Frage von sommersonne,

Bewegungssteuerung

Hallo

Was gehört alles zur Bewegungssteuerung und wie funktioniert das?

Ich habe mir das so gedacht: Reizaufnahme durch Sinnesorgane-Gehirn (welche Areale?)-Bewegungsausführung durch Muskeln. Wenn man aber die Bewegung nicht auf einen Reiz hin macht, wird das Signal doch gleich im Gehirn produziert? Was gehört also alles zur Bewegungssteuerung, was ist wichtig?

Weiß jemand gute Links oder Literatur dazu?

lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Freak107,

Schau dir mal diesen Link an:

http://bsr.tsn.at/pix_db/documents/Bewegungslehre%20Skriptum,%20Bachmann%202010....

Vor allem Kapitel 3 beginnend auf Seite 15 dürfte einen großen Teil deines Wissensbedarf abdecken.

Kommentar von sommersonne ,

Danke das hilft mich schon mal sehr viel weiter!

Antwort
von wiprodo,
  1. Ausgangspunkt: bewusster Anstoß der Bewegung: Bewegungsidee oder komplette Bewegungsvorstellung (Areal der Großhirnrinde: supplementäres motorisches Areal), neuronales Korrelat: Bewegungsentwurf. Weiter geht es ohne Beteiligung des Bewusstseins (2-7, s. auch Bild).-->
  2. Neuronale Kaskade a) zu den Basalganglien (= Basis des Großhirns: Koordination des erbmotorischen Abteils der Bewegung) und b) zu den Kleinhirnhemisphären (Koordination des erwerbmotorischer Abteils der Bewegung).-->
  3. Programmteile zurück über Thalamus zur Großhirnrinde: „Primärmotorische Rinde auf der vorderen Zentralwindung. Zusammensetzung der Programmteile und letzte Kurskorrektur.-->
  4. Auf dem Wege über die „Pyramidenbahn“ zu den Alpha.Motoneuronen im Rückenmark und von dort in die Muskulatur.-->
  5. Bewegungsablauf.-->
  6. Aufnahme (Rezeption) der durch die Bewegung erzielten Umwelt- und Innenweltänderungen durch die Sinnesorgane (vorwiegen Propriozeption, visuelle und vestibuläre Rezeption).-->
  7. Rückmeldung auf dem Weg über den Thalamus zum Großhirn, zu den diversen sinnesspezifischen Rindenarealen.-->
  8. Verknüpfung der Informationen zum ersten bewussten Phänomen: Wahrnehmung der Bewegung. Im supplementären motorischen Areal (s.o.) Vergleich der Bewegungswahrnehmung mit der (gespeicherten) Bewegungsvorstellung.
    Abweichungen können bei der neuerlichen Bildung der Bewegungsvorstellung berücksichtigt werden.

Diese Aufstellung kann das komplexe Geschehen nur grob wiedergeben. Notfalls googlen mit den Begriffen Bewegungssteuerung, Bewegungsvorstellung und/oder Bewegungswahrnehmung!

Kommentar von sommersonne ,

Danke!! Aber muss man zuerst einen bewussten Anstoß liefern? Wie funktioniert es sonst mit Reflexen? Wird ein Reiz erst durch die Sinnesorgane aufgenommen, oder nur mit ihnen kontrolliert, ob die Bewegung auch so ausgeführt wird, wie geplant?

Danke

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