Frage von Steffanie, 614

Dieser Krach bei manchen Spielerinnen, z.B. Azarenka, dieses laute Gestöhne bei JEDEM Schlag, den sie macht, ist nicht ansehens/hörenswert. Warum eigentlich?

Antwort
von wurststurm, 519

Ich denke das ganze Thema bewegt sich in einer Grauzone. Nehmen wir das Spiel Serena Williams gegen Vinci; im ersten Satz war Serena völlig ruhig, im Zweiten ging das Gestöhne bei einigen wenigen Bällen los, im Dritten wurde bei jedem Schlag geschrien. Für mich ist das Ausdruck der psychischen Anstrengung und des Willens, nach dem Motto "so nimm das hier". Das ist aber nicht unsportlich, denn das können ja beide machen. Bei Asarenka ist es wieder ein anderer Fall. Da kommt das Stöhnen bei jedem Schlag, auch wenn sie schon 6:1 5:1 führt. Das ist dann auch kein Stöhnen sondern eher eine Eule: Uhihuuuuu. Asarenka muss sich das irgendwie in früher Jugend angewöhnt haben. Deshalb ist der ITF jetzt in der Zwickmühle; wird das Stöhnen verboten, werden diejenigen gehandicapt, die sich das Stöhnen über die Jahre angewöhnt haben. Das ist aber unfair, jetzt diese Regelung einzuführen. Dazu kommt, dass die grössten Stöhnerinnen die besten Top Spielerinnen sind, mit denen will sich die ITF das nicht verscherzen.

Soweit ich das verstanden habe ist die offizielle Marschroute, in der Jugend darauf zu achten (und zu ahnden), dass die Spielerinnen ruhig sind. Dann wird das vielleicht auch bei ihnen im Erwachsenenalter so sein. Die jetzige Generation darf weiterstöhnen, egal aus welchen Motiven.

Antwort
von DeepBlue, 467

Hi,

es gibt mehrere Gründe, warum beim Frauentennis gestöhnt undgeschrien wird. So können z.B. die Geräusche die Gegnerin ablenken, irritieren und nervös machen.

Außerdem kann die Gegnerin nicht hören, ob und wie ein Ball getroffen wurde, und sie kann daher nicht richtig einschätzen, ob der Ballschnell oder langsam/hart oder weich geschlagen wurde.

Ferner kann es sein, dass die Spielerin ihren Körper total anspannt und zur Stabilität die Luft anhält, die sich dann beim Schlag durch Ausatmen mit einem "Stöhner" "entlädt". Ähnlich z.B. als wenn wir eine Kiste Bier anheben.

 

Gruß Blue

Kommentar von Kladusch ,

Gebe dir vollkommen recht, außer das mit:

"Außerdem kann die Gegnerin nicht hören, ob und wie ein Ball getroffen wurde, und sie kann daher nicht richtig einschätzen, ob der Ballschnell oder langsam/hart oder weich geschlagen wurde."

...das ist quatsch, die Reaktion erfolgt auf den visuellen Reiz, also Schlagbewegung

Kommentar von Steffanie ,

Hallo DeepBlue, deine Ausführungen in allen Ehren, doch irgendetwas stimmt hier nicht. Ich spiele seit Jahrzehnten Tennis in der Bezirksliga, und bislang ist mir noch kein "Stöhner wie das Heben mit einer Bierkiste" , vorgekommen. Stunden lang, so wie vorgestern Azarenka Bierkisten heben ist absurd. Zum Zweiten ist es dem Gegner egal, ob er das Teffergeräusch hört oder nicht. Zum Dritten gibt es keinen Grund irgendwelche "Geräusche", ob beim Aufschlag, und schon garnicht bei jedem Schlag zu produzieren. Dieses Verhalten des jeweiligen Spielers ist äußerst unsportlich und soll wahrscheinlich nur den Gegner irritieren, aber ein gleichwertiger, oder besserer Gegner läßt sich nicht irritieren. Es nervt nur. - Die Schiedsrichter sollten angewiesen werden diese Geräusche zu ahnden. -- Ein anderes Thema ist der Ballempfang vor dem Aufschlag. Der Ein, -oder Andere läßt sich bis zu 4 Bällen geben, von denen er 2 - 3 wieder wegschmeißt, um dann mit einem Ball zu spielen. Ebenfalls Quatsch. Im Bruchteil einer Sekunde kann kein Mensch die Oberfläche eines Balles auf die Beschaffenheit des Filzes überprüfen. Wenn dem so wäre, dann würden es ALLE Spieler so handhaben. Beim nächsten Aufschlag kommt der selbe Ball wieder zum Einsatz. Nur Schau, und einige Sekunden an Zeitgewinn um sich etwas zu erholen. Das ist Alles. Ein freundlicher Gruß an alle Tennisbegeisterten. Heute Abend werden wir wieder am Fernsehkasten sitzen und den Halbfinalen und Finalen zusehen.

Kommentar von wurststurm ,

Zum Thema "Sich 4 Bälle geben"; ich denke nicht, dass das Zeitschinderei ist. Das ist eher ein Ritual, um sich auf den Aufschlag vorzubereiten (früher war das immer die Saiten richten, Lendl war da ja exzessiv, andere ziehen am Trikot, an der Hose (Nadal) oder der Mütze (Roddick).

Für das Zeitschinden (in Tateinheit mit Rhythmus brechen des Gegners) gibt es effektivere Methoden. Da fällt mit spontan das Match Serena Williams gegen Timea Baczinski ein, HF French Open, als Serena nach dem Ballwechsel erstmal 10 Sekunden auf der Stelle stand und sinnierte, dann 15 Sekunden zur Linie ging und dann nochmal 15 Sekunden zur Konzentration brauchte, dann nochmal die Hand hob, dann stocksteif stand, um nach dem zwischenzeitlichen Anfall von totaler Bewegungsunfähigkeit dann den Supersprint hinzulegen (von daher noch mal Danke an Frau Vinci für die späte Rache). Ein anderer Fall ist das unaufhörliche Auftrumpfen des Balles vor dem Service (Nadal) oder das Thema Handtuch reichen, alles Sachen, die kein Schiedsrichter sanktioniert, weil er (oder sie) es sich mit den Stars nicht verderben wollen.

Antwort
von matchball66, 539

In Antalaya habe ich bei einem Training einer jungen Russin mitbekommen, wie der Trainer es Ihr gezeigt hat.
Bringen tut es recht wenig. Wie sind auf einem Tennisplatz und nicht in einer Fernöstlichen Kampfschule...
Richtig ist es, dass der Spieler im Schlag die Luft ausatmen sollte und nicht in eine Pressatmung verfällt. Dies kann aber auch Lautlos geschehen.
Leider wurde einige Spieler mit diesem Gestöhne recht erfolgreich... 
Für mich ist es mehr eine Unsportlichkeit gegenüber andere Tennisspieler auf der Tennisanlage. 
Im Fernsehen kann man Gott sei Dank den Ton abschalten ;-)

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