber nicht so drastisch) ist es im Sprung und sogar in den Wurfdisziplinen. Ich hab zwar im Frühling praktisch die besten Muskeln, mir fehlt aber die Spritzigkeit um diesen Vorteil in Weite umzusetzen. Meine besten Wettkämpfe sind deshalb immer Ende August-September.

Antwort
von strollingB,

wenn du dich ausreichend aufwärmst, also mindestens 20 min bis du etwas schwitzt, ist das eigentlich kein problem. die intervalle werden halt etwas langsamer gelaufen, vielleicht auch gesteigert. bei uns gibt es weit und breit keine halle, sollen die läufer dann bis märz in den süden?

Antwort
von TJack,

Natürlich beeinflußt die Kälte die Leistungsfähigkeit, du verbrauchst viel mehr Energie und am Zusatzgewicht liegt das weniger, eher an der Bewegungsfähigkeit. Man kann diese Einheiten nicht mit der Halle vergleichen. Draußen muss man dann eben kleinere Brötchen backen. Gleichwohl ist das machbar. Wir haben gestern auch so trainiert.

Antwort
von peterbobi70,

du schaffst halt nicht so viel, weil deine muskeln zittern und dies energiie kostet

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