Frage von LetsMakeMoney,

Bräuchte Beratung/Emphelungen/Erfahrungen beim Kauf eines Rennrads

Ich bin bisher nur Mountainbike gefahren, habe mich jedoch zusammen mit meinem Vater dazu entschieden uns 2 Rennräder zuzulegen. Wir sind beide Noch keine Rennräder gefahren und würden gerne damit anfangen. Der Preis sollte zwischen 1.000€ und 1.500€ liegen. Kann mir jemand ein ordentliches Rad emphelen mit dem man länger spaß hat, undder guten Preis/Leistungs-Verhältnis bietet?

Ich hab da schon an den hier gedacht da er in einer anderen frage erwähnt wurde:

http://www.canyon.com/rennraeder/bike.html?b=821

Gibt es bessere für ungefähr den gleichen Preis? Worauf muss ich bei einem Rennrad achten?

Antwort von pooky,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Zunächst, das von Dir genannte Rad ist insofern nicht schlecht, aber Anfänger sollten ihre Räder nie im Internet kaufen.

Denn zu einem Rennrad gehört unbedingt eine Probefahrt, denn nur so kann man feststellen, ob das Rad tatsächlich passt. Es kann dann durchaus sein, dass sich dabei herausstellt, dass Du und Dein Vater verschiedene Räder bevorzugt.

Ein Rahmen, der individuell nicht passt, führt kurz oder lang zu Problemen: Rücken-, Nacken-, Bein-, Arm- und Knieschmerzen, Haltungsprobleme und andere Phänomen. Wer so viel Geld für ein Rennrad ausgibt und hunderte Stunden darauf fährt, sollte sich nicht mit schlechten Kompromissen zufriedengeben. Lieber noch einmal nachdenken und eventuell woanders noch einmal schauen und gegebenenfalls erst später kaufen.

Zu den richtigen Maßen, wie man sie ermittelt, habe ich schon einmal einen Tipp geschrieben:

www.sportlerfrage.net/tipp/rahmengroesse-bei-rennrad-und-mtb-ermitteln

Erst wenn man schon längere Zeit Erfahrungen gesammelt hat und vertraut ist, mit den Maßen und vor allem Rahmengeometrien, die sich teils stark unterscheiden (von stabil bis wendig), der kann sich sein Rad über das Internet besorgen, weil man dann nämlich in der Lage ist, mit den Angaben der Anbieter zu Maßen und Geometrien umzugehen.

Daher ist für Euch auf jeden Fall der Gang zum Fachgeschäft angesagt. Dort könnt Ihr Euch verschiedene Modelle anschauen und eben auch Probe fahren.

Die Marke ist nicht unwichtig, schließlich will man ja Qualität, aber wichtiger ist die Komponentenauswahl. Für die von Dir genannte Preisspanne solltest Du schon ein vernünftiges Modell mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis bekommen.

Günstigere Modelle haben meistens keine sortenrein verbauten Komponenten, sondern Markenprodukte werden an einigen Stellen oft durch Billigteile ersetzt, zum Beispiel Naben, Innenlager, Schalt- und Bremszüge, Bremskörper, Steuersatz oder Sattelstütze.

Nur die besonders markanten Stellen, wie Kurbel und Schaltwerk, sind dann mit besseren Modellen ausgestattet, weil die meisten zunächst dorthin schauen.

Allerdings werden häufig auch Komponenten gegen gleichwertige anderer Marken, etwa FSA, ausgetauscht. Dies ist dann weniger ein Problem. Aber genau hinschauen und notfalls noch einmal nachfragen und recherchieren und lieber später kaufen.

Für einen Einsteiger würde ich eine Gruppe wie Shimano 105 oder Campagnolo Veloce oder besser Centaur empfehlen. Wenn Du Glück hast, schließlich werden jetzt alte 2009er-Modelle günstig verkauft, weil in Kürze die 2010er kommen, findest Du ein günstiges Modell mit der Shimano Ultegra-Gruppe. Das ist die Gruppe mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis bei Shimano. Sie ist in der Hierarchie die zweitbeste der Marke und meistverkauft. Vor allem, weil für 2010 die Gruppe komplett neu gestaltet wurde, bekommst Du unter Umständen ein Schnäppchen mit dem alten Modell, das schon sehr gut ist.

Ob Shimano oder Campagnolo, das ist letztlich eine Glaubensfrage (wie Mercedes oder BMW). Ich selbst fahre seit Jahren Campagnolo und bin sehr zufrieden. Es gibt auch noch SRAM als Komponentenhersteller, mittlerweile auch für das Rennrad. Allerdings habe ich damit selbst noch keine Erfahrungen gemacht. Unsere U23-Bundesliga-Mannschaft dagegen schon, für kurze Zeit. Mitten in der Saison wurden sie wieder abmontiert, weil sie defektanfällig waren und vor allem der Hersteller keine Ersatzteile liefern konnte. Das war in der Anfangszeit, ob die Qualität besser geworden ist, vermag ich nicht zu sagen.

Auch die Laufräder sollten von einer bekannten Marke wie Mavic, Campagnolo oder Shimano stammen.

Ansonsten sollte der Rahmen gut verarbeitet sein, das heißt, die Schweißnähte sauber sind, die Lackierung ohne Fehler ist. Auf jeden Fall würde ich Dir den Rat eines Fachhändlers vor Ort empfehlen, besser noch: mehrere aufsuchen und Dich beraten lassen. Gute Händler bieten auch eine Körpervermessung an, um dann den richtigen Rahmen herauszusuchen.

Kommentar von LetsMakeMoney,

thx für deine antwor, ich wollt ja auch eiegntlich kein rennrad übers internet bestellen, gott beware^^, ich wollte eiegntlich nur wissen ob das preisleistungsverhältnis bei dem canyon fahrrad stimmt um dann später eine probefahrt damit zu machen. trotzdem danke für deine antwort

Kommentar von LetsMakeMoney,

Aber Canyon bietet doch auch dieses "Perfect Position System" an, kann man damit sich nicht zuverlässig die richtige rahmenhöhe finden?

und außerdem: Kannst du mir noch anderer Rennräder emphelen?

Kommentar von pooky,

Dieses "Perfect Position System" bietet sicher die richtige Rahmenhöhe, aber Du kannst nicht bestimmen, welche Geometrie Dir zusagt.

Namen sind Schall und Rauch, Du musst den Rahmen auf einer Testrunde selbst ausprobieren. Dann kannst Du erkennen, ob Du lieber einen kurzen, agilen, wendigen Rahmen haben möchtest, etwa von Orbea, Pinarello, Lapierre, oder ob Du lieber einen weniger wendigen, aber stabilen, längeren Rahmen brauchst, etwa einen Focus, Giant oder Bergamont.

Du musst Dich von diesem Markengedanken verabschieden, der Markt für Rennräder oder auch gute MTB funktioniert anders. Hier stellt der Hersteller lediglich den Rahmen her und alle Anbauteile stammen aus den gleichen Baukästen der Komponentenhersteller. Letztlich ist es in Sachen Ausstattung unter dem Strich egal, welche Marke Du nimmst, da fast alle ohnehin die gleichen Komponenten verbauen, von Mavic, Fulcrum, Ritchey, FSA, SRAM, Shimano, Campagnolo usw.

Der Rahmen ist mit seiner Höhe, Länge und Geometrie entscheidend und hier unterscheiden sich nicht nur die Marken, sondern sogar auch die einzelnen Modelle der Hersteller. So kann es sein, dass ein Hersteller sowohl kurze, agile, wendige Rahmen herstellt oder auch lange und stabile.

Zu letzteren würde ich Dir ohnehin raten, da erst genannte mitunter in Grenzsituationen ein gutes Fahrkönnen erfordern, während letztgenannte etwas gutmütiger reagieren. Das kann man mit dem Auto vergleichen. Längere Autos sind ruhiger und stabiler, kleine Autos wendiger. Das verhält sich bei Rennrädern nicht anders.

Und genau dies kannst Du nicht mit Formeln und irgendwelchen "Perfect Position System"-Angeboten ermitteln, wenn Du Anfänger bist, Du musst Dich raufsetzen und sehen, ob Du Dich wohlfühlst.

Kommentar von LetsMakeMoney,

Ja ich denk ma mir is beides recht egal ob wendig und agil oder lang und stabil, und ich werd mich wahrscheinlich auch wohl fühlen wenn die rahmenhöhe, lenkerbreite usw, all das was man mit dem PPS bestimmen kann , stimmt.

Kommentar von pooky,

So egal ist es nicht, denn das Rennrad ist ein hochkomplexes Gerät.

Denn es hängt davon ab, was Du mit dem Rad machen möchtest. Ein agiles Rad erfordert ein gewisses fahrerisches Können und auch die Vorliebe für eine solche Agilität. Du wirst also nicht unbedingt Spaß haben, wenn es Dir nicht liegt, weil Dein Körper mehr Belastungen aufnehmen muss. Es ist wesentlich empfindlicher als ein langes, stabiles Rad, das mehr Belastungen vom Körper weg hält.

Außedem habe ich auch schon einmal eine PPS-Messung vorgenommen, bevor ich mein jetziges maßgebautes Rad nach meinen Vorgaben fertigen ließ. Die Unterschiede hinsichtlich der Rahmenlänge und - höhe bewegen sich im Zentimeterbereich.

Aber es bleibt Dir überlassen, ob Du den Ratschlag befolgen möchtest. Du solltest nur wissen, dass ein Fehlkauf ziemlich teuer ist.

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